Surfsticks – komfortabel unterwegs

Das Internet ist seit rund zwei Jahrzehnten für weite Teile der Bevölkerung mobil. Dank Smartphone mit Internetzugang nutzen rund 60 Millionen Bundesbürger von überall aus die unerschöpfliche Vielfalt der Onlinedienste.

Übers Mobilfunknetz im Internet surfen, Nachrichten lesen, mit Freunden chatten und in den sozialen Medien an ihrem Leben teilhaben, Fotos rund um den Erdball schicken – all das ist vor allem für junge Leute heute eine alltägliche Selbstverständlichkeit. Schon die Jüngsten unter ihnen verbringen nicht selten jede freie Minute mit den Augen auf dem Display und dem Daumen am Touchscreen.

Viele Menschen nutzen das Smartphone nicht nur zum Privatvergnügen. Im professionellen Einsatz bieten schlaue Mobiltelefone zahllose Anwendungsmöglichkeiten, darunter Terminkoordinierung, Kontaktverwaltung, Navigation und Datenerfassung jeglicher Art. Obwohl Smartphones in den letzten Jahren wieder größer werden und sich Qualität der Bilddarstellung und Bedienbarkeit des Touchscreens kontinuierlich weiterentwickeln, sind ihren Einsatzgebieten Grenzen gesetzt. Zwar kann ein Smartphone E-Mails empfangen und versenden, doch insbesondere das Tippen ausführlicher Nachrichten sowie Office-Anwendungen mit Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation sind auf der virtuellen Tastatur selbst für geschickte Finger langfristig lästig. Gleiches gilt für ausgedehnte Onlinerecherchen. Selbst auf für Mobiltelefone optimierten Seiten ist das Lesen umfangreicher Texte begrenzt vergnüglich.

Es gibt andere Wege, mobiles Internet zu nutzen. Ein Surfstick ermöglicht einem nicht internetfähigen Endgerät den Zugang zum World Wide Web und allen damit verbundenen Annehmlichkeiten.

Was ist ein Surfstick und wie funktioniert er?

Die technische Basis der Onlinenutzung eines Mobiltelefons bildet die eingelegte SIM-Karte. Diese speichert die Zugangsdaten, mit denen sich das Telefon in ein Mobilfunknetz einwählt. Das Smartphone enthält die technischen Komponenten, die für das Senden und Empfangen des Telefonsignals und der Daten sowie für deren Umwandlung in Bild und Ton erforderlich sind. Die SIM-Karte ist lediglich der Zugangsschlüssel.

Smartphones und Tablets haben einen SIM-Kartenslot und sind technisch in der Lage, sich übers Mobilfunknetz mit dem Internet zu verbinden. Konventionelle Desktop-PCs und die meisten Laptops können dagegen ausschließlich in einem Netzwerk auf das Internet zugreifen und benötigen dafür entweder eine kabelgebundene (LAN) oder kabellose Funkverbindung (WLAN) zu einem Router, der seinerseits die Schnittstelle zum Internet oder externen Netzwerken darstellt.

Mit Surfstick ausgestattet können Computer und Laptops mobile Daten nutzen und sind vom Router und WiFi unabhängig.  Er ähnelt einem USB-Stick und wird wie dieser in den USB-Port des Computers gesteckt. Statt einem Flash-Speicher befinden sich in seinem Inneren ein SIM-Kartenslot und eine Sende- und Empfangseinheit zum Aufbau der Mobilfunkverbindung. Im Grunde genommen handelt es sich um eine Art Modem im Kleinformat.

Für wen eignet sich ein Surfstick?

 

Für eine sichere und schnelle Internetverbindung sind DSL, Kabel- oder Glasfasertarife zu empfehlen, wir vergleichen die besten Tarife und Anbieter.

Aufgrund seiner geringen Größe sind die Einsatzmöglichkeiten und der Komfort eines Smartphones begrenzt. Dort, wo es ein WLAN-Netzwerk gibt, was zunehmend in Cafés, Bibliotheken und Zügen der Fall ist, können Tablets und Notebooks mit eingebautem WLAN-Modul online gehen. An Orten, an denen diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, ermöglicht ein Surfstick den Zugang ins World Wide Web. Er ist ideal für alle, die auf unterwegs eine stabile Internetverbindung zum Arbeiten brauchen und auf den Komfort ihres Laptops nicht verzichten wollen. Schließlich sind Office-Anwendungen, Bild- und Videobearbeitung mit Tastatur und Maus deutlich angenehmer zu bedienen als mit dem Touchscreen eines Tablets. Zudem erledigen die meisten Anwender damit ihre Aufgaben schneller und effektiver. Darüber hinaus laufen viele Programme ausschließlich unter Betriebssystemen wie Windows oder macOS, während die entsprechenden Apps fürs Mobilgerät, falls sie existieren, einen begrenzten Funktionsumfang bieten. Surfsticks eignen sich besonders für Menschen, die bevorzugt am Laptop arbeiten und unbedingt mobil bleiben wollen, dabei aber zu jeder Zeit Zugriff aufs Internet benötigen.

Ein Surfstick ist ebenfalls mit stationären Desktop-PCs kompatibel. Sein Einsatz bietet sich überall dort an, wo aus Mangel an Telefon- oder Kabelanschluss kein DSL installiert werden kann – beispielsweise im Schrebergarten oder Ferienhäuschen. In solchen Situationen schafft ein Surfstick unkompliziert Abhilfe.

Manche Internet-Anbieter stellen ihren Kunden zudem Surfsticks zur Überbrückung der Zeitspanne zwischen Beantragung eines DSL-Vertrags und seiner tatsächlichen Freischaltung bereit. Da diese in Einzelfällen, besonders bei Neuanschlüssen, mehrere Wochen dauern kann, garantiert der Surfstick in der Zwischenzeit einen ungehinderten Internetzugang.

Welche Einschränkungen zeigt ein Surfstick?

Ein Surfstick ist in vielen Fällen eine praktische Alternative zu Smartphone und DSL-Anschluss. Er schließt gewissermaßen die Lücke zwischen den beiden Technologien und bietet Lösungen für Einschränkungen auf beiden Seiten. Trotzdem hat der Surfstick einige Schwächen.

Dank Surfstick kann ein Laptop wie ein Smartphone aufs mobile Internet zugreifen. Das Mini-Modem kann  jedoch nicht die Leistung eines Breitbandanschlusses bieten. Mit einem DSL-Anschluss sind unter optimalen Bedingungen Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 MBit/s aufwärts für viele Anwender problemlos erreichbar. Selbst im ländlichen Bereich sind trotz Schwächen im Ausbau der digitalen Infrastruktur Verbindungen mit 16 MBit/s meist konstant möglich. Modernes Kabel-DSL oder schnelle Glasfaserleitungen leisten sogar über 100 MBit/s.

Die Übertragungsgeschwindigkeit im Mobilfunknetz ist vom Mobilfunkstandard abhängig. Wer mit LTE surft, kann Geschwindigkeiten von 100 MBit/s erzielen. Mit 3G liegt die Geschwindigkeit deutlich darunter und erreicht bei HSDPA noch bis zu 7,2 MBit/s bzw. mit HSPA+ knapp 42 MBit/s. Bei allen Geschwindigkeitsangaben handelt es sich jedoch um Maximalwerte unter Idealbedingungen, die in der Praxis eher selten gegeben sind. Ist der Empfang durch bauliche Bedingungen oder Bewegung, zum Beispiel während einer Zugfahrt, eingeschränkt, kann eine Verbindung deutlich langsamer sein oder Unterbrechungen zeigen.

In Verbindung mit einem Desktop-PC hängt die Qualität der Internetverbindung vor allen Dingen vom Standort des Computers ab. Wie beim Mobiltelefon kann beim Surfstick das Funksignal durch Wände und Decken so stark behindert sein, dass keine oder eine schlechte Verbindung zustande kommt. Seine Sende- und Empfangsleistung lässt sich begrenzt durch den Einsatz einer externen Antenne verbessern.

Was kostet ein Surfstick?

Die größten Unterschiede zeigen sich im Hinblick auf die Kosten, die durch den Einsatz eines Internetsticks entstehen. Bei deren Betrachtung sollten Interessenten zwei Aspekte beachten: den reinen Anschaffungspreis und die nutzungsbedingten Kosten.

Der Elektronikhandel bietet Surfsticks als separate Geräte und im Bundle mit der erforderlichen SIM-Karte eines Providers an. Wer den Stick einzeln erwirbt, kann ihn im Anschluss mit jeder beliebigen Karte nutzen. Vorausgesetzt er unterstützt deren Mobilfunkstandard, was bei neueren Geräten inzwischen die Regel ist. Fällt die Wahl auf ein Kombi-Paket aus USB-Stick und SIM, hat der Kunde die Wahl zwischen einem Vertrag und einem Prepaid-Surfstick. Bezogen auf die Einmalkosten sind Verträge deutlich günstiger als die Prepaid-Variante.

Die laufenden Kosten hängen vom gewählten Tarif ab. Sowohl Laufzeitverträge als auch Prepaid-Tarife sind überwiegend mit begrenzten Datenpaketen verbunden. Ist das vereinbarte Datenvolumen im Abrechnungszeitraum aufgebraucht, drosselt der Mobilfunkanbieter die Übertragungsgeschwindigkeit bis zum nächsten Abrechnungsmonat oder Zukauf weiterer Volumenpakete deutlich.

Manche Mobilfunkanbieter haben spezielle Surfstick-Tarife im Angebot. Diese verzichten zum Beispiel auf die Nutzung der Telefonfunktion und berechnen keine Kosten für Gesprächsminuten oder SMS-Versand, sondern beschränken sich auf reines Datenvolumen.

Welche Variante die günstigere ist, Prepaid-Surfen mit dem Stick ohne Vertrag oder Internet-Surfstick in Kombination mit einem Laufzeitvertrag hängt letztlich vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Hierbei gilt dieselbe Regel wie für die Mobilfunknutzung mit dem Handy: Wer viel surft, kommt trotz Vertragsbindung mit einem Laufzeitvertrag meistens günstiger ins Internet. Gelegenheitsnutzer sparen mit einem Prepaid-Tarif trotz höherer Kosten für die Datenübertragung Geld.

Worin liegen die Vorteile eines Prepaid-Surfsticks?

Prepaid-Tarife sind bei Verbrauchern zunehmend beliebt. Entsprechend groß ist das Angebot der verschiedenen Mobilfunkanbieter. Neben den großen Netzbetreibern Telekom, Vodafone und o2/Telefónica behaupten sich vor allen Dingen die Discounter Aldi, Lidl & Co. erfolgreich am Markt. Sie alle bieten gesonderte Tarife für Surfsticks samt den erforderlichen Geräten bereit.

Prepaid-Internetsticks ohne Vertrag zeichnen sich primär durch Flexibilität aus. Kosten entstehen nach der einmaligen Anschaffung nur, wenn der Stick tatsächlich zum Einsatz kommt. Ist das Kartenguthaben aufgebraucht, ruht der Tarif. Er lässt sich jederzeit zum Ende eines Abrechnungsmonats kündigen und wird zur erneuten Verwendung lediglich reaktiviert.

Der entscheidende Vorteil eines Prepaid-Tarifs besteht darin, dass für die Nutzung keine Bonitätsprüfung erforderlich ist. Ein Vertrag läuft üblicherweise über 24 Monate. Anbieter sichern sich gegen Zahlungsausfall durch eine Schufa-Prüfung ab. Wer ein Prepaid-Paket kauft, muss für die Nutzung lediglich seine Identität per Postident oder Videochat bestätigen. Anschließend kann er seine Karte sofort nutzen.

Ein Prepaid-Internetstick ist deshalb die optimale Lösung für alle, die aufgrund einer negativen Finanzhistorie keinen Vertrag abschließen können. Auch für Minderjährige, die im Sinne eines Mobilfunkvertrags noch nicht als vollständig geschäftsfähig gelten, bietet die Prepaid-Variante einen Internetzugang ohne zusätzliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten.

Wie findet man den passenden Surfstick?

Die Frage nach dem richtigen Surfstick ist unter zwei Gesichtspunkten zu betrachten, da sowohl der Stick selbst als auch der Tarif passend ausgewählt werden wollen.

Beim Surfstick ist es wichtig, dass er mit dem gewünschten Gerät kompatibel ist. Desktop-PCs und Laptops verfügen normalerweise über die erforderlichen USB-Ports. Verbreitet sind USB 2.0 und USB 3.0, deren Hauptunterschied die Übertragungsgeschwindigkeit zwischen Stick und Computer darstellt. Damit der Internetstick funktioniert, ist die Installation der Treiber- und Bedienungssoftware auf dem Laptop nötig. Diese muss das darauf vorhandene Betriebssystem unterstützen. Wer sich für einen Surfstick interessiert, sollte deshalb prüfen, welche Windows- oder macOS-Version auf seinem Computer läuft und ob der jeweilige Surfstick dazu passt. Die erforderliche Einwahlsoftware ist üblicherweise bereits auf dem Surfstick gespeichert und lässt sich von dort auf den angeschlossenen Computer übertragen.

Zweites Kaufkriterium ist der Datentarif. Im Prinzip funktioniert jede beliebige SIM-Karte mit Datenvolumen im Surfstick. Da Nutzer jedoch in der Regel nicht vom Laptop aus telefonieren oder SMS versenden, sind reine Datentarife zu bevorzugen.

Abhängig davon, wo der Surfstick überwiegend genutzt wird, sind die verschiedenen Netze unterschiedlich gut geeignet. Die beste Netzabdeckung, selbst im ländlichen Raum, bietet derzeit das D1-Netz der Telekom. Wer in einem Ballungsgebiet lebt, erreicht meist mit allen Netzen eine ausreichende Empfangsqualität.

Prepaid-Tarife sind für Surfsticks besonders gut geeignet. Sie sind kurzfristig flexibel an die individuellen Anforderungen an das benötigte Datenvolumen anzupassen und können sogar länger ruhen, ohne Geld zu kosten. Laufzeitverträge eignen sich vorwiegend für Nutzer, die den Surfstick regelmäßig und dauerhaft nutzen.

Verschiedene Onlineportale wie Check24 oder Verivox bieten eine komfortable Möglichkeit zum schnellen und zuverlässigen Tarifvergleich. Durch Auswahl verschiedener Filteroptionen lassen sich Ergebnisse auf die Anforderungen eines Surfsticks sowie individuelle Voraussetzungen einschränken und geeignete Anbieter zielgerichtet herausfiltern.

Fazit

Ein Surfstick ist eine praktische Alternative für alle, die auch unterwegs mit dem Laptop online surfen oder arbeiten möchten. Einfach in den USB-Port gesteckt stellt er eine Internetverbindung her und ersetzt auf diese Weise einen Breitbandanschluss oder ein öffentliches WiFi.

Die erforderliche Hardware ist im Elektronikfachhandel oder online einzeln oder im Bundle mit Laufzeitverträgen und Prepaid-Tarifen zu haben. Der passende Mobilfunkvertrag beschränkt die Übertragung auf Datenvolumen und ist oft preiswerter als Tarife mit Gesprächszeit, SMS und Datentransfer. In vielen Fällen ist der Prepaid-Tarif die günstigste und flexibelste Option, einen Surfstick zu nutzen. Geeignete Tarife finden sich heute bei allen bekannten Anbietern.