In Deutschland sind rund 36 Millionen Kreditkarten im Umlauf, mit denen ca. 1,4 Milliarden Transaktionen pro Jahr getätigt werden (Stand: 2019). Am beliebtesten sind Visa- und Mastercards. Die gibts bei fast jeder Bank und jede legt ihre eigenen Konditionen fest. Das Ergebnis ist eine gigantische Produktauswahl, in der es zunehmend schwieriger wird, die für sich beste Kreditkarte zu finden. Abhilfe schafft ein Kreditkartenvergleich. Der stellt verschiedene Kreditkarten gegenüber und erleichtert es den Kunden, sich auf die für sie wichtigsten Merkmale zu konzentrieren. So ist die Wahl der perfekten Kreditkarte schnell getroffen.

Eine Kreditkarte, was ist das überhaupt?

Bei einer Kreditkarte fällt den meisten Leuten als Erstes das Plastikkärtchen im Scheckkartenformat ein, mit dem sie im Internet oder Supermarkt einkaufen und Geld aus dem Automaten ziehen können. Obwohl das Zahlungsmittel längst ein Massenprodukt geworden ist, haftet ihm noch immer ein Image von Weltgewandtheit und Exklusivität an. Zumindest hochwertige Kreditkarten in Schwarz oder Platinum sind nach wie vor einer ausgewählten Klientel vorbehalten.

Wer die Kreditkarte erfunden hat

Fangen wir von vorne an: Kreditkarten gibt es seit 70 Jahren, zum ersten Mal erwähnt wurden sie im Jahr 1888 erschienenen Science-Fiction-Roman „Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887“. Die darin beschriebenen credit cards waren zwar aus Papier, dennoch ermöglichten sie bereits bargeldloses Einkaufen. Interessant, oder? Und bevor Diner’s Club 1950 die erste Universalkreditkarte auf den Markt brachte – natürlich in den USA –, gaben Hotel- und Restaurantketten, Airlines und Kaufhäuser Zahlkarten an ihre Kundschaft heraus, die bei sofortigem Kauf eine spätere Bezahlung erlaubte. Diese konnten ausschließlich im jeweiligen Unternehmen verwendet werden und sollten die Kundentreue stärken.

Als einige Jahre später die ersten Banken ins Kreditkartengeschäft einstiegen, war der internationale Erfolg der Kreditkarte nicht mehr aufzuhalten. Waren im Jahr 1958 weltweit gerade mal 1,2 Millionen Kreditkarten im Umlauf, sind es 60 Jahre später allein in Deutschland fast 36 Millionen. In beinah jedem Land der Welt sind Kreditkarten anerkannte Zahlungsmittel. Visa etwa verfügt über 46 Millionen Akzeptanzstellen und unterhält 2 Millionen Geldautomaten.

Aufbau der Kreditkarte

Auf einer Kreditkarte sind mehrere Angaben vermerkt. Aber was bedeuten sie?

Eins vorneweg: Viele Menschen halten Kreditkarten für wertvoller, wenn sie in Hochprägung beschriftet sind. Dabei verliert diese heutzutage zunehmend an Bedeutung. Ursprünglich war sie dazu da, damit die Daten mit einem Imprinter oder Ritschratsch-Gerät kurzerhand durchgepaust werden konnten. Der Händler muss den entstandenen Transaktionsbeleg erst bei einer Bank oder Kreditkartengesellschaft einreichen, bevor die Kreditkarte belastet wird. Inzwischen sind jedoch zumindest hierzulande beinah flächendeckend digitale Lesegeräte im Einsatz. Prepaidkarten oder Kreditkarten moderner Fintech-Start-ups verzichten größtenteils auf die Hochprägung – oder lassen sogar die komplette Beschriftung weg. Aus diesem Grund sind sie mit Imprintern nicht kompatibel, doch das dürfte kaum mehr eine Beeinträchtigung darstellen.

Die Kreditkartennummer hat zwölf bis sechzehn Stellen und ist einmalig, deshalb erlaubt sie die eindeutige Identifikation der Kreditkarte. Darüber hinaus sind in ihr jede Menge Informationen verschlüsselt. Die ersten vier Ziffern stehen für die Kreditkartengesellschaft, die fünfte Zahl verrät den Kreditkartentyp (Classic, Gold, Platinum usw.) und die sechste, ob es sich um eine Erst-, Partner- oder Businesskarte handelt. Es folgt die zehnstellige Kontonummer mit angehängter Prüfziffer, die nach dem Luhn-Algorithmus berechnet wird. Dadurch können z. B. Onlineshops automatisch prüfen, ob die eingegebene Nummer zu einer gültigen Kreditkarte gehört.

Kreditkarten haben ein Verfallsdatum, das im Format MM/JJ angegeben ist. In der Regel sind sie ab Ausgabe zwei bis fünf Jahre gültig, und zwar stets bis zum letzten Tag des angegebenen Monats. Wer seiner Karte treu bleiben will, muss sich übrigens um nichts kümmern (außer darum, dass im Onlinebanking stets die aktuelle Adresse steht), da die Bank automatisch und pünktlich für Ersatz sorgt.

Außerdem gehört der Name des Inhabers zu den wichtigen Kartendaten. Er ist zusätzlich auf dem Magnetstreifen gespeichert und der Besitzer muss auf der Karte unterschreiben. Bei Flugbuchungen ist zu beachten, dass der Name des Kreditkarteninhabers mit dem des Fluggastes übereinstimmen muss.

Auf der Rückseite der Kreditkarte befindet sich außerdem die CVC- oder CVV-Nummer. Diese ist weder geprägt noch anderweitig auf der Karte gespeichert. Bei Bezahlungen im Internet ist sie stets anzugeben. Darum ist es wichtig, seine Kartendaten und insbesondere die Prüfzahl nicht zu teilen oder gar ein Foto seiner Kreditkarte in den sozialen Medien zu posten.

Welche verschiedenen Kreditkarten gibt es?

Normale Kreditkarten haben keine spezielle Farbe. Sie verfügen über die Grundfunktionen, mehr können sie nicht. Das genügt den meisten Konsumenten, zumal es sich häufig um kostenlose Kreditkarten handelt. Andere wünschen sich Zusatzleistungen, die sie mit einem der folgenden Produkte erhalten. Dabei ist zu beachten, dass die einzelnen Ränge je nach Kreditkartengesellschaft andere Namen tragen.

  • Goldene Kreditkarten heben sich neben ihrer Farbe durch Extras wie Versicherungen für Reisen oder Mietwagen von herkömmlichen Zahlkarten ab. Sie gehören bei fast allen Banken zur Produktpalette und sind mit höheren Jahresgebühr Einzige Ausnahme ist die Gebührenfrei Mastercard Gold. Ihre Inhaber erhalten einen größeren Kreditrahmen und Vorzüge wie kostenlose Verwendung im Ausland oder bestimmte Serviceleistungen.
  • Platin-Kreditkarten sind noch etwas exklusiver und werden ausgewählten Kunden mit einem entsprechenden Umsatz angeboten. Die Jahresgebühr liegt nochmals höher, dafür kommen Inhaber in den Genuss einer Reihe von Annehmlichkeiten. Kostenlose Platinum-Kreditkarten gibt es momentan nicht. Oft verschaffen sie ihnen vergünstigten Eintritt in Flughafenlounges oder Golfclubs, sind im Ausland gebührenfrei verwendbar und mit Versicherungen oder Bonusprogrammen ausgestattet. Besitzer von Platin-Kreditkarten dürfen außerdem einen besonderen Assistenzservice in Anspruch nehmen. Dabei kümmert sich ein persönlicher Assistent um Reisebuchungen, Geschenke oder Tickets.
  • An der Spitze der Rangliste stehen schwarze Kreditkarten wie die legendäre American Express Centurion Card oder die World Elite Mastercard. Solche Kreditkarten können nicht beantragt werden, sie werden ausgewählten Kunden angeboten. Sie symbolisieren Macht und Privilegien und sind viel mehr als eine Zahlkarte. Ihre Inhaber genießen Sonderkonditionen in Hotels oder bei Airlines, erhalten einen erstklassigen Concierge-Service und ein umfangreiches Versicherungspaket.

Wie man an eine Kreditkarte kommt

Womit wir beim nächsten Thema wären: Kreditkarten werden stets von Kreditkartengesellschaften ausgegeben. Hierzulande führen Visa, Mastercard und American Express den Markt an. Allerdings sind lediglich die Zahlkarten des letztgenannten Anbieters direkt beim Unternehmen erhältlich. Visa- und Mastercards sind in Deutschland ausnahmslos bei Banken zu bekommen. Das hat den Vorteil, dass es eine gigantische Auswahl an unterschiedlichen Kreditkarten gibt, da jedes Geldinstitut eigene Konditionen festlegt. Die Banken wickeln also alle Belange von der Antragstellung bis zur Abrechnung ab, mit dem Anbieter selbst haben Privatkunden keinen Kontakt.

Und wie unterscheiden sich Kreditkarten von Girokarten? Nun, es handelt sich um international anerkannte Zahlungsmittel. Girokarten können dagegen innerhalb Deutschlands genutzt werden. Manche sind zwar im EU-Ausland verwendbar, aber es kann zu höheren Gebühren kommen. Bei Reisen ist die Kreditkarte in jedem Fall die günstigere Alternative. Der entscheidende Unterschied ist aber die Abrechnung: Wenn man mit der Girocard bezahlt, wird der Umsatz sofort vom zugehörigen Girokonto abgebucht. Bei Kreditkarten im klassischen Sinne werden alle Ausgaben gesammelt und dem Karteninhaber einmal im Monat in Rechnung gestellt. Wie genau das funktioniert, betrachten wir gleich. Des Weiteren haben goldene oder schwarze Kreditkarten Extras, verschaffen ihren Besitzern vergünstigten Eintritt in Flughafenlounges oder bieten Versicherungsschutz auf Reisen. Zuletzt ist es nicht möglich, mit der Girokarte beim Shoppen im Internet zu bezahlen. Das geht höchstens per Überweisung oder mit Zahldiensten wie PayPal oder Sofortüberweisung.

Wie funktioniert eine Kreditkarte?

Kreditkarten können überall dort verwendet werden, wo das Logo der entsprechenden Kreditkartengesellschaft eine Akzeptanzstelle kennzeichnet: Geschäfte, Tankstellen, Onlineshops und natürlich Geldautomaten. Und zwar egal in welchem Land.

Eine klassische Kreditkarte funktioniert so: Die ausgebende Bank räumt dem Karteninhaber einen bestimmten Kreditrahmen ein, über den er nach Belieben verfügen kann. Bei jeder Transaktion fragt das Zahlsystem des Händlers oder der Geldautomat bei der Bank nach, ob sie den Kreditrahmen einhält. Falls ja, wird die Zahlung bestätigt und die entsprechende Summe dem Verkäufer gutgeschrieben. Das dauert wenige Sekunden. Ist der Rahmen ausgeschöpft, sind keine weiteren Ausgaben möglich. Alle Ausgaben werden gesammelt und dem Karteninhaber üblicherweise einmal im Monat in Rechnung gestellt. Je nach Kreditkartentyp wird der Betrag entweder automatisch vom Girokonto abgebucht oder muss manuell überwiesen werden. Und im Folgemonat steht erneut das volle Kreditkartenlimit zur Verfügung.

Eine echte Kreditkarte, die sogenannte Revolving Card, ist stets ohne Girokonto zu haben. Ihre Inhaber erhalten entsprechend ihrer Bonität einen Kreditrahmen, den sie nach Gutdünken nutzen können. Manche Banken erlauben zudem Überweisungen aufs Kreditkartenkonto, sodass die Karte theoretisch im Guthaben geführt werden kann. Zur Abrechnung wird entweder im Onlinebanking ein Abrechnungskonto hinterlegt oder der Inhaber muss selbst daran denken, die Rechnung pünktlich zu bezahlen. Wer dies tut, hatte im Grunde einen kostenlosen Kurzkredit. Zinsen werden fällig, sofern sich der Inhaber dafür entscheidet, seine Umsätze per Teilrückzahlung abzustottern.

Die meisten der sich in Deutschland in Umlauf befindlichen Kreditkarten sind Charge Cards. Das sind Kreditkarten, die ausschließlich gemeinsam mit einem Girokonto erhältlich sind. Hier räumt die Bank ebenfalls einen festen Kreditrahmen ein, der durch Überweisungen aufs Kreditkartenkonto erweitert werden kann. Einmal im Monat rechnet die Bank alle Transaktionen zusammen und bucht die Summe automatisch vom Girokonto ab. Charge Cards ermöglichen eine bessere Kostenkontrolle, weil keine Ratenzahlung mit teuren Zinsen angeboten wird. Allerdings müssen ihre Besitzer aufpassen, dass jeden Monat genug Geld auf dem Girokonto ist. Andernfalls rutscht der Kontostand ins Minus und dann werden teure Dispo-Zinsen fällig.

Debit Cards sind wie Kreditkarten einsetzbar, die Abrechnung funktioniert allerdings wie bei Girokarten. Jede Transaktion wird umgehend vom Referenzkonto abgebucht. Da es keinen Kreditrahmen gibt, sind Debit Cards leichter zugänglich, manchmal sogar ohne Bonitätsprüfung. Mit ihnen ist eine Verschuldung ausgeschlossen, vor allem dann, wenn das Girokonto nicht überzogen werden kann. Dadurch eignen sie sich gut für Jugendliche.

Prepaid-Kreditkarten werden zunehmend beliebter, ihre Funktionsweise ähnelt der gleichnamigen Handykarte, denn sie sind erst nach einer Aufladung mit Guthaben nutzbar. Darum sind sie die einzigen Kreditkarten, die ohne SCHUFA-Abfrage zu bekommen sind. Die eingezahlte Summe entspricht dem Nutzungsrahmen. Ist es aufgebraucht, muss erst erneut Guthaben aufgeladen werden. Prepaid-Kreditkarten können unkompliziert im Internet erworben werden, manche sind an Supermarktkassen oder in Tankstellen zu haben.

Virtuelle Kreditkarten kommen ohne Plastikkarte aus. Ihr Inhaber erhält alle wichtigen Daten und kann damit beispielsweise im Internet einkaufen. Des Weiteren können virtuelle Kreditkarten mit den Zahldiensten Apple oder Google Pay verknüpft werden. In dem Fall eignen sie sich zum regulären Shopping – vorausgesetzt, das Geschäft verfügt über die entsprechende Technik.

Bei allen Kreditkarten ohne Kreditrahmen kann es beim Buchen von Hotelzimmern oder Mietwagen Probleme geben, weil solche Unternehmen beim Bezahlen einen Betrag als Kaution reservieren. Das funktioniert mit Prepaid- oder Debitkarten selbst bei ausreichend hohem Guthaben nicht.

Warum braucht man überhaupt eine Kreditkarte?

Klar, ein kreditkartenloses Leben ist problemlos möglich. Doch in einigen Fällen ist es unverzichtbar, das kleine Kärtchen im Portemonnaie zu haben. Hier sind die wichtigsten Vorteile, die Kreditkarten mit sich bringen.

Kostenloses Darlehen

Wer eine Revolving oder Charge Card hat, kann sich innerhalb eines Limits unbürokratisch Geld von der Bank leihen. Wer seine Kreditkartenrechnung anschließend in voller Summe ausgleicht, für den war dieser Kredit kostenlos. Falls sich die Gehaltszahlung verzögert oder plötzlich dringend Geld benötigt wird, erweist sich dieser Vorschuss als praktisch.

Flexibilität

In vielen Ländern verschwindet Bargeld aus dem Alltag, weil alle Einkäufe – ob nun im Supermarkt oder am Ticketautomaten - mit Kreditkarte bezahlt werden. Diese Tendenz ist hierzulande absehbar. Der regelmäßige Gang zum Geldautomaten entfällt dadurch und mit ihm die dicke Geldbörse voller lästigem Kleingeld. Wer seine Karte bei einem Zahlungsdienst wie Apple Pay hinterlegt, lässt die Kreditkarte selbst daheim, denn alles, was dafür benötigt wird, sind das Smartphone oder die Smartwatch. Personen, die etwas im Internet bestellen wollen, sind dank Kreditkarte ebenso fein raus, weil beinah alle Onlineshops diese als Zahlungsmittel akzeptieren.

Zahlungsmittel auf Reisen

Innerhalb der EU mag die Girocard zum Bezahlen und Geldabheben noch genügen, aber spätestens in einem Land mit einer anderen Währung kann es teuer werden. Hier spart eine gute Reisekreditkarte bares Geld und ist beinah überall verwendbar. Urlauber können sich mit ihr noch am Flughafen mit der Landeswährung eindecken und sparen sich dadurch Besuche in zwielichtigen Wechselstuben, die nicht immer den besten Wechselkurs anbieten. Ganz abgesehen davon, dass es riskant ist, mit großen Mengen Bargeld zu verreisen oder gar zu Problemen am Zoll führen kann.

Hinweis: Beim Geldabheben außerhalb der Eurozone bieten manche Geldautomaten die sogenannte Dynamic Currency Conversion an und rechnet den verfügten Betrag aus der Landeswährung automatisch in Euro um. Diese sollten Reisende unbedingt ablehnen, weil sie dadurch einen deutlich schlechteren Wechselkurs erhalten.

Sicherheit

Die Kreditkarte ist außerdem ein sicheres Zahlungsmittel beim Einkaufen im Internet und in Geschäften. Verschiedene Legitimationsverfahren sollen sicherstellen, dass es der Inhaber der Kreditkarte ist, der da gerade bezahlen will. An der Kasse wird die Zahlung üblicherweise durch Eingabe der PIN oder Unterschrift auf dem Transaktionsbeleg freigegeben. Wer Summen bis 25 Euro kontaktlos begleicht, braucht nichts weiter zu tun. Beim Onlineshopping schützen Verfahren wie Mastercard Identity Check oder Visa Secure vor Kreditkartenbetrug. Dabei müssen Kunden vor dem Bezahlen im Internet die Transaktion z. B. in einer Handy-App oder durch Eingabe einer TAN bestätigen. Kommt die Kreditkarte abhanden – egal, ob durch Diebstahl oder weil sie auf Nimmerwiedersehen im Automaten verschwindet –, kann sie durch einen Anruf bei der Bank oder direkt in der Onlinebanking-App gesperrt werden. Meistens kommt das Geldinstitut für alle Schäden auf, die nicht durch fahrlässiges Verhalten entstanden sind. Um Kartenmissbrauch rasch zu bemerken, bieten manche Banking-Apps die Funktion, bei jeder Transaktion eine Benachrichtigung anzuzeigen. Auf diese Weise fallen ungewöhnliche Umsätze sofort auf.

Was ist bei Kreditkarten zu beachten?

Es gibt Hunderte verschiedene Kreditkarten in Deutschland. Wer eine beantragen möchte und sich nun fragt „Welche Kreditkarte soll ich nehmen?“, sollte beim Kreditkartenvergleich darauf achten,

  • ... ob ein Girokonto dazugehört.
  • ... von welcher Gesellschaft die Kreditkarte stammt.
  • ... welche Bank die Karte herausgibt.
  • ... ob es sich um eine Revolving Card, Charge Card, Prepaid- oder Debitkarte handelt.
  • ... wie die Kreditkartenrechnung bezahlt wird und wann Umsätze abgebucht werden.
  • ... mit welchen Gebühren die Kartennutzung verknüpft ist.

Betrachten wir die einzelnen Punkte genauer. Ein Girokonto gehört bei Charge Cards immer mit dazu, Revolving Cards sind als echte Kreditkarten stets ohne verknüpftes Konto verfügbar. Wer ohnehin sein Konto wechseln will, findet vor allem bei Direktbanken solche Pakete aus Konto und Karte zu günstigen Konditionen.

Die Wahl der Kreditkartengesellschaft bestimmt, wo die Karte überall einsetzbar ist. Visa und Mastercard sind in Deutschland flächendeckend vertreten, doch American Express ist ebenfalls auf dem Vormarsch, seit das Unternehmen seine Händlergebühren gesenkt hat und sich zunehmend an die breite Masse wendet.

Wer schon ein Konto hat (und wer hat das nicht?) und nicht wechseln will, kann sich bei seiner Bank informieren, zu welchen Konditionen Kreditkarten erhältlich sind. Wer weiß, vielleicht erfüllt diese schon sämtliche Ansprüche.

Die Abrechnungsart ist natürlich von größtem Interesse. Vor allem der Gebrauch von Revolving Cards erfordert etwas Disziplin, weil nicht alle Anbieter automatisch die Gesamtsumme der Kreditkartenumsätze vom Konto abbuchen. Neukunden sollten beachten, dass die Teilrückzahlung üblicherweise voreingestellt ist. Um hohe Zinskosten zu vermeiden, sollten sie den Rechnungsausgleich unbedingt anpassen. Inhaber von Prepaid-Kreditkarten schauen besonders auf die verschiedenen Arten, Guthaben aufzuladen. Bei einer Charge Card oder Debit-Kreditkarte erfolgt die Abrechnung ohne Zutun des Bankkunden.

Wenden wir uns nun dem wichtigsten Punkt zu: Was kostet eine Kreditkarte überhaupt? Die folgenden Gebühren können Interessierten bei der Lektüre des Preis- und Leistungsverzeichnisses ihrer Bank begegnen.

Da wäre zunächst die Jahresgebühr für die Überlassung der Kreditkarte, die unabhängig von der Nutzung zu bezahlen ist. Für Classic-Karten liegt sie je nach Bank zwischen 20 und 50 Euro, doch es gibt ferner jede Menge gebührenfreie Kreditkarten. Bei hochwertigen Kreditkarten ist diese Grundgebühr entsprechend höher, die Barclaycard Platinum Double kostet etwa 99 Euro im Jahr. Manche Banken erlassen Neukunden diesen Betrag im ersten Jahr, andere verzichten ab einem definierten Umsatz darauf. Dabei ist zu beachten, dass lediglich reine Ausgaben als Umsatz gewertet werden, Barabhebungen zählen also nicht dazu.

Die Abhebegebühr ist bei jeder Geldautomatenbenutzung zu bezahlen, meistens liegt sie zwischen 1 und 2 % des verfügten Betrags. Bei kleineren Summen ist gelegentlich ein Mindestbeitrag fällig. Bei den meisten Banken ist eine Auszahlung am Bankschalter grundsätzlich kostenpflichtig. Übrigens limitieren zunehmend mehr Geldinstitute das Bargeldabheben, so muss die ausgezahlte Summe mindestens 50 Euro betragen oder die Anzahl der kostenlosen Geldautomatennutzungen pro Monat ist begrenzt.

Manche Banken verlangen bei Verwendung der Kreditkarte außerhalb Deutschlands Auslandseinsatzgebühren in Höhe von 1 bis 2 % des verfügten Betrags. Zusätzlich kann bei Verfügungen in Fremdwährungen das sogenannte Fremdwährungsentgelt hinzukommen, der sich in einem ähnlichen Rahmen bewegt. Dazu zählen genauso Einkäufe in Onlineshops, in denen in anderer Währung bezahlt wird.

Bei Kreditkarten mit Girokonto sind außerdem etwaige Kontoführungsgebühren zu beachten. Bei Prepaid-Kreditkarten sind mitunter Entgelte für manche Aufladungsformen zu entrichten. Einzelne Anbieter berechnen sogar einen einmaligen Bereitstellungspreis oder erheben Gebühren für die Nichtbenutzung der aufgeladenen Karte, die das darauf befindliche Guthaben allmählich aufzehren.

Bei Revolving Cards mit Teilrückzahlungsoption sind die Zinsen und ihre Fälligkeit zu beachten. So ist es bei der Gebührenfrei Mastercard Gold beispielsweise so, dass für aus dem Automaten gezogenes Geld grundsätzlich ab dem Tag der Transaktion Zinsen zu bezahlen sind. Da bei Charge Cards die Umsätze automatisch vom angeschlossenen Girokonto eingezogen werden, sind dessen Dispo-Zinsen von Interesse. Denn befindet sich nicht genug Guthaben auf dem Konto, rutscht es automatisch ins Minus. In solchen Fällen kann es günstiger sein, eine Umschuldung vorzunehmen oder die Ratenzahlung der Umsätze möglichst zu vermeiden. Momentan bewegen sich die Sollzinsen für Kreditkarten zwischen 5,00 % und 19,44 %. Bei einem Vergleich von Kreditkarten ist es möglich, sich die Angebote mit den günstigsten Zinsen zuerst anzeigen zu lassen.

Welche Kreditkarte ist am besten?

Bei der gigantischen Auswahl an Kreditkarten ist für jeden Bedarf das passende Produkt dabei. Die eine Karte, die alle Wünsche erfüllt, gibts nämlich nicht. Darum sollten alle, die sich eine Kreditkarte zulegen wollen, zunächst überlegen, was sie damit überhaupt machen wollen. Anschließend ziehen sie einen Kreditkartenvergleich zurate, indem sie mehrere Produkte einander gegenüberstellen und die für ihre Zwecke am besten geeignete Karte herausfiltern. Es ist zu empfehlen, der Wahl der richtigen Kreditkarte etwas Zeit zu widmen, da allzu häufige Wechsel den Schufa-Score beeinträchtigen.

Wer eine Reisekreditkarte sucht, sollte sich informieren, welche Kreditkartengesellschaft im Zielland hauptsächlich vertreten ist. Visa- und Mastercard werden im Grunde überall akzeptiert, beide sind gleich gut geeignet. Bei der Auswahl sollte der Fokus auf Entgelten fürs Bezahlen im Ausland und Transaktionen in Fremdwährungen liegen. Bei guten Kreditkarten für den Urlaub sind diese Gebühren niedrig oder entfallen ganz. In einigen Ländern, darunter Thailand und die USA, berechnen die Betreiber von Geldautomaten sogenannte Fremdgebühren, die üblicherweise Bankkunden selbst tragen müssen. Bis vor Kurzem war die 1plus Visa Card von Santander die einzige Kreditkarte, bei der Fremdgebühren erstattet wurden, dieser Service endet für Bestandskunden zum 1. Juli 2020. Es gibt jedoch Möglichkeiten, diese Gebühren niedrig zu halten, indem etwa überwiegend bargeldlos bezahlt wird oder am Automaten pro Vorgang größere Summen abgehoben werden. Mitunter gibt es vor Ort Partnerbanken des eigenen Geldinstitutes, an deren Geldautomaten man kostenlos mit seiner Debitkarte Geld abheben kann. Das geht außerhalb Europas lediglich mit Maestro-Karten. Girocards mit V-Pay-Symbol sind dagegen auf die EU beschränkt. Ein nettes Extra bei Auslandskreditkarten ist die Bereitstellung einer kostenlosen Ersatzkarte oder einer bestimmten Summe Notfallbargeld im Falle des Kartenverlusts.

Wer demnächst die Vereinigten Staaten bereisen möchte, fragt sich wahrscheinlich, welche Kreditkarte für Reisen in die USA geeignet ist. Schließlich wurde die Kreditkarte dort erfunden und ist das wichtigste Zahlungsmittel. Supermarktbesucher, die ihren Einkauf bar bezahlen möchten, ernten schräge Blicke. In den USA dominieren Visa und Mastercard wie hierzulande den Markt und werden weithin akzeptiert. Grundsätzlich eignen sich die gleichen Karten wie für alle anderen Fernreisen. Man braucht also nicht nach einer besonderen Kreditkarte für die USA Ausschau zu halten. Zu beachten sind dabei die folgenden Punkte:

  • niedrige Abhebegebühr,
  • niedrige Gebühr für Auslandseinsatz/Fremdwährungen sowie
  • Versicherungsleistungen (optional).

Im Idealfall können Reisende mit ihrer Kreditkarte kostenlos im Ausland bezahlen und Geld abheben. Zwar kann man in den USA an jeder Ecke bargeldlos zahlen, doch ganz ohne Scheine und Münzen geht es nicht. Jedoch erheben dort die meisten ATM-Betreiber eine Gebühr im einstelligen Dollarbereich. Das kann sich bei mehreren Abhebungen schnell aufsummieren, darum ist es besser, die Besuche beim Geldautomaten zu reduzieren und möglichst große Summen auf einmal abzuheben. Des Weiteren ist es ratsam, mindestens eine echte Kreditkarte mit Kreditrahmen mitzuführen. Dies sollten vor allem Reisende tun, die sich einen Mietwagen leihen möchten, weil der ausschließlich mit Kreditkarte bezahlbar ist. Außerdem sind in den USA sogenannte Imprinter noch stärker verbreitet, mit denen die Kreditkarte manuell ausgelesen wird. Zahlkarten ohne Hochprägung, die den Hinweis for electronic use only tragen, eignen sich dafür nicht.

Kostenlose Kreditkarten sind besonders begehrt. Das sind Zahlkarten, bei denen die ausgebende Bank keine Grundgebühr erhebt, weitere Entgelte können anfallen. Sie gehören hauptsächlich der Classic-Kategorie an, kostenlose Gold-Kreditkarten sind deutlich seltener. Für den Alltagsgebrauch sind kostenlose Kreditkarten ausreichend und es gibt viele gebührenfreie Reisekreditkarten, die im Ausland ohne weitere Kosten genutzt werden können.

Soll die Kreditkarte hauptsächlich als Zahlungsmittel dienen, sind kostenloses Geldabheben und Bezahlen innerhalb Deutschlands essenziell. Neue Karten sind mittlerweile standardmäßig mit NFC-Technik zum kontaktlosen Bezahlen ausgestattet. Das ist besonders praktisch und verkürzt den Bezahlvorgang an der Kasse ungemein. Hygienischer ist diese Zahlart außerdem. Viele Verbraucher legen zudem Wert darauf, dass die ausgebende Bank Apple Pay oder Google Pay unterstützt. Andere wünschen sich eine Kreditkarte, mit der sie Paybackpunkte sammeln können oder Versicherungsschutz beim Onlineshopping genießen. Wer ausschließlich Internetbestellungen via Kreditkarte bezahlen will, dem genügt unter Umständen eine virtuelle Kreditkarte.

Wer bereits ein gutes Girokonto hat und nicht wechseln möchte, wählt eine Kreditkarte ohne Girokonto. Dabei handelt es sich in aller Regel um Revolving Cards. Der Ausgleich erfolgt dann automatisiert oder durch Überweisung. In jedem Fall wird ein Referenzkonto benötigt. Prepaid-Kreditkarten kommen ebenfalls ohne verknüpftes Konto aus, da sie zur Benutzung explizit aufgeladen werden. Sie stellen eine gute Alternative für Personen dar, deren Kreditkartenantrag aus Bonitätsgründen abgelehnt wurde, kosten allerdings etwas mehr.

Manche Menschen bevorzugen eine hochwertige Gold- oder Platin-Kreditkarte, weil sie die entsprechenden Zusatzleistungen in Anspruch nehmen wollen oder sie schlicht als Statussymbol sehen. Diese sind bei nahezu allen Banken mit Jahresgebühren verbunden. Ab einem bestimmten Umsatz erstatten einige Geldinstitute diese Gebühr. Mitunter sind mehrere Partnerkarten kostenlos erhältlich. Schwarze Kreditkarten können nicht frei beantragt werden, Banken bieten sie ihren besten Kunden exklusiv an.

Solche hochwertigen Kreditkarten in Gold oder Platin kommen mit Versicherungen daher. Besonders verbreitet sind Reiseversicherungen, etwa Mietwagen- oder Reise-Krankenversicherungen. Wer die Kreditkarte vor allem der Versicherung wegen abschließt, sollte zuvor einen Blick in die Geschäftsbedingungen werfen. Im Regelfall beschränkt sich der Versicherungsschutz auf mit der Kreditkarte bezahlte Reisen oder der Selbstbehalt ist sehr hoch. Vor allem bei der Reise-Krankenversicherung ist es daher besser, sich nicht auf Kompromisse einzulassen. Gute Auslandskrankenversicherungen kosten nicht viel und bieten umfassenden Schutz.

Wann wird das Konto mit den Kreditkartenumsätzen belastet?

Wer mit seiner Kreditkarte bezahlt, nimmt im Grunde einen kleinen Kredit in Anspruch. Frei nach der Devise „Jetzt einkaufen, später bezahlen“. Doch wann bucht die Bank denn nun die Umsätze vom Girokonto ab?

Für diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort, denn es kommt ganz darauf an, um welche Kreditkarte es sich handelt. Bei Debit-Karten werden sämtliche Verfügungen sofort vom Referenzkonto abgebucht. Wer eine aufladbare Kreditkarte hat, bezahlt im Voraus, indem er Guthaben auflädt. Einzig bei Charge Cards und Revolving Cards sammelt die ausgebende Bank alle Transaktionen und schickt dem Inhaber monatlich eine Rechnung. Diese findet er üblicherweise im Postfach seines Onlinebanking-Accounts. Per Post zugestellte Papierrechnungen sind optional verfügbar und kosten extra. In den Vertragsbedingungen steht, an welchem Stichtag die Abrechnung stattfindet.

Während Besitzer von Charge Cards lediglich Sorge tragen müssen, dass sich auf ihrem Girokonto ausreichend Geld befindet, haben Revolving-Card-Inhaber eine etwas größere Verantwortung. Zunächst achten sie darauf, welche Art der Rückzahlung eingestellt ist. Meistens ist die Ratenzahlung nämlich die Standardabrechnung und die Bank bucht nicht den kompletten Rechnungsbetrag ab, sondern lediglich einen prozentualen Anteil plus Zinsen. Das wird auf Dauer teuer. Bei Kreditinstituten, die keinen automatisierten Ausgleich anbieten, bleibt Kunden nichts anderes übrig, als jeden Monat erneut daran zu denken, dass sie ihre Kreditkartenabrechnung überweisen müssen. Versäumen sie dies, wird unter Umständen die Kreditkarte gesperrt.

Wie funktioniert ein Kreditkartenvergleich?

In Deutschland gibt es über hundert verschiedene Kreditkarten. Wer sich eine zulegen möchte, hat drei Möglichkeiten: Er kann sich erkundigen, welche Karten seine Hausbank herausgibt, er kann selbst im Internet recherchieren oder – und das ist die beste Art – er kann einen Kreditkartenvergleich anstellen. Der wird unter anderem von Portalen wie Check24 oder Cardscout angeboten. Dabei ist zu beachten, dass diese nicht alle verfügbaren Produkte anzeigen, sondern sich auf die Karten ihrer Partnerbanken beschränken. Vergleichsportale finanzieren sich nämlich über Provisionen, die sie bei jeder erfolgreichen Vermittlung eines Neukunden erhalten. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, mehrere Kreditkartenvergleiche bei unterschiedlichen Anbietern durchzuführen.

Kreditkartenvergleiche stellen also eine Anzahl an Kreditkarten einander gegenüber. Häufig haben Nutzer die Möglichkeit, eine Vorauswahl zu treffen und sich Kreditkarten ohne Konto oder Kreditkarten für Auslandsreisen anzeigen zu lassen. Die obersten Plätze in der Liste sind nicht die günstigsten Angebote, sondern wurden dort teilweise gezielt positioniert, um die Aufmerksamkeit des Suchenden zu erhaschen.

Die Ergebnisliste kann gefiltert werden, um etwa Prepaid-Kreditkarten auszuschließen oder solche mit kostenloser Bezahlung in Euro anzuzeigen. Außerdem können Nutzer die Liste sortieren, sodass beispielsweise die Karten mit den niedrigsten Zinsen zuoberst stehen.

Wer sich für ein Produkt entschieden hat, kann den Antrag entweder direkt auf dem Vergleichsportal ausfüllen oder wird durch einen Klick auf einen Button zum Anbieter weitergeleitet.

Wie viele Kreditkarten darf man haben?

Privatpersonen dürfen so viele Kreditkarten besitzen, wie sie möchten und sich leisten können. Es gibt keine gesetzliche Grenze. Vielmehr legt die Bonität fest, wie vielen Kreditkartenanträgen überhaupt stattgegeben wird. Denn natürlich steht in der Schufa-Akte, wie viele Kreditkarten jemand besitzt. Jede weitere Karte verschlechtert den Score. Gleichermaßen haben häufige Wechsel, inaktive Karten und Konten oder verspätete Ratenzahlungen einen negativen Einfluss auf die Kreditwürdigkeit, sodass irgendwann Schluss ist. Wer dauernd neue Kreditkarten beantragt, um Prämien oder Boni zu erhalten, sollte einmal im Jahr eine Kopie seiner Schufa-Daten anfordern.

Vor allem beim Reisen ist es jedoch sinnvoll, mindestens zwei Kreditkarten einzupacken. Am besten eine Visa- und eine Mastercard. Dadurch stehen Urlauber nicht plötzlich ohne Bares dar, falls eines der beiden Systeme plötzlich ausfällt. Besonders praktisch sind Kartendoppel wie die von Barclays, die jeweils eine Visa- und eine Mastercard enthalten.

Wie wird die Kreditkarte beantragt?

Ist die Entscheidung für eine Kreditkarte gefallen, folgt der Antrag. Den können Interessierte entweder auf der Webseite der entsprechenden Bank stellen oder über ein Vergleichsportal, das als Vermittler fungiert. Von der Sparkasse und anderen Filialbanken herausgegebene Kreditkarten können am dortigen Schalter eröffnet werden. Dabei ist zu beachten, dass nur jene Personen eine Kreditkarte erhalten, die die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Volljährigkeit (Ausnahme: manche Prepaid- und Debit-Kreditkarten),
  • Wohnsitz in Deutschland,
  • regelmäßiges Einkommen,
  • gültige Handynummer,
  • Girokonto bei einer deutschen Bank (bei Kreditkarten ohne Konto) sowie
  • ausreichende Bonität, also kein negativer SCHUFA-Eintrag.

Trifft alles zu? Super, dann folgt der nächste Schritt: das Antragsformular. Dieses fragt die üblichen Personendaten ab, Name, Adresse, Geburtsdatum und so weiter. Das Formular ist dann zu unterschreiben, denn damit stimmt der Antragsteller der Bonitätsprüfung zu. Entweder wird der Antrag dazu ausgedruckt, per Hand unterschrieben und zur Post gebracht. Ein Mitarbeiter kontrolliert dort die Unterschrift und vergleicht die Daten mit dem Ausweis oder Reisepass des Kunden. Nach dieser Identitätsbestätigung leitet er den Antrag an das Kreditinstitut weiter. Oder die Bank bietet die Legitimation per Videochat an. Das geht bequem von zu Hause aus. Bei einigen Geldinstituten ist es außerdem möglich, sich mit dem elektronischen Personalausweis zu identifizieren. Dafür wird allerdings ein geeignetes Lesegerät benötigt.

Die Bearbeitung des Antrags dauert einige Tage, da erst die Bonität überprüft werden muss. Manche Banken teilen Kunden sofort mit, ob sie die Kreditkarte bekommen oder nicht. Wie lange die Zusendung der Kreditkarte dauert, hängt vom Kreditinstitut ab. Bei der DKB dauert es rund zwei Wochen, bis der Umschlag mit dem Kärtchen im Briefkasten landet. Aus Sicherheitsgründen verschicken Banken die PIN und die Zugangsdaten fürs Onlinebanking jeweils separat. Wer ein Girokonto mit zugehöriger Kreditkarte eröffnet, erhält außerdem die Girocard samt PIN.

Wie kann man seine Kreditkarte kündigen und entsorgen?

Es gibt viele Gründe dafür, einen Kreditkartenvertrag zu kündigen. Vielleicht ist die Jahresgebühr zu teuer, der Karteninhaber möchte zu einem anderen Anbieter wechseln oder braucht die Karte schlicht nicht mehr. In jedem Fall ist es empfehlenswert, ungenutzte Kreditkarten zu kündigen, da diese die Bonität unnötig verschlechtern. Dabei ist zu beachten, dass mit Girokonten verknüpfte Kreditkarten ausschließlich gemeinsam aufgelöst werden können.

Vor Einreichen der Kündigung ist zu prüfen, ob noch Zahlungen offen sind. Das ist vor allem bei vereinbarten Ratenzahlungen von Verbraucherkrediten – etwa nach dem Kauf einer Waschmaschine – wichtig. Manchmal stimmt die Bank zu, alle noch offenen Raten vom Girokonto abzubuchen. Noch auf der Karte vorhandenes Guthaben sollte vor der Kündigung auf ein anderes Konto überwiesen werden. Dies kann auch die Bank erledigen, sofern ihr die IBAN des Zielkontos vorliegt.

Viele Kreditkartenverträge haben keine Mindestlaufzeit, die Kündigungsfrist beträgt üblicherweise einen Monat. Diese Konditionen können jedoch von der Bank abhängig sein, darum ist in jeden Fall ein Blick in die AGB oder den Kreditkartenvertrag zu empfehlen. Falls die Bank die Konditionen ändert und etwa die Preise erhöht, können Verbraucher von ihrem außerordentlichen fristlosen Kündigungsrecht Gebrauch machen. Bei Karten mit Jahresgebühr wird diese im Falle einer vorzeitigen Kündigung von manchen Anbietern anteilig erstattet.

Die Kündigung erfolgt schriftlich per Post. Dazu genügt ein formloses Schreiben. Wer mag, findet im Internet jede Menge Vorlagen. Dieses sollte in jedem Fall die folgenden Informationen enthalten:

  • Ort und Datum,
  • Postadresse des Kunden,
  • Kündigungstermin (oder Formulierung „zum nächstmöglichen Termin“),
  • Widerruf der Einzugsermächtigung,
  • Bitte um schriftliche Bestätigung der Kündigung,
  • Kundennummer (steht z. B. auf der Kreditkartenabrechnung) und
  • Kreditkartennummer.

Sie ist nur gültig, wenn der Kunde das Schreiben eigenhändig unterzeichnet. Bei mehreren Konto- oder Karteninhabern wird die Unterschrift aller Personen benötigt. Außerdem lohnt es sich, den Brief per Einschreiben an die Bank zu schicken. Dieses bestätigt den Empfang zweifelsfrei und der Kunde weiß sicher, dass die Kündigung angekommen ist.

Mitunter verlangen Geldinstitute, dass die Kunden ihre nun nicht mehr benötigten Kredit- und Girokarten entwerten und an die zurückschicken. Filialbanken bieten mitunter die Rücknahme von Kredit- und Girokarten an. Anderen genügt es, wenn ihre Ex-Kunden alle entsprechenden Karten selbst vernichten. Dabei wird die Karte in mehrere Teile zerschnitten und der Magnetstreifen zerstört. Wer einen geeigneten Aktenvernichter hat, schreddert seine Karte darin. Da moderne Chipkarten jede Menge Technik enthalten, dürfen die Schnipsel nicht mehr in der Papier- oder Restmülltonne landen. Deswegen sind sie seit Ende 2018 auch mit dem Piktogramm einer durchgestrichenen Mülltonne gekennzeichnet. Laut deutschem Elektrogesetz zählen Bankkarten zum Elektromüll und müssen genauso entsorgt werden wie ein altes Radio: auf dem Wertstoffhof. Wo sich der Nächste befindet, erfahren Verbraucher bei ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Fazit zum Kreditvergleich

Kreditkarten werden immer beliebter, ob als Zahlungsmittel im Alltag oder auf Reisen. Inzwischen gibt es viele verschiedene Karten, die sich hinsichtlich ihrer Bedingungen stark voneinander unterscheiden. Eine gute Kreditkarte für Fernreisen kann fürs Einkaufen im Internet total ungeeignet sein und nicht jede Mastercard entspricht allen Kriterien. Um in der großen Auswahl das für sich passende Produkt zu finden, bietet sich ein Kreditkartenvergleich an. Dabei vergleichen Nutzer unterschiedliche Kreditkarten, suchen gezielt nach solchen ohne Auslandsgebühren oder die auf eine bestimmte Art und Weise abgerechnet wird. Mit vergleichsweise geringem Zeitaufwand lässt sich so die individuell beste Kreditkarte entdecken und direkt bestellen.