Hinweis*

Internet in Deutschland wird immer schneller. Inzwischen beträgt die durchschnittliche Download-Rate beinah 23 Mbit/s, wobei die Bewohner Bremens am schnellsten surfen. Das ist möglich, weil viele neue Internetanschlüsse mit VDSL eine bessere Übertragungsrate als gewöhnliches DSL versprechen. Was das eigentlich ist und für wen sich ein VDSL-Anschluss lohnt, verrät der folgende Ratgeber.



Was ist VDSL?

VDSL ist eine Art des Internetanschlusses und eine Weiterentwicklung von DSL. Die Abkürzung bedeutet Very High Speed Digital Subscriber Line. Es handelt sich um einen Überbegriff, der mehrere Standards zur Datenübertragung zusammenfasst. Bei allen werden wie beim DSL die Daten übers kupferne Telefonkabel verschickt, allerdings wesentlich schneller. Dank Supervectoring (einer leicht zu installierenden Technik, die Kupferkabel weniger störanfällig macht) sind auf diese Weise Surfgeschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s möglich – zum Vergleich, mit DSL sind es maximal 16 Mbit/s.

Jedoch zeigt sich beim VDSL-Check, dass selten die höchste, vom Anbieter beworbene Geschwindigkeit erreicht wird. In der Regel ist die Übertragungsrate etwas niedriger. Wie niedrig, das sollte im Produktinformationsblatt stehen. Dort müssen Provider nämlich die durchschnittliche Bandbreite bzw. eine Mindestrate angeben. Wer beispielsweise den Tarif VDSL 100 von Vodafone hat, bekommt üblicherweise einen Downstream von 87 Mbit/s, die Minimalrate sollte bei 54 Mbit/s liegen.

Wie funktioniert VDSL?

VDSL funktioniert ähnlich wie DSL. Wie bereits erwähnt wird bei beiden Arten eine Telefonleitung zur Übertragung von Daten verwendet. Von der Vermittlungsstelle führen Kupfer- oder Glasfaserkabel zu den Kabelverzweigern, das sind die grauen Schränke, die an Kreuzungen oder in Wohnbereichen häufig zu sehen sind. Von dort aus führen dann Kabel zu den einzelnen Haushalten. Bei denen handelt es sich oft noch um Kupferkabel, weil die Glasfaserleitungen meistens nicht mehr den Umweg über den Kabelverzweiger machen. Wer ganz genau wissen möchte, wie Internet und Telefon in sein Haus kommen, kann sich hier näher informieren.

Ein Unterschied zwischen beiden Übertragungsarten besteht beim Weg vom Kabelverzweiger zur Vermittlungsstelle. Während bei VDSL lediglich Glasfaserkabel zum Einsatz kommen, wird bei DSL zu Kupferkabeln gegriffen. Letztere leiten Signale langsamer weiter, während Kabel aus Glasfaser schnellste Datengeschwindigkeiten ermöglichen.

Verbraucher, die reines Glasfaser-Internet beziehen wollen, schließen dafür einen eigenen Tarif ab, der für gewöhnlich etwas teurer ist. Dann kommen auf der gesamten Strecke Glasfaserkabel zum Einsatz (und das ist auch der Grund, warum solche Tarife noch nicht überall verfügbar sind). VDSL wird zumindest teilweise über Kupferkabel transportiert und ist deshalb so schnell, weil Vectoring oder Supervectoring verwendet wird. Das sind Techniken, dank denen die Störanfälligkeit der eigentlich sehr empfindlichen Kupferkabel minimiert wird – und die können deshalb mehr Daten übertragen.

In der Regel verwenden VDSL-Anbieter auf den letzten Metern Kupferkabel vom Internetverteiler zu den einzelnen Wohnhäusern. Aus diesem Grund ist es sinnvoll auf die genaue Bezeichnung des Internet-Angebots zu achten.

Welchen Unterschied gibt es zwischen VDSL und VDSL2?

Beim klassischen VDSL kommen Frequenzen von maximal 12 MHz zum Einsatz. Dadurch sind die Download-Geschwindigkeiten auf 50 Mbit/s begrenzt und der Upload beträgt höchstens 10 Mbit/s. Durch Vectoring erhalten Verbraucher eine Download-Rate von bis zu 300 Mbit/s und können Daten mit bis zu 100 Mbit/s hochladen.

VDSL-Hardware: Router, Modem und Splitter

Um VDSL zu beziehen, benötigen Verbraucher neben einem Router ein Modem und einen Splitter. Für VDSL ist kein besonderer Router notwendig. Meist reichen Geräte aus, die für DSL zum Einsatz kommen. Personen, die IP-TV nutzen wollen, brauchen einen zusätzlichen Receiver, zum Empfang der Signale. Der Receiver wird oftmals in Form eines Festplattenrekorders angeboten.

Beim schnellen Internet wird manchmal ein Splitter gebraucht. Ein solches Gerät hat die Aufgabe, die Frequenzen von Internet und Telefon aufzuteilen. Dadurch ist es möglich, zur selben Zeit im Internet zu verkehren und zu telefonieren. Wer einen sogenannten All-IP-Anschluss hat (z. B. von der Telekom), benötigt keinen Splitter mehr, wohl aber einen kompatiblen Router. Welcher das ist, kann der entsprechenden Tarifbeschreibung entnommen werden.

Modems werden benötigt, um den Router mit dem Internet zu verbinden. Es kann immer nur ein Gerät daran angeschlossen werden. Für VDSL kommt heutzutage selten ein separates Modem zur Verwendung, weil es in modernen Routern bereits integriert ist. Ältere Geräte ohne eingebautes Modem können selbstständig keine Internetverbindung herstellen, in solchen Fällen kann es Modem günstig gebraucht erworben werden.

Ein Router ist dazu da, mehrere Computer, Telefone oder andere Endgeräte innerhalb eines Haushalts mit dem Internet verbinden. Meist geschieht dies kabellos übers WLAN. Menschen, die eine störungsfreie und schnellere Verbindung wünschen, greifen auf den altbewährten Kabelanschluss zurück.

Es besteht die Möglichkeit, einen Router als Telefonanlage einzusetzen. Menschen, die IP-TV verwenden, verbinden einen Router häufig mit einem Receiver. Das liegt daran, dass das Internet den Empfang des TV-Programms ermöglicht. Die meisten Receiver, die in diesem Zusammenhang zum Einsatz kommen, dienen gleichzeitig als Festplattenrekorder. Üblicherweise sind sie HD-fähig. Deshalb besteht die Option, Serien und Sendungen bequem aufzuzeichnen und zu einem späteren Zeitpunkt anzusehen. Hierbei sollten Verbraucher die Kapazität des Receivers beachten, denn es gibt Modelle mit unterschiedlichen Speichereigenschaften.

Meist sorgt der Internetanbieter für das passende Hardware-Paket. Deshalb wird es lediglich in seltenen Fällen notwendig, die Geräte zu erwerben. Bei manchen Providern stehen sogar verschiedene Router mit unterschiedlichen Leistungsmerkmalen zur Auswahl, die gegen einen monatlichen Preis gemietet werden können. Mitunter ist die Hardware kostenlos, das kommt ganz auf den Tarif an.

Welches Telefonkabel wird für VDSL-Vectoring benötigt?

Wer ein Maximum aus der eigenen Internetleitung herausholen möchte und beim Telefonieren eine hohe Qualität wünscht, betreibt Vectoring. Hierzu wird ein entsprechendes Kabel zwischen der TAE- und APL-Dose gebraucht.

Von den meisten Internetanbietern wird ein Kabel mit der Bezeichnung J-02YS(St)H oder I-02YS(St)H genutzt. Diese Kabeltypen sind für Privatpersonen schwer zu bekommen. Aus diesem Grund sollten Verbraucher ihren zukünftigen oder aktuellen Internetanbieter mit dem Verlegen eines solchen Kabels beauftragen. Es gibt ebenso Elektrounternehmen, die diese Aufgabe übernehmen. Wer trotzdem auf die Suche nach einem geeigneten Kabel gehen möchte, sollte in Shops im Internet suchen.

Welche Fritz!Box wird für VDSL und VDSL2 gebraucht?

Verbraucher, die VDSL nutzen, sollten eine Fritz!Box (vom Hersteller AVM) wählen. Diese Art des Routers unterstützt höchste Internetgeschwindigkeiten und ist daher besonders beliebt. Während andere Geräte ihr Limit bei einer Übertragungsrate von 100 Mbit/s erreichen, unterstützt die Fritz!Box 7590 Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s. Neben diesem Modell gibt es weitere Fritz!Boxen, die für VDSL zum Einsatz kommen. Zu diesen gehören:

  • 7580
  • 7490
  • 7560
  • 7530
  • 7430
  • 3490

Personen, die VDSL2 nutzen wollen, können – mit drei Ausnahmen (Fritz!Box 7560, 7430 und 3490) – alle genannten Gerätetypen verwenden.

VDSL: Darum lohnt ein Anschluss

DSL-Internet reicht für gelegentliches Surfen im Internet vollkommen aus. Verbraucher, die E-Mails abrufen oder die Nachrichten lesen wollen, brauchen kein VDSL. Benötigen sie größere Mengen an Datenvolumen, sollten sie über den Wechsel zu einem VDSL-Tarif nachdenken. Beim Onlinegaming und dem Nutzen von Streaminganbietern hat eine schnelle Leitung viele Vorzüge. Filme und Serien laden schneller und Spiele laufen flüssiger. Neben Gamern und Filmliebhabern profitieren jene Menschen vom schnellen Internet, bei denen viele Personen gleichzeitig das Internet nutzen oder die von zu Hause aus arbeiten, lernen oder studieren. Bei häufigen Zoomkonferenzen, Videotelefonaten oder der Nutzung von Cloud-Diensten sorgt VDSL ebenfalls für mehr Komfort.

Kurz, die Weiterentwicklung von DSL kommt im privaten und geschäftlichen Leben zum Einsatz. Und mit der Zunahme von Homeschooling und Homeoffice überschneiden sich beide Bereiche stetig.

VDSL-Verfügbarkeit prüfen: Kostenloser Test bei vielen Anbietern möglich

Da VDSL noch nicht überall verfügbar ist, führen alle Provider vor der Tarifbuchung einen entsprechenden Check durch. Damit wird verhindert, dass jemand einen Internetanschluss kauft, den er an seinem Wohnort gar nicht nutzen kann. Für die Prüfung reicht es, die Adresse einzugeben, an der ein VDSL-Internetanschluss gewünscht ist. Die Telekom (oder ein anderer Anbieter) zeigt dann sämtliche ihrer Tarife an, die dort gebucht werden können. Eine weitere Möglichkeit sind Vergleichsportale wie Check24, die die Verfügbarkeit aller Provider und Tarife am Wunschort übersichtlich präsentieren.

Bei einem geplanten Umzug oder einem Internetanschluss an einem anderen Ort ist es wichtig, auf die korrekte Anschrift zu achten. Gibt es noch keine Hausnummer am gewünschten Platz, sollten Verbraucher die Adresse eines benachbarten Gebäudes eintragen. Es empfiehlt sich, die Telefonnummer anzugeben, wenn der Nutzer lediglich einen Wechsel des Internetanbieters oder Tarifs anstrebt, weil es meistens schneller ist, die Nummer einzutragen.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung gibt es Areale in Stadtgebieten, in denen vereinzelt kein Highspeed-Internet angeboten wird. Selbst bei bekannten Anbietern wie der Telekom kann die Internetverfügbarkeit von unter anderem VDSL 50 oder 100 eingeschränkt sein. Deshalb sollten Verbraucher unabhängig vom Anbieter die VDSL-Verfügbarkeit abfragen, um sich umfassend über die erreichbaren Provider und Tarife zu informieren.

Was sind VDSL 50 und 100 und wer sie an?

Unter VDSL 50 und 100 wird Highspeed-Internet mit einer Geschwindigkeit von 50 bzw. 100 Mbit/s verstanden. Bei bekannten Anbietern wie Telekom, Vodafone und O2 gibt es Tarifpakete mit einer Internetgeschwindigkeit von bis zu 250 Mbit/s. Ferner finden Interessierte Angebote mit einer Upload-Rate von 50 oder 100 Mbit/s bei den genannten Providern.

Die VDSL-Angebote von O2

Von O2 gibt es die Tarifserie My Home, die mit Highspeed-Internet von 50, 100 oder 250 Mbit/s im Download verfügbar ist. Im Bereich des Uploads variieren die Angebote zwischen 10 und 40 Mbit/s. Im Rahmen der Offerte erhalten Verbraucher zusätzlich eine Telefonflatrate ins deutsche Festnetz und Mobilfunknetz.

Neukunden, die eines der Pakete auswählen, zahlen in den ersten zwölf Monaten eine um 10 € reduzierte Grundgebühr. Ein passender Router kann gegen einen geringen Aufpreis von 3 bis 6 € (je nach Typ) gemietet werden. Für diesen fällt aktuell keine Bereitstellungsgebühr an, wohl aber für den VDSL-Anschluss selbst.

VDSL-Tarife von Vodafone

Bei Vodafone stehen drei unterschiedliche Tarife für einen VDSL-Internetanschluss zur Wahl. Verbraucher haben die Möglichkeit, einen Download-Speed von 50, 100 oder 250 Mbit/s auszusuchen. Im Upload variiert die Datengeschwindigkeit zwischen 10 und 50 Mbit/s.

In allen VDSL-Tarifen ist eine Telefonflatrate inbegriffen, die ins deutsche Festnetz gilt. Zudem erhalten Verbraucher aktuell einen kostenlosen Vodafone-Router im Paket. Wer eine Fritz!Box bevorzugt, sollte mit geringen monatlichen Zusatzkosten rechnen. In allen Tarifen besteht die Möglichkeit, nach zwölf Monaten unkompliziert in einen niedrigeren Tarif zu wechseln.

Angebote der Telekom: VDSL im Check

Die drei MagentaZuhause-Tarife der Telekom beinhalten einen VDSL-Anschluss mit Download-Geschwindigkeiten von 50, 100 und 250 Mbit/s. Der Upload-Speed beträgt zwischen 10 bis 50 Mbit/s.

Wem das nicht genügt, der kann das Häkchen bei Hybrid LTE setzen. Damit erhalten Kunden zusätzlich Zugang zum schnellen Mobilfunknetz, dank dem eine Downloadrate von maximal 300 Mbit/s möglich ist. Die Option kostet knapp 5 Euro im Monat, hat eine Mindestlaufzeit von drei Monaten und kann bis zu sechs Werktage vor Laufzeitende gekündigt werden. Ebenso haben Interessierte die Möglichkeit, Magenta TV, Netflix oder Magenta TV Plus hinzuzubuchen.

In der monatlichen Gebühr sind die Kosten für eine Telefonflatrate inbegriffen. In den beiden günstigeren Tarifen bezieht sich diese auf das deutsche Festnetz. Im Angebot MagentaZuhause XL bietet die Telekom kostenloses Telefonieren zusätzlich in deutsche Mobilfunknetze an.

Die tatsächliche Upload- und Downloadgeschwindigkeit

Einige Menschen nehmen an, dass die von Telekom, Vodafone und Co. angebotenen Tarife die in großen Lettern beworbenen Internetgeschwindigkeiten garantieren. Bei den angebotenen Leistungen handelt es sich stets um die erzielbaren Höchstleistungen. Wer einen Telekom-100-Mbit-Tarif abschließt, erhält demzufolge wahrscheinlich keine 100 Mbit/s im Download, sondern deutlich weniger.

Wie hoch ihre tatsächliche Internetgeschwindigkeit momentan ausfällt, können Verbraucher selbst prüfen und auf fast.com oder speedtest.net einen kostenlosen Test machen. Das Ergebnis gibt neben der Download- und Upload-Geschwindigkeit auch Informationen zum Ping. Ein niedriger Ping stellt einen Vorteil dar, weil er angibt, wie lange es dauert, ein Datenpaket zu empfangen. Und das sollte ja in möglichst kurzer Zeit geschehen.

Tipp: Sollten Verbraucher dauerhaft weniger als 50 % der Höchstleistung erzielen, lohnt ein Gespräch mit dem Internetprovider. In solchen Fällen wird ihnen manchmal angeboten, frühzeitig aus dem Vertrag auszusteigen. Dann können sie in einen anderen Tarif oder zu einem anderen Anbieter wechseln.

Wie schnell kann Internet sein?

Beim Vergleich von Internetanbietern ist neben DSL, ADSL und VDSL die Bezeichnung FTTH anzutreffen. Unter FTTH-Internet wird ein Anschluss verstanden, der ausschließlich über Glasfaser läuft. Aufgrund der guten Leitungseigenschaften dieses Materials können Nutzer Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Mbit/s erzielen. Übrigens findet Glasfaser ebenso bei 5G Verwendung. Die Sendemasten sind nämlich mit dem Glasfasernetz verbunden und liefern dadurch höchste Geschwindigkeiten im Datenverkehr.

Fazit zum VDSL Vergleich

Alle, die schnelles Internet aufgrund einer privaten Vorliebe oder beruflicher Verpflichtungen benötigen, wählen oftmals einen VDSL- oder VDSL2-Anschluss aus. In Abhängigkeit vom Tarif und Anbieter gibt es aktuell die Möglichkeit, von Download-Speeds bis zu 1000 Mbit/s zu profitieren. Das ist jedoch der Extremfall und sehr teuer, für gewöhnlich liegt die Geschwindigkeit bei 50 bis 100 Mbit/s. Üblicherweise sind Geschwindigkeiten zwischen 50 und 100 Mbit/s im Download und 10 bis 40 Mbit/s im Upload

Gerade Gamer oder Cloud-Nutzer profitieren von schnellem Internet mit niedrigem Ping. Zudem eignet sich VDSL gut für Leute, die einen Podcast oder Youtube-Kanal betreiben, die oft Videotelefonate führen oder in einem Mehrpersonenhaushalt leben. Meist wird ein VDSL-Tarif gemeinsam mit einer Telefonflatrate offeriert. Bei einigen Anbietern gibt es sogar den passenden Router ohne Zusatzkosten im Paket dazu.

*) Dieser Artikel informiert über verschiedene Produkte, die teilweise mit Partner-Links hinterlegt wurden. Erfolgt eine Bestellung über einen solchen Link, erhalten wir in einigen Fällen eine Provision. Der Preis für Sie bleibt dabei unverändert.