Hinweis*

In Deutschland haben Personen, die nicht versicherungspflichtig sind, die Möglichkeit, eine freiwillige Krankenversicherung abzuschließen. Das bedeutet, sie haben die Wahl zwischen dem freiwilligen Eintritt in eine GKV oder eine PKV. Bei der Entscheidung müssen bestimmte Aspekte berücksichtigt werden, denn beide Varianten besitzen Vor- und Nachteile.

Das deutsche Gesundheitssystem ist eines der besten weltweit. Im Gegensatz zu anderen Ländern geht hierzulande ein Unfall oder eine Krankheit nicht automatisch mit einer hohen finanziellen Belastung des Patienten einher. Grund dafür ist die gesetzliche Versicherungspflicht. Manche Personen müssen sich pflichtversichern, andere können freiwillig in eine Krankenversicherung einzutreten. Auf den Versicherungsschutz zu verzichten, wie etwa in den USA, ist hierzulande nicht möglich.

Was ist eine freiwillige Krankenversicherung?

Zunächst ist der Begriff freiwillig im Zusammenhang mit der Versicherung etwas verwirrend, da in jedem Fall eine Pflicht zur Krankenversicherung besteht. Die Freiwilligkeit ist vielmehr darauf bezogen, dass der Versicherer zwischen GKV- und PKV-Mitgliedschaft frei wählen kann. Eine freiwillige KV ist für jene Personen abschließbar, die von der Versicherungspflicht befreit sind. Gesetzliche Krankenversicherungen und Privatversicherungen bieten die Möglichkeit einer freiwilligen Versicherung an. Nicht mehr Versicherungspflichtige können also entweder einer GKV beitreten (freiwillig pflichtversichert) oder Mitglied in einer PKV werden. Dabei ist niemand gezwungen, die gesetzliche KV zu verlassen, sofern er vorher pflichtversichert war. Eine freiwillige Krankenversicherung ohne Einkommen ist prinzipiell möglich. Voraussetzung hierbei ist allerdings, dass bereits im Vorfeld eine Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse bestand und seitdem nicht mehr als drei Monate vergangen sind.

Ab wann ist eine freiwillige Krankenversicherung möglich?

Eine Pflichtversicherung in der GKV endet aus unterschiedlichen Gründen, beispielsweise dann, wenn eine versicherungspflichtige Beschäftigung beendet wird. Eine Ausnahme gilt, sofern im Anschluss nahtlos in ein anderes Arbeitsverhältnis gewechselt werden kann oder Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht. Arbeitnehmer, deren Verdienst die Bruttoeinkommensgrenze übersteigt, scheiden ebenfalls aus der Pflichtversicherung aus. Studierende verlieren das Recht auf die Mitgliedschaft in der Krankenversicherung für Studenten, sofern sie das 30. Lebensjahr vollendet haben, und sie müssen sich freiwillig versichern lassen.

Alle Personen, die von der Versicherungspflicht befreit sind, fallen unter die Regelungen der freiwilligen KV. Wichtig ist, dass der Beitritt in eine freiwillige Versicherung innerhalb von drei Monaten nach Ende des letzten Versicherungsverhältnisses erfolgt.

Was kostet eine freiwillige Krankenversicherung?

Die Kosten einer freiwilligen Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung sind bei den meisten Kassen sehr ähnlich gestaltet. Ausschlaggebend für die Jahresgebühren sind stets die Bruttoeinnahmen des Versicherungsnehmers. Im Schnitt liegen die Beiträge bei etwa 15 Prozent davon, zuzüglich variierender Zusatzbeiträge. Einige Beispiele finden sich am Ende dieses Ratgebers.

Wie werden die Beiträge berechnet?

Bei der freiwilligen Krankenversicherung erfolgt die Beitragsberechnung grundsätzlich wie bei der Pflichtversicherung anhand des Einkommens. Zusätzlich erheben die einzelnen Anbieter einen Zusatzbeitrag in unterschiedlicher Höhe. Nicht immer basieren die Beiträge für freiwillig Versicherte aber auf den tatsächlichen Einnahmen, sondern gelegentlich wird ein fiktiver Mindestbetrag zugrunde gelegt. Dies ist zum Beispiel bei Gründern üblich, die noch keinen Steuerbescheid einreichen konnten.

Standardtarif der Privatversicherung

Alle Anbieter von privaten Krankenversicherungen müssen einen vergünstigten Tarif anbieten. Dieser sogenannte PKV-Standardtarif ist für Versicherte gedacht, die nicht mehr in der Lage sind, ihre Beiträge zu zahlen. Allerdings haben sie lediglich Anspruch auf diesen Tarif, wenn sie mindestens zehn Jahre beim selben Unternehmen Mitglied waren. Die angebotenen Leistungen des PKV Standardtarif orientieren sich an denen, die im Leistungskatalog der GKV festgelegt sind.

Private Krankenversicherungen im Vergleich

Die Konditionen verschiedener privater und gesetzlicher Krankenversicherer lassen sich im Internet übersichtlich miteinander vergleichen. Ein solcher Vergleich berücksichtigt die Höhe der Beiträge der einzelnen Anbieter sowie die freiwilligen Zusatzleistungen. Bei der Wahl sollten neben den monatlichen Kosten vor allem die zusätzlichen Leistungen unter die Lupe genommen werden.

Mit einem solchen Vergleich lässt sich immer die Krankenversicherung finden, die bestmögliche Leistungen zu möglichst geringen Kosten anbietet. Darüber hinaus ist es möglich, direkt online eine Mitgliedschaft bei einem Krankenversicherer abzuschließen.

Gesetzliche Krankenversicherung

In Deutschland besteht eine grundsätzliche Krankenversicherungspflicht. Alle Arbeitnehmer, deren Bruttoeinkommen 62.550 Euro jährlich bzw. 5213 Euro pro Monat nicht übersteigt (Stand 2020), sind in einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert. Zu diesem Einkommen werden etwaige Zusatzzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld gezählt. Die Wahl der Krankenkasse bleibt die freie Entscheidung jedes Einzelnen. Alle gesetzlichen Krankenversicherer müssen dieselben gesetzlich geregelten Leistungen abdecken, manche Kassen bieten darüber hinaus Zusatzleistungen an. Ein Vergleich der Beiträge und des Leistungsspektrums einzelner Versicherer ist durchaus zu empfehlen, um den besten zu den eigenen Ansprüchen passenden Versicherungsschutz zu finden. Ein Wechsel innerhalb der gesetzlichen Krankenkassen ist in der Regel jederzeit problemlos möglich.

Welche Personengruppen müssen sich gesetzlich krankenversichern?

  • Arbeitnehmer, mit einem Bruttoeinkommen unter 62.550 Euro jährlich
  • Auszubildende, Studierende, Praktikanten ohne eigenes Einkommen
  • Rentnerinnen und Rentner unter gewissen Voraussetzungen: Die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) ist ein Status, den Rentner als Pflichtversicherte in der GKV einnehmen. Berechtigte Personen müssen keine Krankenkassenbeiträge für Mieteinnahmen, Privatrenten oder Zinsen entrichten.
  • Bezieher von Sozialleistungen
  • Land- und forstwirtschaftliche Unternehmer
  • Künstler und Publizisten
  • Personen ohne anderen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall, die zuletzt Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse waren.

Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Leistungen, die gesetzliche Krankenkassen zu erbringen haben, sind im Sozialgesetzbuch festgeschrieben. Daher sind die Grundbeiträge und das Leistungsspektrum bei allen annähernd identisch. Unterschiede bestehen hauptsächlich in den gebotenen zusätzlichen Aufwendungen und Bonusprogrammen der einzelnen Anbieter. Unter anderem sind im gesetzlichen Leistungskatalog folgende Leistungen festgeschrieben:

  • Ärztliche, zahnärztliche und psychotherapeutische Behandlung von Krankheiten
  • Krankheitsfrüherkennung und Prävention
  • Häusliche Krankenpflege
  • Rehabilitationsmaßnahmen
  • Versorgung mit Medikamenten

Durch private Zusatzversicherungen kann das Leistungsspektrum auf Wunsch oder bei Bedarf erweitert werden. Zu diesen Versicherungen zählen beispielsweise Zahnzusatz-, Auslands-, Pflege- oder eine Krankenhauszusatzversicherung. Eine solche private Krankenzusatzversicherung ist unabhängig von der Wahl des Hauptversicherers abschließbar.

Krankenversicherung für Selbstständige und Freiberufler

Selbstständige haben aufgrund unregelmäßiger Einnahmen und geschäftlicher Risiken meist ganz besondere Ansprüche an ihren Versicherungsschutz. Doch die Wahl will wohlüberlegt sein. Haben sie sich für die Mitgliedschaft in einer PKV entschieden, können nur unter erschwerten Bedingungen wieder zurück in eine GKV wechseln. Hierzu ist es meistens notwendig, ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis aufzunehmen. Vor allem Existenzgründer müssen bei Beginn der Selbstständigkeit keinesfalls zwangsläufig eine PKV abschließen, in der Regel ist der Verbleib in einer GKV oft die bessere Variante. Welcher Versicherungsschutz im Einzelfall die bessere Wahl ist, hängt neben den entstehenden Kosten auch von Faktoren wie dem persönlichen gesundheitlichen Zustand oder dem benötigten Leistungsumfang ab.

Private Krankenversicherung

Die Freiheit in eine private Krankenversicherung zu wechseln, haben ausschließlich Personen, die nicht versicherungspflichtig sind. Je nach persönlicher Ausgangslage sprechen viele Gründe dafür. Im Gegensatz zu Mitgliedern gesetzlicher Krankenkassen können Privatversicherte ihre Leistungen zum Großteil selbst auswählen. Eine solche, auch als Privatversicherung oder Krankenvollversicherung bezeichnete private Absicherung bietet berechtigten Personen einige Vorteile. Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung bestehen nicht allein in der Höhe der erhobenen Beiträge. Versicherungen bei einem privaten Anbieter enthalten meist umfangreichere Leistungen. Während bei gesetzlich Versicherten die Krankenkasse alle Kosten abwickelt, müssen Mitglieder einer PKV alle anfallenden Kosten jedoch zunächst selbst tragen. Erst nach Einreichen der Rechnungen bei dem Versicherer können die Kosten erstattet werden.

Spezialfall Krankenversicherung für Beamte

Beamte sind in der Regel in einer privaten Krankenversicherung besser aufgehoben. Die meisten Versicherer bieten spezielle Tarife an, aufgrund der Beihilfe können privat versicherte Beamte besonders von dem deutlichen Leistungsvorteil profitieren.

Folgende Personengruppen haben Anspruch auf den Beitritt in eine private Krankenversicherung:

  • Selbstständige
  • Beamte, Richter, Zeitsoldaten
  • Arbeitnehmer mit einem Jahresbruttoeinkommen über 62.550 Euro
  • Arbeitnehmer, deren Mitgliedschaft durch einen beruflichen Auslandsaufenthalt erloschen ist
  • Personen, bei denen die Familienversicherung endet
  • Kinder, die nicht automatisch mitversichert sind
  • Studierende, die keinen Anspruch mehr auf die studentische Krankenversicherung haben
  • Promotionsstudenten
  • Schwerbehinderte

Leistungen der Privatversicherung

Den Leistungsumfang einer privaten Krankenversicherung kann der Versicherungsnehmer zum größten Teil selbst bestimmen. Er geht weit über das gebotene Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen hinaus und erlaubt einen individuellen, an die eigenen Ansprüche angepassten Versicherungsschutz.

Kosten private Krankenversicherung

Die Jahresgebühren der einzelnen Versicherungsanbieter unterscheiden sich mitunter stark. Welche Kosten eine Versicherung im individuellen Fall verursacht, ist von den persönlichen Voraussetzungen des Versicherungsnehmers (Alter, Gesundheitszustand) und dem gewählten Leistungsumfang abhängig. Darum können hier höchstens Orientierungswerte angegeben werden, die im Einzelfall abweichen können. In der nachstehenden Tabelle sind verschiedene Beiträge im Komforttarif angegeben, die beim Onlinevergleichsportal Check24 recherchiert wurden.

35 Jahre 45 Jahre
freiberuflich ab 355 € ab 474 €
verbeamtet
(Bayern, Beihilfesatz 50 %)
ab 247 € ab 279 €
angestellt (Einkommen über 63.550 €) ab 195 € ab 261 €
studierend ab 104 €

Was ist besser, freiwillig gesetzlich versichert oder Privatversicherung?

Ob gesetzliche oder private Krankenkasse, diese Entscheidung ist nicht leicht zu treffen und sollte erst nach ausgiebigem Abwägen fallen. Schließlich kann sie nicht so einfach rückgängig gemacht werden. Wer in eine private Krankenversicherung eingetreten ist, der kann nur in Ausnahmefällen zurück zur gesetzlichen Kasse wechseln. Darum betrachten wir im Folgenden die Vor- und Nachteile beider Versicherungsformen.

Vorteile freiwillige Krankenversicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen nehmen jeden auf, ohne eine Gesundheitsprüfung durchzuführen, außerdem hängt die Beitragshöhe einzig vom Einkommen ab, nicht vom Gesundheitszustand oder Alter. Kinder und Ehepartner können beitragsfrei mitversichert werden. Aus diesem Grund ist die freiwillige Krankenversicherung als Alternative zur privaten Krankenkasse besonders für Familien mit Kindern zu empfehlen. Wer mit dem Gedanken spielt, sich doch privat zu versichern, kann das später immer noch problemlos tun. Zudem ist ein Wechsel von einer gesetzlichen Krankenversicherung zur nächsten ohne Weiteres möglich.

Freiwillig gesetzlich versichert: Nachteile

Die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenkassen orientieren sich am Einkommen. Wer mehr verdient, zahlt mehr. Allerdings gibt es einen Mindestbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherungen. Bei der AOK kostet die freiwillige Versicherung beispielsweise für alle, die weniger als 1.061,67 Euro verdienen, 155 Euro. Ebenso können Personen, die älter als 55 Jahre sind, nicht mehr aus der privaten in die gesetzliche Versicherung wechseln. Des Weiteren ist für Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse die Arztwahl erschwert und bei bestimmten Fachärzten kann die Wartezeit auf einen Termin sehr lang sein.

Vorteile Privatversicherung

Bei der privaten Krankenversicherung sind die Beiträge unabhängig vom Einkommen und orientieren sich am Gesundheitszustand und dem Alter des Versicherten. Wer jung und fit ist, zahlt weniger, und Angehörige bestimmter Berufsgruppen wie Beamte können aufgrund von Sondertarifen Kosten sparen. Darüber hinaus kann Der Leistungsumfang individuell an die Bedürfnisse angepasst werden und es sind generell mehr Leistungen verfügbar. Die freie Arztwahl, bevorzugte Behandlung und Terminvergabe, Anspruch auf ein Einbettzimmer sowie europa- bzw. weltweiter Krankenversicherungsschutz sind ebenfalls vorteilhaft.

Nachteile Privatversicherung

Wer sich näher mit den verschiedenen Privatversicherungen beschäftigt, bemerkt schnell die schier unendliche Auswahl an Tarifen. Ohne fachkundige Hilfe ist es daher beinah unmöglich, die passende private Krankenversicherung zu finden. Weiterhin muss jedes Familienmitglied extra versichert werden und Beiträge bezahlen, eine kostenlose Mitversicherung ist nicht möglich. Zudem steigen die Beitragssätze mit dem Alter und Vorerkrankungen können die Kosten erhöhen oder Ausschlüsse von Leistungen zur Folge haben.

Die Wahl sollte in jedem Fall gut überlegt sein. In der Regel ist ein freiwillig gesetzlich Versicherter jederzeit berechtigt in eine PKV zu wechseln, sofern er seine Entscheidung ändert. Insbesondere dann, wenn der Krankenversicherer die Beiträge erhöht, kann er von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Wer hingegen freiwillig in einer PKV Mitglied wird, ist der Wechsel in die GKV ausschließlich unter gewissen Voraussetzungen möglich.

Fragen zur freiwilligen Krankenversicherung

Abschließend sollen die häufigsten Fragen zum Thema freiwillige Krankenversicherung beantwortet werden. Hier sind des Weiteren die aktuellen Beitragssätze erwähnt (Stand 2020).

Was ist eine freiwillige Krankenversicherung?

Eine freiwillige Krankenversicherung müssen all jene Personen abschließen, bei denen die gesetzliche Versicherungspflicht endet. Sie haben die Wahl, innerhalb von drei Monaten freiwillig in eine GKV einzutreten oder Mitglied bei einem privaten Versicherer zu werden.

Was kostet eine freiwillige Krankenversicherung?

Der genaue Krankenversicherungsbeitrag lässt sich nicht pauschal veranschlagen. Neben dem einkommensabhängigen Grundbeitrag für die GKV fallen Zusatzbeiträge in unterschiedlicher Höhe an. Die privaten Versicherer unterscheiden sich stark in ihren Beitragssätzen. Neben dem persönlichen Gesundheitszustand hat der jeweilige Leistungsumfang der Versicherung Einfluss auf die entstehenden Beiträge. Wer als Arbeitnehmer freiwillig gesetzlich versichert ist, erhält die Hälfte der Kosten als Beitragszuschuss vom Arbeitgeber. Selbstständige, Beamte und nicht erwerbstätige Personen hingegen müssen den vollen Beitrag selbst bezahlen. Dies betrifft nicht Künstler und Publizierende, die in der Künstlersozialkasse Mitglied sind. Die steuert dann den Arbeitgeberanteil bei.

Wie wird die freiwillige Krankenversicherung berechnet?

Die Berechnung der Beitragssätze für freiwillig Krankenversicherte erfolgt nach Vorgaben des GKV-Spitzenverbandes. Grundlage bildet dabei das beitragspflichtige Einkommen des Versicherten. Dazu zählen alle vorhandenen Einkunftsarten, die sogenannte „gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“.

Ist die Krankenversicherung steuerlich absetzbar?

Seit 2010 sind die Beiträge zu grundlegenden Leistungen der KV steuerlich absetzbar. Welche Kostenerstattungen sich im Einzelfall ergeben, ist vom jeweiligen Versicherungstarif abhängig. Eine freiwillige Krankenversicherung kann in jedem Fall in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Lässt sich die PKV wechseln?

Prinzipiell können privat Versicherte ihre Krankenversicherung wechseln, genau wie es Mitglieder einer GKV tun können. Aufgrund der sogenannten Altersrückstellung ist ein solcher Wechsel lediglich bedingt zu empfehlen. Je länger die Mitgliedschaft in einer PKV andauert, desto größer ist die angesammelte Summe der Rückstellungen. Bei einem Wechsel des Versicherers lassen sich die Altersrückstellungen teilweise oder unter Umständen gar nicht mitnehmen.

Ab wann ist eine freiwillige Krankenversicherung 2020 möglich?

Die Versicherungspflichtgrenze für Angestellte wird jedes Jahr neu festgelegt. Für das laufende Kalenderjahr 2020 liegt diese bei 62.550 Euro Bruttoeinkommen. Wer mehr verdient hat das Recht auf eine freiwillige Krankenversicherung.

Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung Beitrag

Grundsätzlich fallen bei Angestellten dieselben Gebühren an, wie bei gesetzlich Pflichtversicherten. Inklusive Anspruch auf Krankengeld sind dies im Durchschnitt etwa 15 % der Brutto-Einnahmen. Der Arbeitgeber übernimmt dabei anteilig die Kosten. Selbstständige hingegen müssen den Beitrag in voller Höhe aus eigener Tasche entrichten. Unterschiede zwischen den einzelnen Krankenversicherern liegen bei den individuellen Zusatzbeiträgen und dem Leistungsspektrum. Hier einige Beispiele:

  • Freiwillige Krankenversicherung AOK (Plus):

15,20 %, davon 0,60 % individueller Zusatzbeitrag. Zahlreiche Bonusprogramme und finanzielle Vorteile bei aktiver Teilnahme an gesundheitsförderlichen Programmen.

  • Freiwillige Krankenversicherung TK: 

15,30 %, davon 0,70 % individueller Zusatzbeitrag. Zahlreiche Leistungen über den gesetzlichen Rahmen hinaus, erweiterte Übernahme spezieller zahnärztlicher Behandlungen.

  • Freiwillige Krankenversicherung Barmer:

15,70 %, davon 1,10 % individueller Zusatzbeitrag. Boni für die Teilnahme an speziellen Vorsorge- und Präventivmaßnahmen.

Im Vergleich dazu zahlt ein 40-jähriger Arbeitnehmer bei der privaten Krankenversicherung DKV pro Monat 207 € (Basistarif), 240 € (Komforttarif) oder 253 € (Premiumtarif). Zusätzliche Kosten entstehen je nach Ausstattung des Leistungsumfangs (Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, Zusatzleistungen).

Fazit zur freiwilligen Krankenversicherung

Wer seine Krankenversicherung freiwillig wählen kann, sollte sich der Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten bewusst sein. Zwar unterscheiden sich die Gebührenmodelle und Leistungen der einzelnen Anbieter auch untereinander, dennoch lassen sich prinzipielle Unterschiede festmachen. Eine PKV ist nicht zwangsläufig besser als eine GKV. Der große Leistungsumfang ist mit vergleichsweise hohen Beiträgen verbunden. Wer sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, sollte sicher sein, die Kosten langfristig tragen zu können, gerade weil sie im Alter ansteigen. Generell ist eine PKV eher für Personen interessant, die dauerhaft über ein sicheres, hohes Einkommen verfügen. In manchen Fällen ist es sinnvoller, sich gesetzlich zu versichern und bei Bedarf eine Zusatzkrankenversicherung abzuschließen. Insbesondere der Vorteil der kostenlosen Mitversicherung von Kindern spricht bei Familien für die GKV.

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