Gasvergleich – günstig heizen und kochen mit Gas

Vor allem in Großstädten geben Mieter fast die Hälfte ihres Einkommens fürs Wohnen aus. Laut Statistik bezahlten sie im Jahr 2017 pro Quadratmeter Wohnfläche mehr als zwei Euro für die Betriebskosten. Knapp 50 Prozent entfielen dabei auf Heizkosten und Kosten für die Warmwasserbereitung.

Zum Heizen verwenden Haushalte in Deutschland unterschiedliche Energieträger. Die drei Wichtigsten sind in Neubauten Gas, erneuerbare Energieträger und Fernwärme. Das über Jahrzehnte beliebte Heizöl spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle und Strom ist aufgrund der geringen Effizienz ebenfalls unbedeutend.

Mit mehr als 40 Prozent entscheiden sich die meisten Eigentümer und in Mietwohnungen Lebenden für Gas. Da es effizient in der Wärmeerzeugung und unkompliziert in der Bereitstellung ist, handelt es sich um eine zuverlässige und finanziell attraktive Energiequelle. Durch die Wahl des Versorgers haben Eigentümer und Mieter mit eigenem Anschluss die Möglichkeit, aktiv Einfluss auf die monatlichen Kosten zu nehmen.

Wie kommt das Gas in die Leitung?

Wie für den Strom aus der Steckdose gilt für Gas, dass die wenigsten Verbraucher auf Anhieb nachvollziehen können, wie der unsichtbare Energieträger in die Leitung kommt und wie das komplexe Konstrukt des Gasmarkts global, national und kommunal funktioniert.

Gas wird weltweit gehandelt. Das in Deutschland eingesetzte Erdgas stammt im Wesentlichen aus drei Ländern: Russland, Norwegen und den Niederlanden. Über Tausende Kilometer lange Leitungen gelangt es aus diesen Ländern in deutsche Speicher. Von dort aus strömt es durch ein weitverzweigtes Leitungsnetz zum Endverbraucher. Nur rund zehn Prozent des in Deutschland vertriebenen Gases stammen aus nationalen Quellen.

Die Verantwortung für das deutsche Gasnetz tragen große Gasnetzbetreiber. Seit 1998 können Verbraucher ihren Gaslieferanten frei wählen und sind nicht mehr an einen einzelnen lokalen Versorger gebunden. Neben städtischen Gasversorgern treten seither etliche Unternehmen in Wettbewerb. Sie kaufen, abhängig von der Zahl ihrer Abnehmer, Gas ein und verkaufen es an den Endabnehmer. Wie beim Strom hat dies für den Gaskunden keine technisch relevanten Auswirkungen. Einfach ausgedrückt: Das Gas fließt, sowie die Leitung in Haus oder Wohnung angeschlossen ist und jemand sie aufdreht.

Gas als Energielieferant

Wer seine Traumwohnung sucht, achtet auf viele Faktoren, wie Lage, Größe und Preis. Die Heizmethode spielt für die meisten Mieter eine untergeordnete Rolle. Spätestens wenn es um die laufenden Wohnkosten geht, kann sich dies schnell ändern. Wer selbst baut, steht dagegen schon früh vor der Frage, welches Heizungssystem er nutzen will.

Gas ist ein gefragter Energieträger mit erkennbaren Vorzügen gegenüber anderen Wärmequellen. Die Umrüstung vorhandener Ölheizungen auf Gas ist vergleichsweise unkompliziert und effizient. Schließlich besitzt eine Gas-Brennwertheizung einen höheren Wirkungsgrad und kann die gleiche Heizleistung mit geringerem Brennstoffeinsatz erzielen. Außerdem ist Gas billiger als Öl.

Durch seine hohe Wirksamkeit ist Gas im Vergleich zu Öl durch den geringeren CO2-Ausstoß weniger umweltbelastend. Zwar kann es sich in Klimafragen nicht mit erneuerbaren Energieträgern messen, es sei denn, es wird ausschließlich Biogas verbrannt. Solarheizungen, Fotovoltaik und andere klimafreundliche Formen der Energiegewinnung sind allerdings teuer und aufwendig in der Installation.

Wie funktioniert ein Gasanbieterwechsel?

Wer in eine Wohnung einzieht, die an das Gasnetz angeschlossen ist, erhält unter normalen Umständen vom ersten Tag an Gas zum Heizen und Kochen. Ist nichts anderes vereinbart, stammt das Gas vom sogenannten Grundversorger. Als solchen bestimmt das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) das Unternehmen, das die Mehrheit der Haushaltskunden im Netzgebiet versorgt.

In einer Mietwohnung mit Zentralheizung und zentraler Warmwasserversorgung hat der Abnehmer keinen Einfluss auf die Wahl des Versorgers. Der grundlegende Vertrag kommt zwischen Gaslieferanten und Hauseigentümer zustande. Letzterer legt die Kosten über die Miete auf seine Wohneinheiten um. Eine genaue verbrauchsabhängige Abrechnung erfolgt im Rahmen der jährlichen Betriebskostenabrechnung. Hausbesitzer und Mieter mit Gasetagenheizung schließen dagegen selbst Versorgungsverträge ab und haben die freie Wahl zwischen lokal konkurrierenden Unternehmen.

Erfolgt die Gasversorgung automatisch beim Grundversorger, ordnet dieser dem Neukunden einen Basistarif zu. Aus Sicht des Verbrauchers handelt es sich hierbei meist um die teuerste Variante. Durch einen Wechsel des Tarifs oder Anbieters kann der Gaskunde deshalb in vielen Fällen merklich sparen.

Der Wechsel zu einem neuen Gasanbieter verläuft abhängig von den gegebenen Voraussetzungen unterschiedlich ab. Wer neu in eine Wohnung einzieht, hat zwei Wochen Zeit, sich für einen individuellen Anbieter zu entscheiden. Verstreicht diese Frist ungenutzt, wird automatisch ein Vertrag im Basistarif des Grundversorgers abgeschlossen. Bestand bereits vor dem Umzug in der alten Wohnung ein Vertrag mit einem Gaslieferanten, kann dieser unter der neuen Adresse weitergeführt werden. Natürlich unter der Voraussetzung, dass der Anbieter am neuen Wohnort vertreten ist. Umgekehrt ist es so, dass mit einem Umzug der Altvertrag nicht automatisch erlischt, wenn eine Weiterführung technisch möglich wäre.

Ohne einen Umzug ist ein Anbieterwechsel ebenso möglich. Grundsätzlich ist hierbei die Kündigungsfrist des aktuellen Versorgers zu beachten. Deren Länge ist Bestandteil des Versorgungsvertrags. Verträge mit dem Grundversorger sind in der Regel mit einer Frist von zwei Wochen zu kündigen, bei anderen Anbietern sind es maximal drei Monate. Ein Sonderkündigungsrecht tritt in Kraft, wenn sich die ursprünglich vereinbarten Vertragskonditionen verändern, weil der Anbieter zum Beispiel die Gaspreise erhöht.

Ist die Entscheidung zugunsten eines neuen Versorgers gefallen, muss sich der Kunde nicht um die Kündigung des Altvertrags kümmern, da der neue Vertragspartner die Aufgabe übernimmt. Selbst in Aktion treten sollte er lediglich bei einem kurzfristigen Wechsel.

Wie findet man den passenden Gasanbieter?

Die Gaspreisentwicklung für Verbraucher orientiert sich in erster Linie am Erdgaspreis, den Händler an der Energiebörse mit den Zulieferern aushandeln. Die Preisberechnung ist komplex und wird unter anderem von den Preisen anderer Rohstoffe beeinflusst. Gemeinsam mit den Steuern, die der Staat auf Gas erhebt, bleibt den Versorgern bei der Gestaltung der Preise für den Endverbraucher meist wenig Spielraum.

Der Gaspreis setzt sich für den Kunden, vergleichbar dem Strompreis, aus einer Grundgebühr und einem Arbeitspreis zusammen. Den Gasverbrauch berechnet der Anbieter in Kilowattstunden (kWh). Obwohl der Gasdurchfluss am Zähler als Volumen in Kubikmeter (m³) angegeben ist, rechnet der Versorger diesen Verbrauch zur Abrechnung um. Dabei wird der Brennwert des gelieferten Erdgases berücksichtigt, der abhängig von der Qualität des Gases stetigen Schwankungen unterworfen ist. Einfach ausgedrückt: Ein Kubikmeter Gas erzielt nicht immer die gleiche Heizleistung. Unterschiede ergeben sich zum Beispiel aus der Herkunft und damit der exakten Zusammensetzung des Gases. Außerdem beachtet die Berechnung den Umstand, dass Gas unter verschiedenen Druck- und Temperaturbedingungen bei gleichem Brennwert ein unterschiedliches Volumen hat.

Wie bei Stromanbietern unterscheiden sich einzelne Gastarife in erster Linie durch das Verhältnis zwischen Grund- und Arbeitspreis. Dem Kunden stehen Tarifen mit vergleichsweise hohem Grund- und niedrigem Arbeitspreis und solchen mit umgekehrtem Verhältnis zur Wahl. Welche Variante insgesamt am günstigsten ist, hängt vom individuellen Gasverbrauch ab. Kunden mit hohem Verbrauch, vorrangig mit einer größeren Wohnfläche, profitieren von einem höheren Grund- bei gleichzeitig niedrigem Arbeitspreis. Ist der individuelle Verbrauch geringer, bleibt die umgekehrte Variante in der Regel die lohnenswertere.

Die komfortabelste Möglichkeit für einen Gaspreisvergleich bieten Onlinevergleichsportale wie Verivox oder Check24. Nach Eingabe der Postleitzahl listet die Suchmaschine alle Gasanbieter und deren unterschiedliche Tarife auf, die dort verfügbar sind.

Um die Suche sinnvoll zu verfeinern, sollten Nutzer zusätzlich ihren absehbaren Jahresverbrauch eingeben. Am einfachsten lässt sich dieser der Vorjahresrechnung entnehmen. Auch wenn es zum Beispiel witterungsbedingt zu Schwankungen kommen kann, liefert die Rückschau einen verlässlichen Eindruck. Wer keine Rechnung zur Hand oder zuvor nicht mit Gas geheizt hat, kann den Verbrauch auf Basis der Wohnraumgröße schätzen. Hierzu finden sich im Internet geeignete Durchschnittswerte:

Wohnraumgröße

Verbrauch

Wohnraum: 30 m²

3.800 kWh / 360 m³

Wohnraum: 50 m²

5.000 kWh / 480 m³

Wohnraum: 100 m²

12.000 kWh / 1.140 m³

Wohnraum: 150 m²

18.000 kWh / 1.700 m³

Reihenhaus

20.000 kWh / 1.900 m³

Einfamilienhaus

35.000 kWh / 3.300 m³

Als erstes Ergebnis der Anfrage ist zur Orientierung der Basistarif des Grundversorgers aufgeführt. Die weitere Ergebnisliste lässt sich anhand verschiedener Merkmale sortieren:

  • Name des Anbieters (alphabetisch)
  • Kundenbewertung
  • Preisgarantiedauer
  • Preisberechnung

Für eine individuelle Auswahl sind einige Kriterien ausschlaggebend, die Verbraucher in ihre Entscheidung neben dem Preis einbeziehen sollten.

Vertragslaufzeit

Gasanbieter honorieren eine längerfristige Bindung mit niedrigeren Anfangspreisen. Gleichzeitig akzeptiert der Kunde das Risiko, dass die Gaspreise im Zeitraum der Vertragsbindung sinken, er aber weiter den vereinbarten höheren Preis bezahlen muss.

Insgesamt ist es empfehlenswert, sich nicht länger als zwölf Monate an einen Gasanbieter zu binden. Dadurch bleibt die Möglichkeit erhalten, kurzfristig von einer kundenfreundlichen Preisentwicklung zu profitieren und die positiven Effekte des Wettbewerbs zu nutzen.

Kündigungsfrist

Unnötig lange Kündigungsfristen schränken die Flexibilität ein. Wer bereits Monate vor dem eigentlichen Vertragsende entscheiden muss, ob sich ein Wechsel lohnt, setzt sich unter Druck und verschenkt so gegebenenfalls wertvolles Einsparpotenzial.

Preisgarantie

Die zum Vertragsbeginn vereinbarten Preise für das Gas sowie dessen Bereitstellung sind nicht automatisch langfristig bindend. Zumindest einzelne Preisbestandteile, wie zum Beispiel die Netzentgelte oder die Kosten für die Gasbeschaffung, können sich während der Vertragslaufzeit für den Gasanbieter ungünstig verändern, weshalb dieser nach Möglichkeit suchen wird, eine höhere Belastung an den Kunden weiterzugeben. Mit einer Preisgarantie verpflichtet sich der Anbieter, auf eine solche Anpassung für einen vereinbarten Zeitraum zu verzichten. Die Preisbindung kann sich auf einzelne Bestandteile der Preisberechnung beschränken und sollte nach Möglichkeit mindestens zwölf Monate betragen.

Zahlungsweise

Wie beim Strom ist es bei Gastarifen üblich, den Jahresverbrauch in gleichbleibenden monatlichen Abschlägen zu bezahlen. Der tatsächliche Verbrauch ergibt sich aus der jährlichen Abrechnung. Ein Mehrverbrauch führt zu einer Nachzahlung. Bleibt der Verbrauch unter dem bei Vertragsabschluss geschätzten Wert, erhält der Kunde eine Rückzahlung.

Alternative Modelle wie eine Vorauszahlung sind wegen des finanziellen Risikos selbst dann nicht ratsam, wenn der Anbieter mit zusätzlichen Rabatten lockt.

Wechselbonus

Die Preisunterschiede zwischen den Tarifen einzelner Anbieter sind oft geringfügig. Wegen ein paar Euro im Jahr lohnt sich der Aufwand eines Gaswechsels in den Augen vieler Verbraucher nicht. Anbieter werben deshalb zusätzlich mit einem einmaligen Wechselbonus.

Als Sofortbonus zahlt der Gasanbieter einige Wochen nach Lieferbeginn einen vereinbarten Betrag auf das Konto des Neukunden. Ein Abschlagsrabatt wird zu gleichen Teilen von den monatlichen Zahlungen in den ersten zwölf Monaten nach Vertragsbeginn abgezogen. Ein Arbeitspreisrabatt gewährt ein Jahr lang einen reduzierten Preis pro Kilowattstunde bzw. Kubikmeter Gas. Alternativ oder zusätzlich werben manche Versorger mit Sachprämien und Gutscheinen.

Ein einmaliger Bonus reduziert die Kosten im ersten Vertragsjahr. Die Ersparnis beträgt oft mehrere Hundert Euro. In einen Gasanbietervergleich sollten jedoch auch die Kosten unabhängig vom Bonus einfließen. Der lohnt sich, wenn er entweder so hoch ausfällt, dass er einen höheren Gaspreis in der Folgezeit ausgleicht, oder der Verbraucher nach zwölf Monaten einen erneuten Anbieterwechsel in Betracht zieht.

Ökogas

Check24 und der Verivox-Gasvergleich bieten die Möglichkeit, die Suche auf Anbieter von Ökogas einzuschränken. Wie beim Ökostrom gilt beim Gas, dass sich durch die Wahl eines solchen Tarifs nichts an der konkreten Gaslieferung ändert. Ökogas zu beziehen, bedeutet nicht, dass aus der Leitung ein anderes Gas fließt, als es bei herkömmlichen Erdgastarifen der Fall ist.

Unter dem Begriff Ökogas sind zwei Arten von Gastarifen zusammengefasst. Bei sogenannten Klimatarifen stammt das eingespeiste Gas aus den gewohnten Quellen, die mit anderen Tarifen verbunden sind. Die Anbieter verpflichten sich, den mit dem Gasverbrauch verbundenen CO2-Ausstoß durch eine entsprechende Investition in Klimaschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel Projekte zur Wiederaufforstung des Regenwaldes, angemessen auszugleichen.

Biogastarife fördern hingegen die Einspeisung von aus Biomasse in Biogasanlagen gewonnenem Gas in das Gasnetz. Natürlich bedeutet dies nicht, dass der Kunde aus seinem Hausanschluss solches Biogas bezieht. Je mehr Kunden einen Biogastarif wählen, desto höher ist der Anteil an Biogas am gesamten Gasaufkommen im Verhältnis zum konventionellen fossilen Erdgas.

Fazit zum Gasvergleich

Erdgas ist in Privathaushalten der beliebteste Energieträger zum Heizen, Warmwasserbereiten und Kochen. Die Gründe sind einleuchtend: Gas ist günstiger als zum Beispiel Heizöl, zukunftssicher und durch seine hohe Effizienz umweltverträglicher als andere Energieträger.

Die Grundversorgung mit Erdgas ist für jeden angeschlossenen Haushalt uneingeschränkt gesichert. Wer nicht möchte, muss sich nicht weiter damit beschäftigen, von wem er das Gas bezieht. Mit etwas zusätzlichem Aufwand kann sich der Gaskunde durch einen Anbietervergleich deutliche finanzielle Vorteile sichern.

Ein Wechsel zu einem günstigeren Gasanbieter ist unkompliziert und kann, online durchgeführt, die Gaskosten mit wenigen Klicks massiv senken. Verschiedene Onlineplattformen ermöglichen einen einfachen, schnellen und zuverlässigen Gastarifvergleich, der nach individuellen Vorgaben den besten Anbieter und passenden Tarif ausfindig macht.

Zusammen mit einem Strompreisvergleich ist der Preisvergleich beim Gas ein wesentlicher Baustein einer kostenbewussten Haushaltsführung und reduziert die Wohnnebenkosten auf ein Minimum. Regelmäßig durchgeführt kann ein Preisvergleich und Anbieterwechsel einem allgemeinen Anstieg der Lebenshaltungskosten entgegenwirken.