Bei kostenlosen Kreditkarten verzichtet die Bank dauerhaft auf die jährliche Grundgebühr. Ihre Inhaber sparen Geld und erhalten dieselben Leistungen wie Besitzer einer gebührenpflichtigen Credit Card. Kostenlose Kreditkarten von Visa und Mastercard gibt es bei vielen Banken, vor allem Onlinebanken haben Zahlkarten zu besonders günstigen Konditionen im Angebot. Schauen wir uns näher an, welche kostenlosen Kreditkarten es überhaupt gibt und worauf es bei der Auswahl zu achten gilt.

Worauf muss man bei kostenlosen Kreditkarten achten?

Kreditkarten, bei denen dauerhaft keine Jahresgebühr anfällt, zählen zur Kategorie der kostenlosen Kreditkarten. Visa- oder Mastercards, bei denen die Bank höchstens im ersten Jahr oder ab Überschreiten einer bestimmten Umsatzschwelle die Grundgebühr erstattet, gehören nicht dazu. Abgesehen davon sind kostenlose Kreditkarten normale Zahlkarten wie jede andere. Ihre Inhaber können damit weltweit bargeldlose Einkäufe tätigen, Geld abheben oder kontaktlos bezahlen.

Kreditkartengesellschaft

Die marktführenden Kreditkartengesellschaften heißen Visa, Mastercard und American Express. Insbesondere Kreditkarten der beiden Erstgenannten werden in beinah jedem Land der Welt akzeptiert. Visa hat momentan nämlich 46 Mio. Akzeptanzstellen, bei Mastercard sind es 44 Mio. Diese sind leicht an einem Aufkleber mit dem entsprechenden Firmenlogo zu erkennen. Hinzu kommen mehrere Millionen Geldautomaten.

Visa- und Mastercards werden grundsätzlich von Partnerbanken der beiden Unternehmen ausgegeben. Da die Kreditinstitute die Konditionen individuell bestimmen dürfen, ist die Produktvielfalt enorm und beinhaltet eine Menge gebührenfreier Kreditkarten.

American Express gibt seine Kreditkarten selbst heraus. Denen haftete lange Zeit ein elitäres Image an. Doch seit einigen Jahren gibt es die kostenlose Blue Card, mit der das Unternehmen sich an die breite Masse der Konsumenten richtet. Die Zahl der Akzeptanzstellen steigt ebenfalls. In Deutschland nehmen zunehmend mehr Händler die Karte an. Vor allem die großen Supermarkt- und Einzelhandelsketten haben den Sticker mit dem American-Express-Logo an ihrer Eingangstür kleben.

Gebühren

Es gibt zwar kostenlose Kreditkarten, aber keine Kreditkarte ohne Gebühren, darum lohnt sich ein Blick ins Preisverzeichnis der ausgebenden Bank. Dabei sind vor allem die folgenden Gebühren beachtenswert.

Die Abhebegebühr ist bei jedem Bargeldbezug am Automaten zu bezahlen (abheben am Schalter kostet bei einem Großteil der Kreditinstitute Geld), sie kann bis zu 4 % der verfügten Summe betragen. Mitunter ist eine Mindestgebühr von einigen Euro zu bezahlen. Außerdem kann es darauf ankommen, wo Geld abgehoben wird. Bei einigen Banken ist die Geldautomatennutzung innerhalb Deutschlands oder Europas kostenlos, bei anderen ist es umgekehrt und das Geldabheben nur auf anderen Kontinenten umsonst. Neben der Abhebegebühr ist zu beachten, dass manche Kreditinstitute die Anzahl an kostenlosen Bargeldverfügungen pro Monat limitieren oder mindestens eine bestimmte Summe – z. B. 50 Euro – ausgezahlt werden muss.

Aufgepasst: In einigen Ländern, darunter Thailand und die USA, erheben die Betreiber von Geldautomaten eine zusätzliche Gebühr. Diese sogenannte Fremdgebühr erstattet inzwischen keine Bank mehr und ist vom Karteninhaber zu tragen. Und: Beim Geldabheben im Ausland bieten manche ATMs die direkte Umrechnung in Euro an. Diese sollten Reisende unbedingt ablehnen, da sie andernfalls einen schlechten Wechselkurs erhalten und Verluste in Kauf nehmen müssen.

  • Bargeldloses Bezahlen ist mit vielen Kreditkarten kostenlos – aber nur in Euro! Wer Transaktionen in anderen Währungen tätigt (egal ob in Deutschland oder nicht), muss gelegentlich 1 bis 3 % des Betrags als Fremdwährungsgebühr Diese Gebühr kann z. B. beim Onlineshopping oder bei der Auszahlung von Bargeld in anderen Währungen anfallen.
  • Für die Nutzung der kostenlosen Kreditkarte außerhalb Deutschlands verlangen manche Banken das Dieses kann auf bargeldloses Zahlen, auf Bargeldabhebungen oder beide Vorgänge erhoben werden.
  • Sollzinsen fallen bei Kreditkarten mit Verfügungsrahmen an, wenn die Teilrückzahlung der Umsätze genutzt wird. Wer seine Kreditkarte pünktlich und in voller Höhe ausgleicht, hat im Prinzip einen kostenlosen Kredit nutzen dürfen.

Gold, Platinum, Schwarz

Je nach ihren Zusatzleistungen werden Kreditkarten in die folgenden Kategorien eingeteilt.

  • Classic-Kreditkarten verfügen über die Grundfunktionen einer Kreditkarte, mehr können sie nicht. Die meisten kostenlosen Master- und Visacards fallen in diese Rubrik.
  • Lediglich wenige goldene Kreditkarten sind gebührenfrei. Diese hochwertigen Zahlkarten enthalten neben der Basisausstattung Extras wie Versicherungen für Reisen oder einen Mietwagen. Dauerhaft kostenlos sind derzeit zwei Produkte: die Gebührenfrei Mastercard Gold der Advanzia Bank und die TF MasterCard Gold.
  • Exklusive Platinum- und schwarze Kreditkarten sind gegen eine Jahresgebühr erhältlich, manche – wie die sagenumwobene American Express Centurion Card – gibt es ausschließlich auf Einladung. Ab einem bestimmten Jahresumsatz fällt diese Gebühr zwar häufig weg, dennoch handelt es sich keinesfalls um kostenlose Kreditkarten, sondern eher um Statussymbole, die Reichtum und Luxus symbolisieren.

Vorteile einer kostenlosen Kreditkarte

Der größte Vorzug einer kostenlosen Kreditkarte ist, dass keine Grundgebühr gezahlt werden muss. Die kann bei anderen Classic-Kreditkarten zwischen bis zu 60 Euro pro Jahr betragen, ohne dass sich der Leistungsumfang großartig unterscheidet. Hinzu kommen die Vorteile aller Kreditkarten.

Weltweit akzeptiertes und sicheres Zahlungsmittel

Mit Kreditkarten von Visa und Mastercard kann beinah überall auf dieser Welt bezahlt und Bargeld abgehoben werden. Auch American-Express-Kreditkarten sind weithin anerkannt. Damit kommen Reisende und alle, die in ausländischen Internetshops einkaufen, nicht drumherum, sich eine Credit Card zuzulegen.

Denn: Kreditkarten erlauben sicheres Bezahlen. Zunächst einmal ist es auf Reisen auf jeden Fall besser, ein Plastikkärtchen mitzuführen als ein mit Geldscheinen vollgestopftes Portemonnaie. Mal abgesehen davon, dass die Einfuhr von Barbeträgen ins Ausland nur bis zu einer bestimmten Höhe zollfrei ist. Außerdem kann die Karte im Falle von Verlust oder Diebstahl sofort gesperrt werden – entweder durch einen Anruf bei der Hotline 116 116 (aus dem Ausland mit Ländervorwahl +49) oder direkt in der Banking-App. Vorteilhaft ist, wenn diese jeden Kartenumsatz durch eine Benachrichtigung anzeigt – dadurch können unbefugte Transaktionen nämlich sofort entdeckt werden. Darüber hinaus ersetzen viele Banken den durch Kreditkartenbetrug oder Benutzung eines manipulierten ATMs entstandenen Schaden in voller Höhe, sofern der Kunde sich nicht grob fahrlässig verhalten hat. Ferner ist es durch Geoblocking möglich, die Kreditkarte generell für den Einsatz in bestimmten Ländern zu sperren.

Praktisch beim Reisen

Wer in einem Land Urlaub macht, in dem eine andere Währung als der Euro gilt, steht vor der Frage, wo er Geld umtauschen soll. Sich schon vor der Abreise mit Barem einzudecken, ergibt wenig Sinn, da der Wechselkurs oft zuungunsten des Käufers ist. Bei ihrer Ankunft am Flughafen wissen Reisende manchmal nicht, welche Rate denn nun die günstigste ist. Und nicht selten kommt es vor, dass Touristen in zwielichtigen Wechselstuben um einen Teil ihres Urlaubsgelds betrogen werden. Wer dagegen eine Kreditkarte mitnimmt – oder besser noch zwei, kann an jedem Geldautomaten mit Visa- oder Mastercard-Logo Bargeld in der Landeswährung abheben, und zwar stets zum tagesaktuellen Kurs. Natürlich sind dabei einige Sicherheitsvorkehrungen zu beachten, doch im Großen und Ganzen ist die Kreditkarte die beste Möglichkeit, heutzutage im Ausland an Geld zu kommen.

Schnell, kontaktlos, hygienisch

Alle Kreditkarten, die neu ausgegeben werden, sind mit einem NFC-Chip ausgestattet. Dieser ermöglicht kontaktloses Bezahlen an allen kompatiblen Terminals. Dazu wird die Karte kurz gegen dieses gehalten, bis ein Signalton die erfolgreiche Zahlung anzeigt. In der Regel erledigt der Kunde dies selbst und muss seine Kreditkarte nicht aus der Hand geben. Bei niedrigen Beträgen unter 50 Euro sind weder PIN-Eingabe noch Unterschrift erforderlich. Kontaktloses Bezahlen dauert wenige Sekunden. Dank ihm bleibt das Portemonnaie schlank und die Frage danach, was denn nun mit all den Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Münzen geschehen soll, stellt sich gar nicht erst.

Unkomplizierter Kurzzeitkredit

Inhaber einer echten Kreditkarte erhalten damit von ihrer Bank vollkommen unbürokratisch ein Kurzzeitdarlehen. Dieses ist sogar kostenlos, falls sie ihre Umsätze in voller Höhe ausgleichen. In Zeiten, in denen plötzlich Geld gebraucht wird, weil die Waschmaschine ihren Geist aufgibt oder der Hund erkrankt, erweist sich dieser Kredit als praktisch. Aber nur, wenn von vornherein klar ist, dass er rechtzeitig zurückbezahlt werden kann. Andernfalls ist es günstiger, einen Sofortkredit mit niedrigen Zinsen aufzunehmen. Manche Banken wie die Barclaysbank bieten ihren Kunden an, die Kreditkartenumsätze in einen Kredit umzuschulden. Andere erlauben ein längeres zinsfreies Zahlungsziel.

Übrigens: Wer aufgrund seiner Bonität keinen großen Verfügungsrahmen erhält, kann diesen bei vielen Banken durch Überweisungen auf die Kreditkarte leicht erweitern.

Volle Kostenkontrolle

Inhaber von Debit- und Prepaid-Kreditkarten können damit einzig über Geld verfügen, das sie tatsächlich haben. Zudem können viele Revolving- und Charge-Cards im Guthaben geführt werden. Bei einigen ist es möglich, das Limit im Onlinebanking auf null zu setzen und dann die Karte wie eine aufladbare Zahlkarte zu verwenden. Wer sich den Umgang mit einer Kreditkarte nicht zutraut oder fürchtet, sich versehentlich zu verschulden, fühlt sich auf diese Weise womöglich sicherer.

Wie funktionieren kostenlose Kreditkarte?

Von der fehlenden Grundgebühr einmal abgesehen unterscheiden sich kostenlose Kreditkarten nicht von anderen Visa- oder Mastercards. Das heißt, sie funktionieren genauso wie diese. Und zwar so:

Wer eine Revolving Card, also eine echte Kreditkarte hat, darf jeden Monat über einen bestimmten Betrag verfügen. Dieses Kreditkartenlimit wird bei Neukunden abhängig von ihrer Bonität festgelegt. Haben sie sich einige Monate lang bewährt, ihre Rechnung stets pünktlich bezahlt und sich vertragsgerecht verhalten, dürfen sie bei der Bank die Erhöhung des Limits beantragen. Beim Geldabheben oder Bezahlen schickt das Kreditinstitut des Händlers oder Geldautomatenbetreibers eine Anfrage an die Bank des Karteninhabers, um zu prüfen, ob die gewünschte Summe noch innerhalb des Kreditrahmens liegt. Falls ja, wird der Betrag überwiesen und die Zahlung bestätigt. Nach wenigen Sekunden ist die Sache erledigt. Beim Onlineshopping laufen weitere Prozesse im Hintergrund ab, die die Transaktion absichern. Mitunter forderte eine Anzeige auf dem Bildschirm den Kunden dazu auf, seinen Einkauf z. B. in einer App freizugeben und damit seine Identität zu bestätigen.

Dieser Vorgang findet bei jedem Karteneinsatz statt, bis das Kreditkartenlimit erreicht oder der Monat um ist. Zum Ende des Abrechnungszeitraums bekommt der Karteninhaber eine Rechnung aller seiner Umsätze. Bei den meisten Banken erscheint sie im Postfach des Onlinebankings. Wer mag, kann sie sich per Brief zuschicken lassen, dieser Service kostet allerdings extra. Die Umsatzsumme wird entweder vom Referenzkonto abgebucht – in voller Höhe oder anteilig – oder muss vom Karteninhaber überwiesen werden. Das genaue Verfahren hängt von der Bank und vom Kartentyp ab. Gleichzeitig steht im nächsten Abrechnungszeitraum wieder der volle Kreditrahmen zur Verfügung.

Welche kostenlosen Kreditkarten gibt es?

Kostenlose Kreditkarten werden üblicherweise nach Art der Umsatzerstattung kategorisiert. Dabei gibt es die folgenden Varianten.

Revolving Cards funktionieren nach dem eben beschriebenen Prinzip: Der Kreditkarteninhaber darf einen bestimmten Verfügungsrahmen ausschöpfen, dessen Höhe bonitätsabhängig ist und muss einmal monatlich für die Summe aufkommen. Dafür handelt es sich um kostenlose Kreditkarten ohne Girokonto. Je nach Credit Card wird die Rechnungssumme anteilig oder in voller Höhe von einem Referenzkonto abgebucht. Im erstgenannten Fall sind außerdem Zinsen zu zahlen. Da diese mit rund 6–17 % ziemlich hoch sind, ist von der Nutzung dieser Teilrückzahlungsfunktion abzuraten. Lässt sich dies nicht vermeiden, ist es möglich, eine Umschuldung vorzunehmen.

Vorsicht, nicht alle Banken bieten den automatischen Ausgleich an, bei einigen muss der Inhaber daran denken, die Rechnung pünktlich auszugleichen. Aus diesem Grund erfordert der Umgang mit Revolving Cards Verantwortungsbewusstsein und eine Prise Selbstdisziplin. Des Weiteren sind einigen Produkten wie der Gebührenfrei Mastercard Gold der Advanziabank für Bargeldverfügungen stets Zinsen ab dem Tag der Transaktion zu zahlen. Mitunter ist es aber möglich, Geld auf die Revolving Card einzuzahlen und auf diese Weise seinen Rahmenkredit individuell zu erweitern.

Hierzulande sind Charge Cards deutlich verbreiteter. Das sind Kreditkarten mit Kreditrahmen, die lediglich gemeinsam mit einem Girokonto zu bekommen sind. Dieses fungiert gleichzeitig als Abrechnungskonto. Wer eine Charge Card hat, kann wie bei einer Revolving Card Geld ausgeben oder abheben, bis ein bestimmtes Limit erreicht ist. Die Umsatzsumme wird dann ebenfalls einmal im Monat – meistens zum Monatsende – ohne Zutun des Kunden abgebucht. Diese Vorgehensweise verhindert, dass Kunden durch eine übersehene Kreditkartenrechnung plötzlich Schulden machen. Doch zurücklehnen können sich Inhaber einer Charge Card trotzdem nicht: Falls das Guthaben auf dem Girokonto zu gering ist, rutscht es ins Minus und das wird ebenfalls teuer.

Kostenlose Prepaid-Kreditkarten sind sehr beliebt und funktionieren wie eine Handykarte: erst Guthaben aufladen, dann ausgeben. Es sind verschiedene Arten der Aufladung möglich, etwa per Überweisung, am Bankschalter oder der Supermarktkasse. Anonyme Prepaidkarten sind im Handel erhältlich, allerdings ist das maximale Guthaben begrenzt und sie sind mitunter ein einziges Mal aufladbar, etwa für die Nutzung als Geschenkgutschein. Bei diesen aufladbaren Kreditkarten entspricht die Höhe des Guthabens demzufolge dem Verfügungsrahmen. Da kein Kredit vergeben wird, sind solche Kreditkarten auf Guthabenbasis in der Regel ohne Schufa-Auskunft erhältlich. Das macht sie interessant für Minderjährige oder Personen mit einem negativen Schufa-Eintrag.

Debit-Kreditkarten haben ebenfalls kein Limit und sind ausschließlich in Verbindung mit einem Girokonto zu bekommen. Von dem werden alle Transaktionen umgehend abgebucht. Das Motto „Heute kaufen, nächste Woche bezahlen“ gilt mit Debitcards nicht. Vielmehr handelt es sich im Prinzip um Girocards mit erweitertem Einsatzbereich. Debit-Kreditkarten sind häufig ebenfalls bei Konten speziell für Jugendliche enthalten und mitunter ohne Schufa-Auskunft zu haben.

Kostenlose Prepaid- und Debit-Kreditkarten besitzen häufig keine Hochprägung und sind mit dem Hinweis for electronic use only versehen. Das bedeutet, dass mit diesen Karten lediglich an digitalen Terminals bezahlt werden kann. Bei Imprintern, auch als Ritschratsch-Geräte bekannt, sind sie nutzlos, weil einzig bei hochgeprägten Karten die relevanten Daten abgepaust werden können. Das macht aber nichts, weil Imprinter ohnehin langsam aussterben. Von daher handelt es sich eher um ein optisches Problem. Da manche Personen der Meinung sind, dass ihre Zahlungsmoral aufgrund der fehlenden Hochprägung schlecht eingeschätzt würde, nimmt die Anzahl an Prepaid-Kreditkarten mit Hochprägung zu. Dabei hat die leicht als solche erkennbare Prepaid-Kreditkarte einen entscheidenden Vorteil: Sie ist für Betrüger uninteressant.

Womit verdienen kostenlose Kreditkarten ihr Geld?

Manche Bankkunden wundern sich, wie Geldinstitute es sich eigentlich leisten können, bei Kreditkarten auf die Jahresgebühr verzichten zu können.

Das liegt zum einen daran, dass Banken ihr Geld nicht allein mit Gebühren verdienen. Schließlich entstehen ihnen bei Umsätzen im Ausland oder in fremden Währungen ebenfalls Kosten, die sie mit Entgelten auf die Karteninhaber umlegen. Dafür fließt ein kleiner Anteil (ca. 0,2 %) von jeder Transaktion, die mit einer von ihnen ausgegebenen Visa- oder Masterkarte erfolgt, in ihre Tasche. Aus diesem Grund erlassen sie Kunden mit hohen Umsätzen die Jahresgebühr oder bieten Bonusprogramme an, um sie dazu anzuregen, ihre Kreditkarte fleißig zu nutzen.

Zum anderen sind kostenlose Kreditkarten in der Mehrzahl bei Direktbanken zu finden. Das sind Banken, die keine Filialen unterhalten, ausschließlich online agieren – und daher natürlich eine Menge Geld sparen. Deswegen können sie es sich leisten, günstige oder gebührenfreie Kreditkarten anzubieten. Im Vergleich dazu sind die meisten Kreditkarten von Filialbanken und Sparkassen gegen eine jährliche Grundgebühr erhältlich. Dort gibt es kostenlose Kreditkarten höchstens für Azubis oder Studierende.

Und dann gibt es noch solche Kreditinstitute, deren Kreditkarten leicht zu haben sind und die darauf spekulieren, dass viele Kunden ihre Rechnung nicht bezahlen können, deswegen die Ratenzahlung in Anspruch nehmen und der Bank hohe Zinsgewinne bescheren.

Darüber hinaus besitzen Banken neben dem Kreditkartengeschäft noch andere Einkommensquellen. Die meisten bieten verschiedene Produkte wie Konten, Darlehen oder Wertpapierdepots an. Sie zählen darauf, dass Kunden, die mit ihrer kostenlosen Kreditkarte zufrieden sind, zuerst bei ihrer Hausbank vorbeischauen, wenn sie z. B. in ETFs investieren wollen.

Was ist die beste kostenlose Kreditkarte?

Keine Kreditkarte erfüllt sämtliche Ansprüche, die Verbraucher an sie stellen. Vielmehr kommt es darauf an, herauszufinden, wozu die kostenlose Master- oder Visakarte dienen soll und dann das Produkt zu finden, dass für diesen Zweck am besten geeignet ist. Und dann hilft ein sorgfältiger Kreditvergleich dabei, das gewünschte Produkt aufzuspüren. Demzufolge gilt, dass die beste kostenlose Kreditkarte immer diejenige ist, die die Wünsche ihres Besitzers am besten erfüllt.

Wer die Karte als Zahlungsmittel im Ausland verwenden möchte, braucht eine gebührenfreie Kreditkarte mit möglichst niedrigen Gebühren beim Einsatz außerhalb Deutschlands oder der Eurozone. Wird im Zielland hauptsächlich bargeldlos bezahlt – Skandinavien oder die USA beispielsweise – sind Gebühren fürs Geldabheben eher zu verschmerzen. Anders ist es, wenn am Urlaubsort noch Bargeld König ist, denn dann ist es wichtig, dass der unvermeidliche Besuch am Geldautomaten die Reisekasse nicht allzu stark belastet. Da die meisten kostenlosen Visakarten und gebührenfreien Mastercards als Classic-Karten in der Hierarchie ganz unten stehen, fallen Extraleistungen wie Versicherung bei der Entscheidung ohnehin nicht ins Gewicht.

Menschen, die mit ihrer Kreditkarte online oder im realen Leben shoppen wollen, achten demzufolge darauf, dass die gewünschten Transaktionen im Inland möglichst gebührenfrei sind. Vorteilhaft wäre für diese Zielgruppe die Teilnahme an einem Bonusprogramm (wie es z. B. die Payback-Kreditkarte ermöglicht) oder Tankrabatt.

Moderne kostenlose Kreditkarten sind mit NFC-Technik ausgestattet und erlauben dadurch kontaktloses Bezahlen. Bei niedrigen Summen genügt es, zum Bezahlen die Karte kurz ans Terminal zu halten, Unterschrift oder PIN-Eingabe sind nicht erforderlich.

Eine wachsende Anzahl an Banken unterstützen Online-Bezahldienste wie Apple Pay oder Google Pay. Wer eine Smartwatch oder ein Mobiltelefon mit entsprechender Technik besitzt, kann fortan bei teilnehmenden Händlern damit bezahlen. Und deren Zahl wächst stetig.

Welche Bank bietet kostenlose Kreditkarten?

Wer auf der Suche nach einer kostenlosen Kreditkarte ist, wird schnell bemerken, dass beinah jede Bank Kreditkarten im Angebot hat. Solche ohne Jahresgebühr sind jedoch hauptsächlich bei Direktbanken und Fintech-Start-ups zu finden. Das liegt daran, dass solche Banken sämtliche Kundenkontakte online abwickeln und dadurch sehr viel niedrigere Kosten haben. Deswegen können sie es sich leisten, kostenlose Visa- oder Mastercards zu günstigen Konditionen anzubieten. Die folgenden Banken sind für ihre beitragsfreien Kreditkarten bekannt:

  • DKB
  • comdirect
  • ING
  • Santander,
  • Barclaysbank
  • Targobank
  • Hanseatic Bank
  • Consorsbank

Filialbanken bieten seltener kostenlose Kreditkarten an. Meistens verzichten diese Geldinstitute auf die Jahresgebühr, wenn der Karteninhaber einen bestimmten Umsatz erzielt. Dazu zählen übrigens nur Einkäufe, keine Bargeldauszahlungen. Außerdem geben einige Filialbanken wie die Commerzbank oder die Postbank kostenlose Kreditkarten in Verbindung mit einem bestimmten Konto heraus. Und bei vereinzelten Girokonten, die sich speziell an Schüler, Auszubildende und Studierende richten, ist mitunter eine gebührenfreie Debit- oder Prepaid-Kreditkarte dabei.

Manche Anbieter gebührenfreier Kreditkarten haben keine Banklizenz und arbeiten mit Banken zusammen, um Visa- oder Mastercards unter einer bestimmten Marke zu vertreiben. Dieses Vorgehen heißt Co-Branding, ein Beispiel dafür ist die kostenlose Deutschland-Kreditkarte.

Kreditkarten von American Express werden direkt bei der Kreditkartengesellschaft beantragt. Dort gibt es eine Credit Card ohne Jahresgebühr, nämlich die Blue Card. Außerdem sind in Kooperation mit Payback und dm zwei weitere, ebenfalls kostenfreie Kreditkarten erhältlich.

Darf man mehrere kostenlose Kreditkarten haben?

In Deutschland kann jede Person so viele Kreditkarten haben, wie sie mag und es sich leisten kann. Hier ist oft die Bonität der limitierende Faktor, denn der Besitz vieler inaktiver Kreditkarten senkt den Schufa-Score. Zwar verursachen kostenlose Kreditkarten bei Nichtgebrauch keine Kosten, dennoch ist es ratsam sie zu kündigen, wenn ihre Inhaber keine Verwendung mehr für sie haben.

Abgesehen davon gibt es gute Gründe, mehrere Kreditkarten zu besitzen. Wer verreist, tut gut daran, eine Visa- und eine Mastercard mitzunehmen, am besten an verschiedenen Stellen verstaut. Auf diese Weise steht er nicht plötzlich ohne Geld da, falls eine der beiden Karten gestohlen wird, kaputt geht oder auf Nimmerwiedersehen im Automaten verschwindet.

Doch auch im Alltag bewähren sich mehrere Kreditkarten, die unterschiedlichen Zwecken dienen. Etwa eine fürs Punktesammeln, eine zum Geldabheben und eine Dritte für den nächsten Urlaub. Wichtig ist dabei vor allem, den Überblick zu behalten.

Welche Voraussetzungen gelten für kostenlose Kreditkarten?

Personen, die eine kostenlose Kreditkarte beantragen möchten, müssen üblicherweise die folgenden drei Anforderungen erfüllen:

  • Wohnsitz in Deutschland,
  • Volljährigkeit und
  • ausreichende Bonität.

Für Revolving Cards wird außerdem ein Referenzkonto bei einem deutschen Kreditinstitut erforderlich. Mehr ist normalerweise nicht nötig, um eine Kreditkarte zu bekommen. Prepaid- und Debitkarten sind mitunter für minderjährige Jugendliche oder ohne Schufa-Abfrage erhältlich.

Die Antragstellung findet überwiegend online statt. Zunächst ist ein Formular auszufüllen, das die üblichen Personendaten abfragt. Anschließend muss der Bewerber seine Identität bestätigen. Dafür gibt es drei Möglichkeiten.

  • Videoident: In einem Videotelefonat mit einem Dienstleister wie webID hält der Neukunde seinen Ausweis in die Kamera und wird so legitimiert.
  • Postident: Mit dem ausgedruckten Antrag und einem Ausweisdokument (Ausweis oder Reisepass plus Meldebescheinigung) begibt sich der Neukunde zur nächsten Postfiliale. Ein Angestellter prüft dort die Dokumente und leitet den Antrag dann an die Bank weiter. Natürlich kostenlos.
  • Wer einen elektronischen Personalausweis und das passende Lesegerät hat, kann sich bei einigen Banken damit authentifizieren.

Nach bestandener Bonitätsprüfung verschickt die Bank die Kreditkarte und die dazugehörige PIN, aus Sicherheitsgründen erfolgt der Versand in separaten Briefen. Je nach gewähltem Authentifizierungsverfahren ist die Visakarte nach spätestens zwei Wochen da und sofort einsatzbereit.

Fazit zur kostenlosen Kreditkarte

Bei kostenlosen Kreditkarten fällt dauerhaft keine Jahresgebühr an. Abgesehen davon unterscheiden sie sich nicht von herkömmlichen Visa- oder Mastercards. Bei gleichem Leistungsumfang sind sie günstiger, da sie bei Inaktivität keine Gebühren erzeugen. Damit sind sie ideal für alle, die ihre Kreditkarte zu bestimmten Zeiten, etwa im Urlaub, verwenden wollen. Wer eine kostenlose Kreditkarte sucht, wird am ehesten bei einer Direkt- oder Onlinebank fündig, manche Filialbanken haben ebenfalls interessante Produkte im Angebot. Allein die dauerhaft beitragsfreie American Express Blue Card beantragen Interessierte direkt bei der Gesellschaft.

Die beste kostenlose Kreditkarte ist immer die, welche die Anforderungen ihres Inhabers möglichst genau erfüllt. Darum sollten Interessierte sich zuerst darüber klar werden, wofür sie die Zahlkarte überhaupt verwenden möchten. Eine gute kostenlose Auslandskreditkarte kann zum Onlineshopping völlig ungeeignet sein. Also: erst überlegen, dann vergleichen und sparen.