Rund drei Viertel aller Mobilfunkanschlüsse in Deutschland basieren auf einem Laufzeitvertrag zwischen einem Mobilfunkanbieter und dem Mobilfunknutzer.

Über lange Jahre die einzige Möglichkeit, um ein Mobiltelefon nutzen zu können, entscheiden sich immer mehr Verbraucher inzwischen gegen die Vertragsbindung und für ein flexibles Prepaid-Modell. Für beide Varianten, postpaid und prepaid, findet sich ein umfangreiches Angebot an Tarifen bei einer großen Zahl unterschiedlicher Anbieter. Ob ein Mobilfunkanschluss im Prepaid-Verfahren die richtige Wahl ist und welcher Anbieter mit welchem Tarif das beste Angebot bereitstellt, ist immer eine individuell zu klärende Frage. Um diese sinnvoll beantworten zu können, ist in erster Linie eine möglichst präzise Analyse des eigenen Nutzungsverhaltens und im Anschluss ein sorgfältiger Vergleich einzelner Tarife erforderlich.

Warum überhaupt Prepaid statt Postpaid?

Das klassische Vertragsverhältnis gilt nach aktuell noch gültiger Gesetzeslage bei Vertragsschluss für zwei Jahre und verlängert sich nach Ablauf der vertraglichen Kündigungsfrist um weitere 12 Monate. Auch wenn eine Änderung dieser Beschränkungen absehbar ist, die zukünftigen Verbrauchern eine frühere Kündigung ermöglicht, ist der klassische Mobilfunkvertrag weiterhin eher unflexibel. Trotzdem entscheiden sich rund drei Viertel aller Mobilfunknutzer für den Handyvertrag. Einer der wichtigsten Gründe hierfür ist die Bequemlichkeit. Ein einmal abgeschlossener Mobilfunkvertrag läuft theoretisch unbegrenzt zu gleichbleibenden Konditionen und bedarf im Grunde keiner weiteren Aufmerksamkeit. Bei Pakettarifen mit Flatrates bucht der Mobilfunkprovider einmal im Monat einen gleichbleibenden Rechnungsbetrag vom Girokonto des Kunden ab. Damit sind auch die Kosten eines Handyvertrags gut planbar.

Im Gegenzug bindet sich der Kunde längerfristig. Veränderungen im Nutzungsverhalten können die monatlichen Kosten unnötig erhöhen. Wird das Handy über längere Zeit nicht oder deutlich weniger genutzt, bezahlt der Kunde für eine Leistung, die er nicht in Anspruch nimmt. Außerdem ist es dem Verbraucher nicht möglich, spontan auf Veränderungen des Mobilfunkmarktes zu reagieren. Ein Tarif- oder Anbieterwechsel ist erst nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit und unter Einhaltung der Kündigungsfrist möglich. So kann es durchaus sein, dass ein Kunde in seinem laufenden Tarif mehr bezahlt, als ein Neukunde beim selben Anbieter für die gleiche oder sogar bessere Leistung. Untersuchungen haben sogar ergeben, dass etwa jeder dritte Mobilfunknutzer für seinen Vertrag zu viel bezahlt.

An dieser Stelle zeigt sich der elementare Unterschied eines Prepaid Tarifs. Bei der Prepaid-Methode bezahlt der Kunde bereits im Voraus, da die Nutzung eines Prepaid Handys auf Guthabenbasis eroflgt. Die Kosten für Gespräche, SMS und die Nutzung des mobilen Internets werden von zuvor aufgeladenem Guthaben abgezogen. Ist der Verfügungsrahmen ausgeschöpft, ruht der Tarif. Üblicherweise kann der Handynutzer weiterhin Anrufe entgegennehmen, das aktive Telefonieren oder eine anderweitige Nutzung des Mobilfunknetzes ist jedoch nicht möglich. Ein Prepaid-Tarif ist jederzeit kündbar. Streng genommen muss der Nutzer ihn nicht kündigen. Ist das Guthaben aufgebraucht entstehen keine Kosten. Die meisten Mobilfunkanbieter behalten sich die Möglichkeit vor, den Mobilfunkanschluss zu deaktivieren und die Telefonnummer neu zu vergeben, wenn das Prepaid Handy über eine längere Zeit nicht zum Einsatz kommt und kein Guthaben vorhanden ist. Wie lange diese Ruhefrist ist, ergibt sich aus den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Mobilfunkanbieters. Sie liegt in der Regel bei sechs Monaten.

Das Prepaid Modell zeichnet sich insgesamt durch große Flexibilität aus. Die maximale Tarifbindung liegt bei vier Wochen. Ändert sich in diesem Zeitraum das individuelle Nutzungsverhalten oder bietet der eigene beziehungsweise ein anderer Anbieter günstigere Tarifbedingungen, ist ein Wechsel in einen anderen Tarif, zu einem anderen Prepaid Anbieter oder in einen Laufzeitvertrag  problemlos möglich.

Prepaid telefonieren trotz negativer Schufa

Wer sich für einen klassischen Handyvertrag entscheidet, wird vom Anbieter im Rahmen der Antragsbearbeitung einer Bonitätsprüfung unterzogen. Aufgrund der längerfristigen Vertragsbindung möchte sich der Provider verständlicherweise vor Zahlungsausfällen schützen. Im Antrag stimmt der Kunde deshalb üblicherweise einer Abfrage der über ihn gespeicherten Schufa-Daten zu. Die Schufa speichert Daten zum Bezahlverhalten, wertet sie aus und stellt die Informationen Unternehmen zur Bonitätsprüfung zur Verfügung. Ein Scoring-Wert gibt Auskunft darüber, wie hoch die Schufa auf Basis der erfassten Daten das Risiko eines Zahlungsausfalls einschätzt. Schon einfache Negativmerkmale, wie eine verspätet bezahlte und vom Gläubiger angemahnte Rechnung, können das Scoring verschlechtern und einen Mobilfunkanbieter dazu bewegen, einen Antrag zurückzuweisen.

Anbieter von Prepaid-Tarifen verzichten auf eine Bonitätsprüfung. Da der Kunde ausschließlich auf Guthabenbasis telefoniert, entsteht kein Verlustrisiko. Prepaid Tarife eignen sich deshalb auch für Verbraucher mit schlechter Bonität sowie für Kinder und Jugendliche, die aufgrund eingeschränkter Geschäftsfähigkeit selber noch keine Verträge abschließen können.

Außerdem bietet ein Prepaid-Tarif optimale Kostenkontrolle und verhindert so, dass bereits finanziell belastete Verbraucher durch eine zusätzliche Zahlungsverpflichtung ihre Situation langfristig noch weiter verschlechtern.

Was zeichnet einen Prepaid-Tarif aus?

Im Hinblick auf die Tarifleistungen unterscheiden sich Laufzeittarife und Prepaid-Tarife nur minimal. Beide zeigen grundlegende Merkmale, die der Mobilfunknutzer in Bezug auf seine individuellen Anforderungen vergleichen und bewerten kann.

Das Mobilfunknetz

Laufzeittarife und Prepaid-Handys nutzen die gleichen Mobilfunknetze. In Deutschland teilt sich die gesamte Netz-Infrastruktur auf drei große Netzbertreiber auf:

  • Telekom D1
  • Vodafone D2
  • O2 / Telefónica

Der Unterschied aus Sicht des Mobilfunknutzers besteht in der Netzabdeckung. Grundsätzlich sind alle drei Netze bundesweit verfügbar. Die Netzabdeckung im GSM-Standard, dessen Übertragungsleistung für einfache Telefonie ausreicht, liegt insgesamt in allen drei Netzen bei annähernd 100 Prozent. Trotzdem finden sich im ländlichen Bereich weiterhin Lücken, also Gebiete mit schlechtem oder gänzlich ohne Empfang. Die geringsten Ausfälle zeigt das D1 Netz der Telekom.

Deutlich größer sind die Lücken in der Netzabdeckung beim schnellen mobilen Internet. Wer unterwegs mit LTE surfen möchte, bekommt vereinzelt nicht nur auf dem flachen Land Schwierigkeiten. Selbst in Großstädten zeigen sich bis heute Gebiete, in denen die schnellste Übertragung nicht lückenlos gewährleistet ist. Auch hier hat aktuell die Telekom die Nase vorne.

Das D1-Netz ist klar von der Telekom als Netzbetreiber dominiert. Neben eigenen Prepaid-Tarifen wirbt die Telekom mit ihrem Tochterunternehmen Congstar um die Gunst der Mobilfunkkunden. Daneben nutzen nur wenige Drittanbieter und Mobilfunkdiscounter das D1-Netz.

Auch im D2 Netz ist die Zahl der Anbieter neben dem Betreiber Vodafone überschaubar. Die meisten Mobilfunkanbieter im Prepaid nutzen das O2-Netz. Dies erklärt sich nicht zuletzt durch die vor einigen Jahren durchgeführte Zusammenlegung des O2-Netz mit dem zuvor eigenständigen Netzbetreiber Eplus.

Das beste Netz ist unabhängig von der Netzabdeckung im Ganzen immer jenes, das individuell, also dort wo sich der Nutzer überwiegend aufhält, die beste Leistung bietet.

Die Tarifleistungen

Mobilfunktarife unterscheiden sich in drei grundlegenden Bereichen:

  • Telefonie
  • SMS-Versand
  • Nutzung des mobilen Internets

Ein Prepaid-Vergleich widmet sich in erster Linie diesen drei Aspekten, vor allen Dingen den mit ihnen verbundenen Kosten.

Für alle drei Tarifbereiche finden sich zwei grundsätzliche Varianten: eine verbrauchsabhängige Berechnung und der Kauf von Paket-Leistungen. Bei der verbrauchsabhängigen Berechnung ist der tariflich vereinbarte Preis für jede Telefonminute, für jede SMS und für jedes übertragene Megabyte vom Prepaid-Guthaben fällig. Prepaid-Pakete bestehen dagegen aus Inklusivminuten, Frei-SMS und Datenvolumen-Paketen, die der Kunde in unterschiedlichem Umfang und Kombinationen im Voraus bezahlt und im Laufe eines Monats (meist berechnet mit 30 Tagen) nutzen kann.

Sind die Pakete aufgebraucht, berechnet der Provider weitere Minuten und SMS separat oder bietet die Möglichkeit, zusätzliche Pakete zu buchen. Nicht verbrauchte Minuten und Datenvolumen werden zumindest bei einigen Tarife in den Folgemonat übernommen.

Für wen lohnen sich welche Tarifdetails?

Prepaid Telefonkarten sind besonders wegen ihrer Flexibilität beliebt. Jeden Monat hat der Nutzer auf ein Neues die Möglichkeit, den Tarif seinen individuellen Bedürfnissen anzupassen. So kann der Mobilfunkkunde zum Beispiel für die Urlaubszeit zusätzliches Datenvolumen buchen.

Für die Wahl des passenden Tarifs ist eine Einschätzung des persönlichen Nutzungsverhaltens erforderlich. Wenigtelefonierer profitieren meist von einer minutengenauen Abrechnung. Wer regelmäßig telefoniert, kann entweder einen Tarif mit bis zu 300 Inklusivminuten wählen oder mit einer Telefonflat unbegrenzt zum Pauschalpreis telefonieren. Gleiches gilt für den SMS-Versand.

Die meiste Aufmerksamkeit verdient die Nutzung des prepaid Internet. Hier haben sich Datenvolumenpakete etabliert. Der Nutzer hat die Wahl zwischen Paketen in unterschiedlicher Größe. Die kleinsten liegen inzwischen bei 500 MB und decken den Verbrauch einer geringeren Internetnutzung ab. Wer regelmäßig unterwegs auf das Internet zugreift und auf seinem Smartphone prepaid Anwendungen mit Internetzugang nutzt, benötigt größere Pakete zwischen einem und drei Gigabyte Datenvolumen. Für Mobilfunknutzer die das mobile Internet via prepaid intensiv nutzen, Musik und Filme streamen und keine Lust haben, bei jeder Anwendung auf den Datenverbrauch zu achten, sind größere Volumenpakete erforderlich. Hier zeigt sich ein grundlegender Unterschied zwischen Laufzeittarifen und Prepaid SIM-Karten. Das maximale Datenvolumen bei Handyverträgen liegt bei 60 GB. Einige Anbieter werben inzwischen sogar mit echten Flatrates, also Tarifen ohne Begrenzung des Datenvolumens. Prepaid Karten lassen nur ein maximales Datenvolumen von 10 GB zu. Es besteht zwar die Möglichkeit, weiteres Datenvolumen nachzubuchen, hierdurch entstehen jedoch deutlich höhere Gesamtkosten.

Wie lässt sich ein Prepaid-Handy aufladen?

Die größte Einschränkung, die sich bei einem Prepaid-Tarif im Vergleich zum Laufzeitvertrag zeigt, ist die Notwendigkeit, in regelmäßigen Abständen Guthaben aufzuladen. Während der Vertragskunde nur dafür Sorge tragen muss, dass am Ende des Monats ausreichend Deckung auf dem Girokonto vorhanden ist, kann der Prepaid-Kunde nur dann telefonieren und im mobilen Internet surfen, wenn ausreichend Guthaben vorhanden ist.

Der Prepaid-Nutzer hat unterschiedliche Möglichkeiten, Guthaben auf das Prepaid-Konto zu übertragen:

  • Aufladung per Abbuchung vom Girokonto
  • Aufladung mit einer Guthabenkarte

Guthabenkarten bietet der Einzelhandel unter anderem an Supermarktkassen, an Tankstellen und in Kiosken. Sie tragen einen mehrstelligen Zahlencode, der per SMS an eine Service-Telefonnummer geschickt oder in einer App des Anbieters eingegeben die Übertragung des Guthabens auslöst. Zusätzlich kann der Nutzer mit der Registrierung ein SEPA-Lastschriftmandat erteilen. Anschließend genügt eine SMS mit vorgegebenem Text an die Service-Nummer oder ein Befehl in der Smartphone-App, um einen gestaffelten Betrag vom Konto abbuchen zu lassen.

Der Vorgang der Abbuchung lässt sich außerdem automatisieren. Entweder wird monatlich ein gewählter Betrag abgebucht oder eine Buchung erfolgt automatisch immer dann, wenn das vorhandene Guthaben einen Schwellenwert unterschreitet. Mit diesen Methoden lässt sich die Handhabung eines Prepaid-Tarifs so weit vereinfachen, dass kaum mehr ein Unterschied zum Laufzeitvertrag erkennbar ist.

Wie findet man die besten Prepaid-Angebote

Prepaid Tarife zu vergleichen ist dank Internet sehr einfach. Große Vergleichsplattformen wie Check24 oder Verivox bieten eine komfortable und schnelle Möglichkeit, den individuell besten Prepaid-Tarif zu ermitteln. Der Online-Vergleich listet eine große Auswahl verfügbarer Anbieter mit unterschiedlichen Tarifen. Der Nutzer kann die Ergebnisliste nach eigenen Anforderungen filtern und sortieren. So lässt sich die Auswahl auf Tarife mit bestimmten Tarifmerkmalen, zum Beispiel einem minimalen Datenvolumen beschränken und anhand des monatlichen Preises sortieren. Außerdem ist es möglich, die Auswahl auf einzelne Mobilfunknetze zu begrenzen.

Ist eine Auswahl getroffen, folgt der Kauf der Prepaid-SIM. Die meisten Anbieter vertreiben Prepaid Handykarten als Startersets über den Einzelhandel, in Handyshops, in Kiosken oder an Supermarktkassen. Überall dort ist es außerdem möglich, Guthabenkarten zu erwerben, um die Karte aufzuladen. Die meisten Startersets enthalten bereits ein geringes Startguthaben, annähernd in der Höhe des Kaufpreises.

Alternativ bieten auch die Vergleichsplattformen die Möglichkeit, eine ausgewählte Prepaid-SIM direkt aus der Vergleichsliste heraus zu bestellen. Dies gelingt entweder über eine Verlinkung zur Anbieterseite oder als Vermittlung über ein Bestellformular des Vergleichsportals.

Nach dem Kauf der Prepaid-Karte muss der Käufer diese vor der ersten Nutzung registrieren und freischalten lassen. Für die vorgeschriebene Registrierung ist die Identifikation des Mobilfunkkunden erforderlich. Diese erfolgt ausschließlich unter Vorlage eines Ausweisdokuments. Die meisten Anbieter nutzen zu diesem Zweck entweder das PosIdent-Verfahren oder das Video-Ident.

Das Video-Ident Verfahren ist für den Kunden die deutlich komfortablere und in den meisten Fällen schnellere Form der Registrierung. Während für das PostIdent ein Besuch einer Postfiliale erforderlich ist, funktioniert das Video-Ident bequem von zu Hause, im Rahmen eines Video-Telefonats.

Fazit für günstige Prepaid Tarife

Ob Prepaid oder Laufzeitvertrag ist eine individuelle Entscheidung, abhängig von den Anforderungen, die ein Mobilfunknutzer an sein Handy stellt. In vielen Fällen ist das Prepaid-Handy die flexiblere und langfristig preisgünstigere Wahl. Wer sich für eine Prepaid-Variante entscheidet, hat die Wahl zwischen verschiedenen Netzen, Anbietern und Tarifen. Auch hier spielen die individuellen Nutzungsgewohnheiten eine wichtige Rolle. Ein Online-Tarifvergleich liefert alle Informationen, die der Nutzer für seine Entscheidung benötigt. Die Nutzung eines Handys mit Prepaid-Karte ist unkompliziert und bietet dem Kunden viel Freiraum. Selbst ein regelmäßiger Tarifwechsel oder sogar der Wechsel zu einem anderen Anbieter ist ohne großen Aufwand von einem Monat zum nächsten möglich und verläuft dank Rufnummernmitnahme fast unbemerkt.