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In Deutschland gibt es über drei Millionen Unternehmen, beinah die Hälfte davon gehört zur Kategorie Kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Ihre Inhaber treffen täglich bedeutende Entscheidungen, die sich manchmal als Fehler erweisen. Solche Fehlentscheidungen schädigen neben dem betreffenden Unternehmen oft die finanziellen Interessen anderer Personen. Diese können mit einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung aufgefangen werden, die so das weitere Bestehen des Betriebs absichert. Doch was deckt die Vermögensschadenhaftpflicht zum Beispiel ab, wozu ist sie gut und was kostet sie?


Was ist eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung?

vermoegensschadenhaftpflicht-testenDie Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist eine Berufshaftpflichtversicherung, weil ihr Abschluss für Angehörige bestimmter Berufe sowie Unternehmen verpflichtend ist, bei denen Fehlentscheidungen hohe Vermögensschäden verursachen können:

  • Notare
  • Steuerberater
  • Rechtsanwälte
  • Wirtschaftsprüfer
  • Ärzte
  • Hebammen
  • Apotheker
  • Architekten
  • Ingenieure

Für Kammerberufe und gewerbliche Tätigkeiten im Dienstleistungssektor stellt der Abschluss einer Vermögenshaftpflichtversicherung einen wichtigen Baustein dar, um finanzielle Verluste zu reduzieren. Ebenso leistet sie einen maßgeschneiderten Schutz für Verbände, Stiftungen, Vereine, Versicherungsmakler, Unternehmensberater, Vermittler oder Werbeagenturen. Eine Vermögensschadenhaftpflicht ist zudem für Immobilienmakler und Hausverwalter wichtig.


Wer braucht eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung?

Eins vornweg: Privatpersonen benötigen keine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung. Und zwar deshalb, weil sich diese auf echte Vermögensschäden beschränkt, die in der privaten Haftpflicht nicht vorkommen. Dort entstehen ausschließlich Sach- und Personenschäden, die in den Bereich der unechten Vermögensschäden fallen.

Im Folgenden sollen einige Beispiele den Unterschied zwischen den beiden Schadensarten verständlich machen.

  • Bei einem echten Vermögensschaden werden weder Personen verletzt noch Gegenstände beschädigt. Es handelt sich um einen reinen finanziellen Nachteil. Dieser besteht, wenn beispielsweise ein Finanzberater seinem Kunden zum Kauf einer bestimmten Aktie rät. Der Kunde folgt diesem Rat, jedoch erweist sich der Handel als Fehlinvestition und er verliert deshalb viel Geld.
  • Sach- und Personenschäden, bei denen Menschen verletzt werden oder Gegenstände zu Bruch gehen, sind unechte Vermögensschäden. Ein teurer Fernseher, der von der Wand fällt, ist ein typischer Sachschaden. So ist es auch, wenn ein Einbrecher Bargeld mitgehen lässt. Manchmal vermischen sich die Schadensarten. Wenn sich jemand ein Bein bricht, ist das ein Personenschaden. Kann er aufgrund der Verletzung drei Monate lang nicht zur Arbeit gehen und erleidet dadurch einen Verdienstausfall, entsteht ihm ein finanzieller Nachteil, also ein Vermögensschaden. Solche Folgeschäden sind in einer guten Privathaftpflicht abgedeckt.

Eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist also ausschließlich für Unternehmer, Vereine, Freiberufler und Selbstständige relevant und für Angehörige bestimmter Berufsgruppen verpflichtend. Denn besonders in der Dienstleistungs- und medizinischen Branche kann es zu hohen Schäden durch Fehler kommen. Beispielsweise verursachen ärztliche Behandlungsfehler mit lebenslangen Folgen für die betroffene Person nicht selten Kosten im sechsstelligen Bereich. Anwälte, die aufgrund eines Fehlers einen Prozess verlieren, riskieren ebenfalls hohe Schadenssummen. Folgenschwere Schäden sind ferner bei Elektroinstallateuren oder IT-Berufen möglich. In einem solchen Fall hilft die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung. Diese deckt in der Regel die wichtigsten Risiken mit einer angemessenen Versicherungssumme ab.


Wer ist bei einer Vermögensschadenversicherung mitversichert?

Üblicherweise profitieren alle Angestellten eines versicherten Unternehmens vom kompletten Absicherungsschutz. Das bedeutet, dass neben den Managern und Geschäftsführern freie und festangestellte Mitarbeiter einen entsprechenden Schutz besitzen. Wer Arbeitskräfte von Zeitarbeitsfirmen beschäftigt, sollte diese in die Versicherungsleistungen inkludieren. Dasselbe gilt für Werkstudenten, Volontäre, Praktikanten und Auszubildende.

Tipp: Wer den Versicherungsumfang seiner Vermögensschadenversicherung prüfen möchte, sieht in den Vertragsunterlagen nach. Ein Anruf beim Serviceteam der Versicherung hilft, um Klarheit über die Tarifleistungen zu erhalten.


Echter und unechter Vermögensschaden: Wann greift eine Vermögensschadenhaftpflicht und wann nicht?

vermoegensschadenhaftpflicht-praemie„Wann zahlt die Vermögensschadenhaftpflicht eigentlich die versicherten Leistungen und in welchen Fällen trage ich die Ausgaben?“ In Abhängigkeit vom Tarif kann es hier unterschiedliche Regelungen geben. Wenn der Versicherungsnehmer einen Schaden meldet, prüft die Versicherung zunächst, ob die Forderung gerechtfertigt ist. Bestätigt sie die Berechtigung, leistet sie Schadenersatz. Etwa, wenn ein Kunde eine fehlerhafte Beratung erhielt, die zu einem finanziellen Nachteil führte. Das Gleiche gilt beim verspäteten Einreichen von Anträgen oder ähnlichen Dingen. Wenn beispielsweise der Steuerberater die Steuererklärung seines Klienten nach der Frist abgibt, der dafür eine Strafe bezahlen muss, ist dies in der Versicherung inbegriffen.

Handlungen von Angestellten des versicherten Unternehmens sind ebenso abgedeckt. Tätigt ein Mitarbeiter beispielsweise eine fehlerhafte Überweisung oder verliert den Generalschlüssel, übernimmt die Versicherung die Kosten.

Entstehen Schadensersatzansprüche aufgrund vorsätzlicher Handlungen, hat der Unternehmer die finanziellen Folgen selbst zu tragen. Dasselbe gilt für unechte Vermögensschäden sowie sogenannte Erfüllungsschäden. Letztere bezeichnen Ansprüche, die aus unerfüllten Vertragsleistungen entstehen und zum Teil hohe Kosten verursachen.

Unternehmen, die sich zusätzlich gegen unechte Vermögensschäden absichern wollen, müssen eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen.


Welcher Unterschied besteht zwischen einer D&O-Versicherung und einer Vermögensschadenversicherung

Eine Directors-and-Officers(D&O)-Versicherung schützt Führungspersonen und leitende Angestellte vor den finanziellen Konsequenzen fehlerhafter Handlungen. Das können Überwachungs-, Auswahl oder Organisationsfehler sein. Bei einem Fehlen eines solchen Schutzes wird der leitende Angestellte persönlich haftbar gemacht. Aus diesem Grund stellt eine D&O-Versicherung eine wertvolle Investition für Unternehmen dar. Einige Versicherer bieten eine D&O-Versicherung als Vermögensschadenversicherung an, sodass Verbraucher von einem für leitende Angestellte erweiterten Leistungspaket profitieren.


Vermögensschadenhaftpflichtversicherung: Welche Versicherungssumme ist empfehlenswert?

Welche Versicherungssumme benötigt wird, hängt vom Beruf ab. Soll eine Berufshaftpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Notare und Anwälte abgeschlossen werden, gibt es gesetzliche Vorschriften zu beachten. In diesen finden Unternehmer genaue Hinweise über die Höhe, die die Versicherung mindestens haben sollte. Laut der Bundesrechtsanwaltsverordnung benötigen Anwälte eine Absicherungssumme von 250.000 Euro pro Fall. Im Vergleich dazu benötigen Notare die doppelte Absicherung. Für Ärzte kann eine noch höhere Summe Deckungssumme sinnvoll sein.


Was kostet eine Vermögensschadenhaftpflicht mit einer hohen finanziellen Deckung?

vermoegensschadenhaftpflicht-kostenDie Prämie für eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist von vielen Faktoren abhängig, etwa der Versicherungssumme, dem Beruf des Versicherungsnehmers und seiner genauen Tätigkeit. Berufsgruppen, die hohen Risiken unterliegen, bezahlen deutlich mehr als weniger gefährdete Selbstständige. Weiterhin kann die Höhe des jährlichen Umsatzes über die Versicherungskosten entscheiden. Unternehmen mit einem geringeren Umsatz werden niedrigere Beiträge berechnet als großen Konzernen. Außerdem steigen die Kosten für die Absicherung mit der Anzahl der eingestellten Mitarbeiter. Das liegt daran, dass für gewöhnlich die Mitarbeiter in den Versicherungsschutz einbezogen sind. Des Weiteren spielen natürlich der Tarif und die darin enthaltenen Leistungen eine wesentliche Rolle.

Laut diesem Onlinerechner zahlt eine Unternehmensberatung, die im Bereich Umwelt und Abfallwesen tätig ist, fünf Angestellte hat und einen Jahresumsatz von 75.000 Euro erzielt, einen Versicherungsbeitrag ab 133 Euro jährlich.


Wie kann ich beim Versicherungsabschluss Geld sparen?

Einige Versicherer bieten Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen im Internet mit einem Preisvorteil an. Das gleiche gilt beim Abschluss von mehreren Absicherungen bei einem Unternehmen. Aus diesem Grund lohnt es, die Haftpflichtversicherung mit einem anderen Schutz im Paket zu wählen, beispielsweise einer Betriebshaftpflicht- oder Vereinshaftpflichtversicherung.


Welche weiteren Versicherungen sind für Unternehmer sinnvoll?

Hierbei kommt es ganz auf das Unternehmen an. Meist profitieren Selbstständige von diesen Absicherungen:

  • Rechtsschutzversicherung: Schutz vor Kosten durch gerichtliche oder außergerichtliche Streitigkeiten
  • Büro- und Betriebshaftpflichtversicherung: Schutz vor den Ansprüchen Dritter bei Sach- und Personenschäden
  • Inhaltsversicherung: elementare Absicherung der Büroausstattung
  • Cyberversicherung: schützt vor Schäden durch Angriffe von Hackern
  • Produkthaftpflichtversicherung: kommt für Schäden auf, die durch ein mangelhaftes Produkt verursacht werden
  • D&O-Versicherung: Haftpflichtversicherung für leitende Angestellte
  • Krankentagegeldversicherung
  • Betriebsunterbrechungsversicherung

Ebenso kann eine leistungsstarke und günstige Kfz-Versicherung einen Bestandteil einer guten Unternehmensabsicherung darstellen. Selbstständige, die ihr Kraftfahrzeug für Kundenbesuche benötigen, sollten die Leistungen der Auto-/Kfz-Versicherung gut vergleichen. Durch einen Autoversicherungsvergleich wird neben einem großen Einsparpotenzial von passgenaueren Leistungen profitiert.


Worauf sollte ich bei der Wahl einer Vermögensschadenversicherung achten?

vermoegensschadenhaftpflicht-abschliessenUm einen geeigneten Versicherungsschutz zu erhalten, gilt es bei der Versicherungswahl, die Leistungen genau zu betrachten. Das liegt daran, dass diese je nach Versicherer große Unterschiede aufweisen. Die folgenden Auswahlkriterien weichen je nach versicherndem Unternehmen zum Teil stark ab:

  • Versicherungssumme
  • Selbstbeteiligung
  • Versicherungsumfang

Experten raten zu einer Versicherungssumme ab fünf Millionen Euro, obwohl von der Seite des Gesetzes deutlich niedrigere Pflicht-Versicherungssummen vorliegen. Zwar kosten höhere Absicherungssummen mehr Geld, jedoch wird der Versicherte besser geschützt.

Wer eine hohe Versicherungssumme wählt, kann die Beitragskosten durch eine höhere Selbstbeteiligung senken. Es gibt Tarife ohne Selbstbeteiligung sowie jene mit einer Beteiligung von 500, 1000 oder 1500 Euro. Tritt ein Schadensfall auf, der von der Versicherung reguliert wird, zahlt der Versicherte die vereinbarte Selbstbeteiligung. Hierbei spielt es keine Rolle, wie hoch die Ausgaben der Versicherung ausfallen, denn die Höhe der Selbstbeteiligung wird im Voraus fixiert.

Tipp: In einzelnen Fällen weicht der Leistungsumfang einer Versicherung ab. Die meisten Versicherer bieten ihren Kunden einheitlich einen Vermögensschutz bei fehlerhaften Beratungen, Materialbeschaffungsfehlern, Fristversäumnissen und verjährten Mitgliedsbeiträgen.


Vermögensschadenversicherung kündigen

Jeder Versicherte hat im Rahmen der Absicherung ein Sonderkündigungsrecht. Dieses wird aktiviert, falls ein Unternehmen aufgegeben wird. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass eine selbstständige Person nach Ende ihrer unternehmerischen Tätigkeit keine unnötigen Beiträge zu zahlen hat. Das Sonderkündigungsrecht dient daher dem Verbraucherschutz. Um von diesem Schutz Gebrauch zu machen, wird eine Bestätigung über die Abmeldung des Gewerbes benötigt. Sobald die Abmeldung bei dem Versicherer eintrifft, gilt die Versicherung als gekündigt. Liegt der Termin der Gewerbeabmeldung in der Zukunft, entspricht dieser Tag dem letzten Versicherungszeitpunkt.

Neben einer Sonderkündigung besteht die Möglichkeit einer ordentlichen Kündigung. Hierbei sollten Versicherte die Details im individuellen Vertrag beachten. In der Regel laufen Vermögensschadenversicherungen über einen Zeitraum von drei Jahren. Drei Monate zum Ende des Vertrags sollte diese Absicherung spätestens gekündigt sein. Ansonsten verlängert sich der Schutz um ein weiteres Jahr.

Wer im Rahmen eines Versicherungswechsels kündigen möchte, kann den Service seines neuen Versicherers dazu nutzen. Viele Unternehmen bieten die Kündigung des alten Vertrags an, insofern die Kündigungsfrist noch in der Zukunft liegt. Alles, was der neue Versicherer benötigt, steht in den persönlichen Vertragsunterlagen. Meist reichen eine Mitgliedsnummer sowie ein Kündigungsdatum aus, um eine Kündigung zu erwirken. Sollten bis zum Ende der Kündigungsfrist nur noch wenige Tage vorhanden sein, empfehlen Experten, selbst zu kündigen. Das liegt daran, dass die Abwicklung von Unternehmen meist mehrere Tage dauert, sodass es dann bereits für die Beendigung des Vertrags zu spät ist.


Fazit zur Vermögensschadenversicherung

vermoegensschadenhaftpflicht-gebuehrEine Versicherung für Vermögensschäden stellt einen wichtigen Baustein der Unternehmensvorsorge dar und ist für Angehörige bestimmter Berufe sogar gesetzlich vorgeschrieben. Im Ernstfall entscheidet der Versicherungsschutz über die Zukunft eines Betriebs, sodass Unternehmer bei der Absicherungswahl besonders auf die Leistungen und die Versicherungssumme achten sollten. Es wird empfohlen, eine Versicherung mit einem Leistungsumfang von mindestens fünf Millionen Euro zu wählen. Je nach Berufsgruppe kann eine höhere Versicherungssumme sinnvoll sein.

Im Rahmen einer solchen Absicherung profitieren die Angestellten eines Unternehmens genauso von den individuellen Leistungen. Für höhere Organe kann der Abschluss einer D&O Absicherung eine gute Wahl darstellen. Diese schützt vor Auswahl-, Überwachungs- oder Organisationsfehlern und sichert so ein noch größeres Risikospektrum ab. Wer das eigene Unternehmen zusätzlich gegen Sach- und Personenschäden versichern möchte, wählt meist eine Berufsversicherung.

Beim Abschluss von mehreren Versicherungen können Selbstständige übrigens Geld sparen, insofern die Absicherungen bei einem Versicherer erfolgen. Nähere Informationen zu den individuellen Angeboten erhalten Unternehmer beim Versicherer selbst oder einem unabhängigen Portal. Auf diese Weise finden Unternehmen den individuell besten Versicherungsschutz zu guten Konditionen.

 

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