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Im Jahr 2019 haben die gesetzlichen Krankenversicherungen über 14 Milliarden Euro an Krankengeld ausgezahlt. Obwohl diese Summe hoch erscheint, erhalten pflichtversicherte Arbeitnehmer im Krankheitsfall lediglich 70 Prozent ihres Bruttogehalts. Für die meisten Menschen führt dies zu finanziellen Schwierigkeiten. Um die Verdienstlücke zu schließen, kann eine private Krankentagegeldversicherung abgeschlossen werden. Wir verraten, was es dabei zu beachten gilt.

Krankentagegeldversicherung: Was ist das?

Arbeitnehmer, die nach einem Unfall oder aufgrund einer schweren Krankheit vorläufig nicht arbeiten gehen können, bekommen während der ersten sechs Wochen ganz normal ihr Gehalt vom Arbeitgeber. Ab dem 43. Tag nach der Krankschreibung haben dann alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung, also auch Auszubildende und ALG-I-Empfänger unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf Krankengeld. Familienversicherte Kinder und Ehepartner bekommen kein Krankengeld, genauso wenig wie Personen, die freiwillig gesetzlich versichert sind und lediglich den ermäßigten Beitrag zahlen. Der ausgezahlte Betrag liegt zwischen 70 % des Bruttoeinkommens, übersteigt jedoch 90 % vom Nettolohn nicht. Außerdem ist es gesetzlich auf 109,38 € pro Tag begrenzt.

Eine Krankentagegeldversicherung stellt eine individuelle Absicherung dar, die darauf abzielt, diese Einkommenslücke im Fall einer längeren Krankheit zu schließen. Meist wird im Rahmen der freiwilligen Krankentagegeldversicherung die Höhe des Nettoeinkommens versichert. So können sich Angestellte und Selbstständige im Fall von langwierigen gesundheitlichen Problemen unbesorgt aufs Gesundwerden konzentrieren, weil sie weiterhin ihre Miete, ihren Hauskredit und andere laufende Kosten bezahlen können. Eine Krankentagegeldversicherung ist besonders für Gutverdiener sinnvoll und für alle, die kein Krankentagegeld bekommen – freiberuflich tätige Menschen zum Beispiel.

Für Personen, die schwanger werden können, ist eine Krankentagegeldversicherung ebenfalls hilfreich. Sie springt beispielsweise während dem Beschäftigungsverbot und der Elternschutz ein (Selbstständige haben seit 2017 Anspruch auf Krankentagegeld in diesen Zeiträumen) und zahlt dann, wenn die versicherte Person aufgrund einer Schwangerschaft, Fehlgeburt oder eines Schwangerschaftsabbruchs nicht arbeiten kann.

Beamte benötigen keine Krankentagegeld-Privatversicherung. Das liegt daran, dass ihr Dienstherr im Krankheitsfall die Lohnfortzahlung für eine unbegrenzte Zeit ausführt. Jedoch profitieren sie von einer anderen privaten Zusatzversicherung, der Dienstunfähigkeitsversicherung. Wer dauerhaft berufsunfähig wird, erhält ein niedriges staatliches Ruhegeld. Dieses wird mithilfe einer Dienstunfähigkeitsversicherung aufgestockt und ermöglicht die Beibehaltung des gewohnten Lebensstandards.

Ab wann zahlt eine Krankentagegeldversicherung?

Arbeitnehmer haben ab dem Tag der Krankschreibung Anspruch auf Krankengeld. Meistens erhalten sie zunächst sechs Wochen lang ihren Lohn, ab der siebten Woche springt dann die Krankenkasse ein. Dazu müssen Arbeitgeber innerhalb einer Woche nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit das Attest bei ihrer Krankenversicherung einreichen.

Die Krankentagegeldversicherung kann ebenfalls ab dem 43. Tag mit den Auszahlungen beginnen oder auf Wunsch zu einem beliebigen früheren oder späteren Zeitpunkt. Bei manchen Anbietern – unter anderem der Allianz – ist zudem eine gestaffelte Auszahlung möglich. Im Vertrag wird der Zeitraum zwischen Datum der Krankschreibung und erster Auszahlung Karenzzeit genannt. Letzteres ist allen Personen zu empfehlen, die ohnehin kein Krankengeld bekommen, weil sie selbstständig sind. Beim Abschluss der Versicherung sollte sich jeder gut überlegen, wie lange er ohne Lohn auskommen kann. Mit einem früheren Leistungsbeginn sind zwar die Beiträge etwas höher, doch das ist unter Umständen leichter zu verschmerzen als mehrere Wochen ohne Einkommen.

Und wie lange wird Krankentagegeld gezahlt?

Während die gesetzliche Krankenversicherung für maximal 78 Wochen Krankengeld zahlt, leistet die Krankentagegeldversicherung unbegrenzt lange, bis der Empfänger wieder in der Lage ist, arbeiten zu gehen. Verbraucher sollten jedoch beachten, dass der Eintritt einer Berufsunfähigkeit dazu führen kann, dass die Zahlung des Tagegeldes stoppt. Spätestens drei Monate nach dem Eintritt der Berufsunfähigkeit fällt die Zahlung seitens der privaten Krankenzusatzversicherung aus. Daher wird zudem der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung empfohlen.

Ferner gilt die Bedingung, dass der Versicherte nicht aufgrund derselben Erkrankung krankgeschrieben wird. Liegt eine zusätzliche oder andere Krankheit vor, die zur Arbeitsunfähigkeit führt, beginnt die genannte Frist erneut.

Wie viel Krankengeld bekomme ich?

Wie viel Geld die Krankenkasse oder die private Versicherung ausbezahlt, hängt von der Höhe des Gehalts ab. Während der ersten sechs Wochen beträgt das Krankengeld von der gesetzlichen Krankenversicherung höchstens 109,38 € pro Tag bzw. 3.281 € im Monat. Allerdings müssen davon noch Sozialabgaben geleistet werden, sodass unterm Strich maximal 2.877 € netto übrig bleiben.

Beim Abschluss einer privaten Krankentagegeldversicherung können Privatkunden die Höhe des Tagessatzes nach Belieben festlegen, er darf lediglich ihr Nettoeinkommen nicht übersteigen. Empfohlen sind 80 % des Bruttogehalts oder 100 % des Nettolohns.

Wer sich für so eine Police interessiert und kein Krankengeld bekommt, sollte ausrechnen, wie viel Geld benötigt wird, um alle laufenden Kosten zu decken. Dazu ist die Aufstellung eines Haushaltsplans hilfreich. Personen, die zum Empfang von Krankentagegeld berechtigt sind, kalkulieren am besten, ob ihnen die Zahlung der Krankenkasse genügt oder ob sie eine Zusatzversicherung abschließen sollten, um die Differenz auszugleichen. Bei einer Lohnerhöhung oder einem wachsenden Verdienst kann bei einem guten Vertrag der Tagessatz angepasst werden, ohne dass eine erneute Gesundheitsprüfung nötig ist.

Krankentagegeld ist grundsätzlich steuerfrei. Daher wird der Betrag der jeweiligen Versicherung netto ausbezahlt. Ebenso muss das von der Krankenkasse ausgezahlte Krankengeld nicht versteuert werden.

Wann ist der beste Zeitpunkt, eine Krankentagegeldversicherung abzuschließen?

Viele Personen verzichten auf Zusatzversicherungen wie die Krankentagegeldversicherung. Bei einem höheren Verdienst erweist sich der Abschluss eines solchen Schutzes jedoch als besonders nützlich, denn die Einkommenslücke fällt im Krankheitsfall hoch aus. Doch Menschen, die weniger Geld verdienen, können ebenfalls von einer solchen Absicherung profitieren. Der Zeitpunkt, ab dem eine solche Versicherung empfohlen wird, ist somit individuell. Denkbar ist beispielsweise der Einstieg in die Selbstständigkeit oder die Familiengründung.

Es sollte beachtet werden, dass einige Anbieter Antragsteller ab einem bestimmten Alter ablehnen. Meistens liegt das Höchsteintrittsalter bei 50 Jahren. Es gibt ferner Gesellschaften, die Personen bis zum 69. Lebensjahr aufnehmen.

Worauf sollte beim Abschluss der Krankentagegeldversicherung geachtet werden?

Wer eine Krankentagegeldversicherung abschließen möchte, hat die Wahl aus vielen verschiedenen Tarifen und Anbietern. Da ist es wichtig, die Entscheidung von bestimmten Merkmalen abhängig zu machen, die der Vertrag enthalten sollte.

Karenzzeit

Üblicherweise beginnt die Auszahlung des Tagessatzes am 43. Tag nach der Krankschreibung. Für Angestellte, die mit der Versicherung ihr Krankengeld aufstocken wollen, reicht das aus, weil sie während der vorigen sechs Wochen noch ihr Gehalt bekommen haben. Selbstständige und Freiberufler, die nicht über ausreichend Rücklagen verfügen, sollten einen Tarif wählen, in dem sie einen früheren Zeitpunkt festlegen können, etwa schon ab der zweiten Woche ihrer Krankheit.

Langer Meldezeitraum

Die Arbeitsunfähigkeit – also das Eintreten des Versicherungsfalls – muss der Versicherung möglichst schnell mitgeteilt werden. Dazu reicht meistens ein Attest vom behandelnden Arzt. Wichtig ist, dass der Meldezeitraum möglichst lang ist. Idealerweise reicht es, die Versicherung bis zu dem Tag zu informieren, an dem der Versicherte erstmalig Anspruch auf Krankentagegeld hat.

Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung

Wer befördert wird, kann innerhalb eines bestimmten Zeitraums (meistens bis zu 2 Monate) der Versicherung seinen höheren Verdienst melden und den versicherten Tagessatz entsprechend anpassen. Eine gute Versicherung verzichtet dabei darauf, erneute Gesundheitsfragen zu stellen. Übrigens sind in manchen Tarifen die Versicherungsnehmer dazu verpflichtet, dem Versicherer eine Lohnminderung unverzüglich mitzuteilen.

Zahlung während einer Kur

Bei manchen Anbietern haben die Versicherten während einer Reha keinen Anspruch auf Krankentagegeld oder nur unter bestimmten Bedingungen (beispielsweise nach mehrwöchiger Krankheit). Laut Finanztip ist ein Tarif zu bevorzugen, in dem die Versicherungsnehmer während einer Kur Leistungen erhalten, wenn sie mindestens zwei Wochen vorher nicht arbeiten konnten.

Verzicht auf ordentliches Kündigungsrecht

Während der ersten drei Versicherungsjahre darf der Anbieter die Krankentagegeldversicherung ohne Angabe von Gründen kündigen. Das ist für die Versicherten natürlich ungünstig, falls sie schon kurz nach dem Abschluss der Versicherung schwer erkranken und dadurch arbeitsunfähig werden. Deshalb ist es besser, einen Vertrag abzuschließen, in dem auf das ordentliche Kündigungsrecht verzichtet wird. Eine mehrmonatige Wartezeit ist bei vielen Anbietern Standard.

Vertrag bleibt während Arbeitslosigkeit bestehen

Manche Anbieter beenden den Vertrag automatisch, wenn der Versicherungsnehmer seinen Job verliert oder kündigt. In einem guten Tarif läuft der Vertrag weiter. Daran sind manchmal Bedingungen geknüpft, bei der DKV etwa muss die versicherte Person „mit hinreichender Aussicht auf Erfolg“ nach einer neuen Stelle suchen.

Die Plattform Finanztip empfiehlt, bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses die Krankentagegeldversicherung beitragsfrei zu stellen oder eine Anwartschaftsversicherung abzuschließen. Ist eine neue Beschäftigung gefunden, kann der Vertrag zu denselben Konditionen wieder aufgenommen werden. Andernfalls müssten Arbeitnehmer bei jedem Jobwechsel eine neue Versicherung suchen.

Keine Alkoholklausel

Es gibt Versicherungen, die nicht leisten, wenn die Arbeitsunfähigkeit durch Alkoholgenuss verursacht wurde. Das bedeutet, dass Versicherte keine Ansprüche geltend machen kann, falls er ein Bier getrunken hat und anschließend einen schweren Unfall hat. Wer ohnehin nicht trinkt, braucht diesem Punkt keine Beachtung zu schenken, andernfalls ist es besser, sich einen Tarif ohne Alkoholklausel zu suchen.

Krankentagegeld bei Schwangerschaft

Menschen mit Uterus sollten darauf achten, dass ihre Krankentagegeldversicherung während der gesetzlichen Schutzfristen leistet und dass Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Schwangerschaft, einer Fehlgeburt oder eines Schwangerschaftsabbruchs ebenfalls abgedeckt sind. Das ist insbesondere für alle wichtig, die keinen Anspruch auf Krankengeld haben und in so einem Fall von ihren Rücklagen leben müssten.

Was kostet eine Krankentagegeldversicherung?

Beim Versicherungsvergleich wird klar, dass es mehrere Faktoren gibt, die die Kosten für eine private Krankentagegeldversicherung bestimmen. Zu diesen Aspekten zählen:

  • Beruf und Art der Tätigkeit
  • Einkommen
  • Alter
  • Gesundheitlicher Zustand
  • Karenzzeit
  • Höhe des Tagessatzes
  • Beitragsstabilität

Eine 35-jährige Frau, die selbstständig tätig ist und ein Krankentagegeld von 125 Euro ab dem 43. Krankheitstag benötigt, kann einen Schutz ab 16 Euro im Monat erhalten. Für eine gleichaltrige Angestellte, die ab dem 43. Tag einen Tagessatz von 50 Euro versichern möchte, liegt der Monatsbeitrag ebenfalls bei rund 16 Euro.

Was kostet eine Krankentagegeldversicherung in der Schweiz?

Wer zu den Grenzgängern gehört und eine Absicherung in der Schweiz wünscht, sollte die Regelungen seines schweizerischen Arbeitgebers beachten. In der Regel schließen diese eine kollektive und günstige private Krankentagegeldversicherung für den Arbeitnehmer ab. Üblicherweise bietet die private Zusatzkrankentagegeldversicherung im Falle einer Erkrankung des Versicherten eine Lohnfortzahlung von 80 % des Durchschnittslohns.

Diese Leistung besteht in der Regel für 720 Tage. Dabei übernehmen Arbeitgeber meist die kompletten Beitragskosten. Es besteht die Option, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Ausgaben aufteilen oder diese gänzlich vom Arbeitnehmer zu tragen sind. Personen, die in der Schweiz arbeiten, sollten daher vor dem Abschluss einer freiwilligen Versicherung mit dem Arbeitnehmer sprechen.

Gibt es eine Krankentagegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung?

Beim Abschluss einer Krankentagegeldversicherung stellen manche Anbieter sogenannte Gesundheitsfragen, um den gesundheitlichen Zustand ihres neuen Kunden abzuschätzen. Meistens geht es darin um Krankheiten und Behandlungen während der letzten drei Jahre. Es ist wichtig, diese Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten, weil es im Leistungsfall sonst Probleme geben kann. Viele Versicherer verzichten auf diese Gesundheitsprüfung und nehmen stattdessen eine Ausschlussklausel in ihren Vertrag auf. Dieser zufolge besteht kein Leistungsanspruch, falls der Versicherte aus demselben Grund bereits während eines gewissen Zeitraums vor dem Vertragsabschluss arbeitsunfähig war.

Ist eine Krankentagegeldversicherung bei bestehender Krankheit möglich?

Eine private Krankentagegeldversicherung kann hohe Kosten verursachen, wenn sie von einem chronisch kranken Menschen abgeschlossen wird. Doch auf dem Markt gibt es Versicherer, die einen Schutz ohne Gesundheitsfragen offerieren. Verbraucher sollten allerdings beachten, dass diese Absicherung meist mit einem niedrigeren Tagegeld verbunden ist. In der Regel erhalten Versicherte maximal 30 Euro täglich, weshalb dieser Schutz eher von Personen mit einem geringen Einkommen bevorzugt wird.

Welche Alternativen gibt es zu einer Tagegeldversicherung?

Es gibt keine Versicherungsalternative, die die Leistungen einer Tagegeldabsicherung ersetzt. Die einzige Möglichkeit besteht darin, Rücklagen zu bilden und von denen im Krankheitsfall laufende Kosten zu bezahlen. Das kann ein Sparkonto sein oder eine Geldanlage in Immobilien oder Wertpapiere. Hauptsache, das Geld ist nicht allzu fest gebunden und im Notfall kurzfristig verfügbar.

Fazit zur Krankentagegeldversicherung

Im Ernstfall kann eine Krankentagegeldversicherung die Existenz sichern und stellt besonders für Selbstständige, Freelancer und Gutverdiener einen wichtigen Vorsorgebaustein dar. Auf dem Markt finden Interessierte eine Vielzahl an bekannten Versicherern, die eine Tagegeldversicherung anbieten. Zu diesen gehören unter anderem Allianz, DEVK, Ergo, Debeka und Huk. Bei den meisten Unternehmen gibt es mehrere Tarife, die zu den unterschiedlichen Personengruppen passen. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, einen auf die persönlichen Verhältnisse zugeschnittenen Tarif zu finden. Je nach Tarif, Einkommen, Beruf und Alter des Versicherten fallen die Beiträge zur Tagegeldversicherung aus. Wem diese Ausgaben zu hoch sind, der kann alternativ Rücklagen bilden und diese im Krankheitsfall einsetzen.

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