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Nachtspeicherstrom Kosten einsparen Elektro- und Nachtspeicherheizungen erscheinen den meisten Menschen heutzutage veraltet. Tatsächlich heizen mittlerweile weniger als drei Prozent der deutschen Haushalte mit Strom. Die Gründe sind nachvollziehbar: Die Strompreise sind während der letzten Jahre kontinuierlich gestiegen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland auf Platz zwei der Nationen mit dem höchsten Preis für die Kilowattstunde Strom. Darüber hinaus ist Strom als Energieträger beim Heizen wenig effizient. Das gilt sowohl in Hinblick auf den Aufwand der Stromgewinnung als auch hinsichtlich der Wärmegewinnung mit einer Elektroheizung.

Heute kommen Elektroheizungen noch dort zum Einsatz, wo aus logistischen Gründen keine anderen Methoden möglich sind. Fehlt ein Anschluss an das öffentliche Gasnetz oder die Fernwärmeleitung und reicht der Platz für Öl- oder Gastanks nicht aus, ist sie meist die unkomplizierteste und günstigste Alternative. Demnach eignen sich elektrische Heizungen zum Beispiel für Garten- und Wochenendhäuser sowie zur Beheizung von Anbauten, Gewächshäusern oder Kellerräumen, die nicht ohne Weiteres an eine Heizungsanlage anzubinden sind.

Die Nachtspeicherheizung ist eine Variante der Elektroheizung, die es ihrem Nutzer ermöglicht, die Heizkosten gezielt zu senken, indem sie günstigeren Nachtstrom nutzt.


Was versteht man unter Nachtspeicherstrom?

Nachtspeicherstrom oder besser Nachtstrom ist rein physikalisch betrachtet kein anderer Strom. Er fließt aus den gleichen Steckdosen und kommt über dasselbe Netz von identischen Stromproduzenten wie der von ihm zu unterscheidende Tagstrom.

Der einzige und für die Verwendung in Nachtspeicheröfen elementare Unterschied besteht im Preis: Nachtstrom ist billiger als Tagstrom. Anbieter verwenden alternativ die Bezeichnungen Hochtarif und Niedertarif.

Um die Funktionsweise eines Nachtstromtarifs zu verstehen, ist es erforderlich, die Grundlagen von Stromproduktion und -handel näher zu betrachten.

Konventionelle Stromerzeuger wie Atom- und Kohlekraftwerke arbeiten rund um die Uhr. Die Stromabnahme schwankt im Tagesverlauf deutlich. Dies liegt einerseits am privaten Stromverbrauch, der naturgemäß in der Nacht geringer ist, andererseits am Bedarf der Industrie, die ihre Produktion in den meisten Branchen nachts zumindest reduziert. Die Stromproduktion eines Kraftwerks lässt sich zwar vom Kraftwerksbetreiber beeinflussen. Allerdings ist es abhängig von der Art der Stromgewinnung aufwendig, seine Leistung immer wieder hoch- und herunterzuregeln. Außerdem ist eine mangelnde Auslastung des technisch Möglichen nicht ökonomisch.

Idealerweise liegt die Grundlast, das ist die abgenommene Strommenge, nahe an der Höchstlast. Dies versuchen Stromproduzenten zum Beispiel dadurch zu erreichen, indem sie Kunden dazu motivieren, viel Strom in den Nachtstunden abzunehmen. Um diese Methode attraktiver zu gestalten, wurde der Niedertarifstrom erfunden. Strom, den der Kunde innerhalb eines tariflich festgelegten Zeitraums während der Nachtstunden, abnimmt, ist deutlich günstiger als der reguläre, tagsüber genutzte Hochtarifstrom. Der Unterschied kann bis zu 30 % ausmachen.

Eine Nachtspeicherheizung macht sich dieses Prinzip zunutze. Das elektrische Heizelement eines Nachtspeicherofens erhitzt einen sogenannten Magnesitkern. Dessen mineralisches Material ist ein effektiver Wärmespeicher, der die durch zusätzliche Isolation aufgenommene Wärme über lange Zeit hält. Bei Bedarf wird die Temperatur über einen eingebauten Ventilator an die Umgebungsluft abgegeben. Nachtspeicherheizungen werden als Zimmeröfen, die einzelne Räume heizen, sowie als Komponente einer Zentralheizung angeboten.

Besondere Vorsicht ist im Umgang mit vorhandenen alten Nachtspeicheröfen geboten. Bis zur Mitte der 70er-Jahre war es üblich, Asbest als Dämmmaterial zu nutzen. Erst seit 1993 ist die Verwendung des heute als hochgradig krebserregend bekannten Stoffes verboten. Zwar geben Hersteller an, dass bei sachgemäßer Nutzung nicht mit einer Freisetzung der durch Einatmen gefährlichen Asbestfasern zu rechnen ist, allerdings kann bei Reparaturen oder Wartungsarbeiten in Eigenleistung eine Gefährdung nicht vollständig ausgeschlossen werden.


Nachtspeicherstrom in der Praxis

Die Herausforderung bei der Nutzung von Nachtspeicherstrom besteht für den Kunden vor allen Dingen in der praktischen Umsetzung. Um die Preisunterschiede zwischen Hoch- und Niedertarif nutzen zu können, ist eine nach Uhrzeit getrennte Erfassung des Stromverbrauchs erforderlich. Mit einem einzelnen gewöhnlichen Stromzähler ist dies nicht möglich.

Um eine Abrechnung nach Zeitpunkt des Verbrauchs durchzuführen, bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten mit Konsequenzen für die Auswahl eines geeigneten Stromanbieters.


Gemeinsame Messung mit einem Zweitarifzähler

Die gemeinsame Messung nutzt einen speziellen Zähler, der mit zwei getrennten Zählwerken ausgestattet ist. Eines misst den Verbrauch im Hoch-, das zweite im Niedertarif. Dabei ist es nicht von Belang, wofür der abgenommene Strom genutzt wird. Das heißt, die zeitlich getrennte Abrechnung umfasst Heiz- und Haushaltsstrom.

Der Einsatz eines einzelnen Zweitarifzählers bindet den Verbraucher an einen Stromanbieter. Zwar nutzt er die verschiedenen Tarifbedingungen für die Entnahme am Tag und in der Nacht, gesonderte Anbieter für Heiz- und Haushaltsstrom sind jedoch nicht möglich.

Getrennte Messung mit Eintarif- und Zweitarifzähler

Die Messung mit zwei separaten Zählern trennt Haushalts- und Heizstrom. Die Abrechnung des Haushaltsstroms erfolgt über einen gewöhnlichen Eintarifzähler, die des Heizstroms mit einem Zweitarifzähler, der beim individuellen Verbrauch zwischen Niedertarif und Hochtarif unterscheidet.

Der besondere Reiz dieser Variante besteht in der Möglichkeit, unterschiedliche Tarife oder Anbieter zu nutzen. Dies ist deshalb sinnvoll, weil bei Tarifen bzw. Anbietern, die zwischen Tag- und Nachtstrom unterscheiden, letzterer zwar deutlich günstiger, der Hochtarifstrom dagegen aber oft teurer als Strom in klassischen Tarifen ist.

Getrennte Messung mit zwei Eintarifzählern

Die Messung mit zwei Eintarifzählern ist eher ein Ausnahmefall. Ein gewöhnlicher Stromzähler misst den Verbrauch an Haushaltsstrom zu gleichbleibenden Konditionen rund um die Uhr. Der zweite Eintarifzähler ist an einen Anbieter gebunden, der in einem Tarif ausschließlich Nachtstrom bereitstellt. Das heißt, erst mit Beginn der vereinbarten Zeitspanne wird die Stromversorgung der angeschlossenen Nachtspeicherheizung aktiviert. Solche Tarife bieten heute lediglich wenige, meist lokale Stromanbieter.


Wie findet man den passenden Nachtstromtarif?

Nachtspeicherstrom Vertrag wechselnWer in einer Immobilie noch einen Nachtspeicherofen vorfindet oder sich aus einem der genannten Gründe bewusst für eine Elektroheizung mit Nachtspeicherstrom entscheidet, muss ebenfalls einen Stromanbieter auswählen.

Die einfachste Möglichkeit den passenden Tarif zu finden, bieten Vergleichsplattformen wie verivox. Neben dem klassischen Stromvergleich bietet das Portal die Möglichkeit, Stromanbieter zu vergleichen, die Tarife für Nachtspeicherstrom bereithalten.

Der Verivox-Strompreisvergleich beginnt mit der Eingabe der Postleitzahl der Abnahmestelle. Dies ist erforderlich, um die vor Ort verfügbaren Anbieter zu ermitteln. Des Weiteren fragt der Strompreisrechner ab, ob für die Messung des Heizstroms ein separater Zähler vorhanden ist oder sich der Preisvergleich auf Tarife erstrecken soll, die den gesamten Stromverbrauch über die zweigeteilte Messung abrechnen. Wie beschrieben ist diese Variante selten sinnvoll, da potenzielle Einsparungen im Nachtstrom durch höhere Verbrauchspreise im Tagstrom schnell aufgezehrt wären.

Außerdem erforderlich ist die Angabe, ob die Verbrauchsmessung des Haushaltsstroms über einen Einzeltarifzähler zusätzlich zum gesonderten Zähler erfolgt, also ein Tarif gefragt ist, der ausschließlich Nachtstrom liefert oder ob ein Doppeltarifzähler vorhanden ist. Die Unterscheidung dient der Erfassung des zu erwartenden Jahresverbrauchs. Beim Eintarifzähler erfasst der Stromrechner eine Gesamtsumme. Bei einem bereits installierten Doppeltarifzähler erfolgt die Eingabe getrennt nach Verbrauch im Hoch- und Niedertarif.

Nach Ausfüllen der Suchmaske ermittelt der Stromkostenrechner die passenden Tarife und listet sie auf. Die Ergebnisse zeigen neben den Namen der Anbieter und ihrer Tarife einen ersten Überblick über Tarifkonditionen wie die Vertragslaufzeit und Dauer der Preisbindung. Außerdem sind die Gesamtkosten der ersten zwölf Monate daraus zu entnehmen.

Eine zusätzliche Detailansicht enthält die Aufschlüsslung des Gesamtpreises in Verbrauchs- und Grundpreis. Der Verbrauchspreis ist wiederum aufgeteilt in Kosten für den Stromverbrauch in der Hauptzeit und jenen in der Nebenzeit. Hier kann der Preis pro Kilowattstunde (kWh) für beide Tarife abgelesen werden.

Darüber hinaus geben die Ergebnisse Auskunft über einmalige Bonuszahlungen, die bei der Berechnung der Kosten im ersten Jahr berücksichtigt sind. Dabei wird zwischen dem Neukundenbonus, der üblicherweise nach einem Jahr ausgezahlt wird, und Sofortbonus, dessen Überweisung nach der ersten Abschlagszahlung erfolgt, unterschieden. Die Einbeziehung solcher Bonuszahlungen sollte gut durchdacht sein. Sie senken die Preise einzelner Stromtarife auf den ersten Blick deutlich. Die so ermittelten Stromkosten gelten für zwölf Monate oder bis die Ersparnis durch höhere Kosten aufgezehrt ist. Anschließend können die Preise durchaus höher sein als bei einem anderen Tarif. Insofern ist es sinnvoll, entweder den Strompreis von Anfang an zu vergleichen, ohne diese Sonderzahlungen einzubeziehen, oder aber nach Ablauf des ersten Jahres einen erneuten Stromvergleich durchzuführen und zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln und als Neukunde wiederum von Prämien zu profitieren.

Zusätzliche Fenster informieren interessierte Stromkunden über Vertragskonditionen wie Laufzeiten, Kündigungsfristen und Abschlagsintervalle oder beinhalten grafische Darstellungen der Zusammensetzung des im Tarif angebotenen Stroms nach Energiequellen. So ist es möglich, sich gezielt für Naturstrom eines Ökostromanbieters zu entscheiden, der ausschließlich oder mehrheitlich aus regenerativen Quellen stammt.

Die Liste kann nach verschiedenen Merkmalen sortiert werden. Über einen Klick auf den gewünschten Tarif erreicht der Nutzer ein Onlineformular, um den Stromanbieter zu wechseln oder einen Neuvertrag mit einem der gelisteten Anbieter abzuschließen.

Wer von seinem aktuellen zu einem günstigen Stromanbieter wechseln möchte, muss sich in der Regel um nichts weiter kümmern. Die Kündigung des laufenden Vertrags übernimmt der neu gewählte Versorger. Ausnahmen gelten, wenn das Ende der Kündigungsfrist kurz bevorsteht. In diesen Fällen kann es erforderlich sein, dass der Kunde selber kündigt, um zu vermeiden, dass der interne Ablauf des neuen Stromanbieters zum Versäumen der Frist führt.

Für wen lohnt sich der Nachtspeicherstrom?

Präzise formuliert muss die Frage eigentlich lauten: Lohnt sich Nachtspeicherstrom überhaupt? Wie schon angesprochen, muss man objektiv eingestehen, dass Nachtspeicherheizungen nicht mehr zeitgemäß sind. Sie haben ihre Berechtigung, falls keine Alternative zur Verfügung steht. Ist dies der Fall, liegt die Suche nach einem geeigneten Stromanbieter mit Nachtspeicherstromtarif nahe. Trotzdem ist gesunde Skepsis geboten. Bei genauerer Betrachtung einer exemplarischen Ergebnisliste des Strompreisvergleichs wird klar, dass sich in vielen Fällen die Arbeitspreise im Hochtarif und -tarif nicht unterscheiden. Das heißt, der Kunde zahlt wie bei jedem anderen Stromtarif rund um die Uhr das Gleiche. Bei anderen Anbietern liegt der Unterschied im Hundertstel-Cent-Bereich, das heißt, in der Hauptzeit kostet die Kilowattstunde beispielsweise 20,29 Cent und in der Nebenzeit 20,24 Cent. Eine Ersparnis, die bei 1000 kWh gerade einmal 50 Cent ausmacht. Wobei zu beachten ist, dass durch einen zweiten Eintarifzähler zusätzliche Kosten entstehen, die diese Ersparnis womöglich übersteigen.

Natürlich gibt es Tarife, bei denen der Unterschied deutlich höher ausfällt. Trotzdem sollten Verbraucher die Angebote genau prüfen, um nicht letztlich mehr zu bezahlen als erforderlich. Dies gilt vor allen Dingen für Kunden mit einfachem Doppeltarifzähler, der mit einem Tarif eines Anbieters zu betreiben ist. Hier erkauft er sich den niedrigeren Nachtspeicherstrom häufig mit einem Tagstrom, der deutlich teurer ist als bei normalen Stromtarifen.


Fazit zum Nachtspeicherstrom

Der Nachtspeicherstrom stirbt aus. Über kurz oder lang wird zeitgemäßere Technik ihn verdrängen. Entsprechend ist mit größerer Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass das Angebot an Nachtspeicherstromtarifen aus dem Portfolio der Stromanbieter verschwinden wird.

Dabei ist das Grundprinzip der Stromspeicherung und dessen zeitversetzter Nutzung nicht schlecht und kann sich eventuell in der Zukunft behaupten. Die Gewinnung von Ökostrom steht vor einem vergleichbaren Problem wie die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen: Kunden nehmen Strom nicht immer im gleichen Maße und zur gleichen Zeit ab, zu der Produzenten ihn bereitstellen. Besonders bei Solarstrom und Windenergie entstehen tageszeit- und witterungsbedingt große Unterschiede zwischen Erzeugung und Abnahme. Für den Produzenten ist eine Zwischenlagerung höchstens begrenzt möglich. Die zeitweise Speicherung beim Endverbraucher erfüllt später vielleicht einmal einen Nutzen. Gleiches gilt für Haushalte, die eigenständig über eine Fotovoltaik-Anlage Strom erzeugen.

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